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Environment

Klimaneutral in GHG Scope 1 & 2
bis spätestens 2030

Der Weltklimarat hat in seinem sechsten Report Climate Change 2022 die Auswirkungen des Klimawandels untersucht und den Einfluss des menschengemachten Anteils dargestellt. Es ist mit einem Anstieg der globalen Temperatur auf 2 Grad Celsius zu rechnen. Damit sind die Ökosysteme unseres Planeten einer Bedrohung ausgesetzt, die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen gefährdet und dazu führen kann, dass die wachsende Weltbevölkerung nicht ausreichend mit Nahrung versorgt werden kann. Bilfinger misst daher insbesondere dem Klimaschutz eine hohe Bedeutung bei.

Mit unserem Leitbild und unserem Verhaltenskodex bekennen wir uns klar zur Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt. Wir benötigen weitaus weniger Energie als produzierende Unternehmen, dennoch haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase zu leisten.

Unser Konzept

Im Bilfinger Konzern werden Energieverbrauchsdaten auf Ebene der operativ tätigen Einheiten erhoben. 35 Konzerngesellschaften sind mit 139 Standorten nach der internationalen Umweltmanagementnorm DIN EN ISO 14001 zertifiziert. So gehen operative Einheiten unseres Konzerns damit bereits seit Jahren auf Anforderungen von Seiten ihrer regionalen und lokalen Kunden ein.

Mit der Einführung einer neuen Software im Jahr 2021 zur Erhebung des Energieverbrauchs sowie der Berechnung der damit verbundenen Treibhausgasemissionen haben wir einen strukturierten Erfassungsprozess aufgebaut sowie die interne Berichterstattung von Energieverbrauch und Emissionen dem Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) entsprechend ermöglicht.

Unsere klimabezogenen Aktivitäten legen wir durch die Teilnahme bei CDP offen.

Energie

Energie

Der Energiebedarf hat den größten direkten Einfluss auf unsere Treibhausgasemissionen. Der wesentliche Anteil am Energiebedarf stammt von unseren Liegenschaften sowie der Fahrzeugflotte.

Dabei nutzen wir Energie sowohl aus erneuerbaren Energiequellen als auch aus nicht erneuerbaren Energiequellen. Diese Differenzierung wurde im Geschäftsjahr 2022 in die Berichterstattung aufgenommen.

Berichtet wird hier der Energieverbrauch nach dem Greenhouse Gas Protocol für Scope 1- und Scope 2-Emissionen für den Konzern ohne das Segment Other Operations.

Im Falle einer nicht kalendergerechten Abrechnung, beispielsweise wenn die Jahresabrechnung noch nicht vorlag, wurden für die Werte für 2022 die Daten auf Basis der Werte für 2021 vervollständigt. Bei Pauschalmieten wurde der durchschnittliche Verbrauchswert je Quadratmeter analog zu ähnlichen Standorten berechnet.

Der Gesamtenergieverbrauch des Konzerns stieg im Geschäftsjahr 2022 um 2 Prozent auf 220.838 (Vorjahr: 217.099) MWh.

Für die Geschäftsprozesse erzeugen wir Energie aus erneuerbaren und zum Großteil aus nicht-erneuerbaren Energiequellen. Dies umfasst beispielsweise Erdgas, das zur Erzeugung von Wärme in Liegenschaften dient, oder Diesel, der als Antriebskraftstoff in Fahrzeugen verbrannt wird. Zusätzlich beziehen wir von externen Versorgern Energie aus unterschiedlichen Quellen, etwa zur Erzeugung von Strom, Wärme, Dampf und Kälte an unseren konzernweiten Standorten.

Emissionen

Emissionen

Die Treibhausgasemissionen des Bilfinger Konzerns werden der Methodik des Greenhouse Gas Protocols entsprechend in metrischen Tonnen in CO2-Äquivalenten (tCO2e) ausgewiesen. Die Emissionen in Scope 1 beliefen sich im Berichtsjahr auf 35.643 (Vorjahr: 35.608) tCO2e. Für Scope 2 wurden im Jahr 2022 neben den standortbezogenen Daten zusätzlich die marktbezogenen Daten erhoben und somit die Scope 2-Emissionen in beiden Varianten berechnet. Die standortbezogenen Scope 2-Emissionen lagen im Jahr 2022 bei 16.548 (Vorjahr: 23.765) tCO2e und bei der Anwendung der marktbezogenen Berechnung bei 14.047 tCO2e. Darüber hinaus wurden im Jahr 2022 zusätzlich erstmals die Emissionen in der GHG Scope 3-Kategorie Abfall ermittelt. Diese belaufen sich im Berichtsjahr auf 675 tCO2e.

Für die Berichterstattung haben wir gemäß der Methodik des Greenhouse Gas Protocol die organisatorischen Grenzen (organizational boundaries) festgelegt. Wir haben den Ansatz der finanziellen Kontrolle (financial control approach) gewählt. Damit orientiert sich die Berichterstattung an der Finanzorganisation und betrachtet alle vollkonsolidierten Gesellschaften mit Ausnahme solcher, die sich im Verkaufsprozess befinden (Segment Other Operations).

Direkte Treibhausgasemissionen stammen aus Quellen, die Bilfinger gehören oder durch Bilfinger finanziell kontrolliert werden, sich also auf IFRS-16-relevante Leasingverträge beziehen.

Scope 1 und Scope 2

Scope 1 umfasst direkte Emissionen durch die Verbrennung von Kraftstoffen für die Heizung und Kühlung von Gebäuden, den Antrieb von Fahrzeugen und Maschinen sowie verflüchtigte Gase, die über die Zeit aus Kühlaggregaten entweichen. Bei Scope 1 bezieht sich dies auf:

  • Verbrennung von Erdgas, Öl und weiteren Stoffen für die Heizung der Liegenschaften
  • Emissionen von Fluorkohlenwasserstoffen (HFC) bei der Nutzung von Klimaanlagen in den Liegenschaften
  • Verbrennung von Diesel, Benzin und Liquefied Petroleum Gas (LPG) in eigenen oder IFRS-16-konform geleasten Fahrzeugen und Maschinen

 

Scope 2 umfasst die Emissionen aus der Erzeugung von Strom, Dampf, Wärme und Kälte, die das Unternehmen von Versorgern bezieht (indirekte Emissionen). Dies bezieht sich auf:

  • Stromverbrauch in Liegenschaften, Flotte und Maschinen
  • Bezogene Fernwärme, Dampf und Kühlung

 

Bei der Berichterstattung über die indirekten Emissionen (Scope 2) unterscheiden wir nach den Methoden marktbezogen und standortbezogen und folgen damit der GHG Protocol Scope 2 Guidance. Im Vorjahr haben wir die Scope 2-Emissionen nach der standortbezogenen Methode ausgewiesen. Bei dieser Methode werden die Emissionsfaktoren als durchschnittlicher Landeswert für die jeweiligen Standorte verwendet. Wir nutzen dazu eine Datenbank des Anbieters Ecoinvent. Grundlage der Ermittlung ist der Wert aus der Methodik des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate ChangeIPCC 2013-climate change-GWP 100a-(kg CO2-Eq) per 1 unit of reference product.

Im Geschäftsjahr 2022 wurde die zusätzliche Ermittlung nach der marktbezogenen Methode hinzugefügt, bei der der tatsächliche Strommix des jeweiligen Versorgers berücksichtigt wird.

Die Scope 1-Emissionen lagen 2022 auf dem Niveau des Vorjahres. Der standortbezogene Wert für Scope 2 nahm um 30 Prozent ab. Diese Reduzierung ist zum wesentlichen Teil durch eine Verbesserung der Messung entstanden. Durch unser Geschäftsmodell sind wir vielfach in Kundenanlagen vor Ort tätig und mieten dort auch Liegenschaften. Während bei der Berechnung einiger Scope 2-Emissionen im Jahr 2021 die Heizart Fernwärme zugrunde gelegt wurde, hat sich im Berichtsjahr herausgestellt, dass es sich vielmehr um industrielle Prozessabwärme handelt. Hierbei werden die Emissionen der Produktionsanlage dem Eigentümer der Anlage zugerechnet. Die Abwärme entsteht als Nebenprodukt mit Emissionen von nahezu Null. Der kleinere Teil der Reduzierung ist auf eine geringere Anzahl von Liegenschaften zurückzuführen.

Der im Jahr 2022 erstmals auch nach der marktbezogenen Methodik erhobene Wert der Scope 2-Emissionen belief sich auf 14.047 tCO2e. Bei dieser Berechnung wird die spezifische Auswahl der Stromtarife eines Unternehmens berücksichtigt. Der marktbezogene Scope 2-Emissionswert lag im Berichtsjahr 15 Prozent unter dem standortbezogenen Durchschnittswert.

Scope 3

Im Jahr 2022 haben wir ein Konzept für die Datenerhebung der Scope 3-Emissionen nach GHG entwickelt. Aufgrund der im Vergleich zu Scope 1 und Scope 2 deutlich größeren Komplexität sehen wir die Scope 3-Ermittlung in drei Stufen vor. Im Geschäftsjahr 2022 wurde die Kategorie Abfall als erste Scope 3-relevante Emissionsquelle in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (Upstream) von Bilfinger erhoben. Unser Konzept sieht vor, dass im Jahr 2023 sukzessive alle weiteren Kategorien der vorgelagerten Wertschöpfungskette hinzugefügt werden. Im Jahr 2024 folgen die Kategorien der nachgelagerten Wertschöpfungskette (Downstream).

Der Vorgabe des GHG Protocol folgend sind für die Ermittlung der Emissionen aus dem angefallenen Abfall die Abfallart und -menge sowie die Abfallbehandlungsmethode erforderlich, da die Emissionsfaktoren entsprechend variieren. Im Geschäftsjahr 2022 fielen in der Kategorie Abfall und Abwasser Treibhausgasemissionen in Höhe von 675 tCO2e an. Da diese Daten erstmals erhoben wurden, liegt ein Vergleichswert des Vorjahres nicht vor.

Nachhaltigkeit ist Kernstück unserer Unternehmensstrategie. Als Industriedienstleister wollen wir unsere Kunden bestmöglich bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele unterstützen. Unser Leistungsportfolio bietet dafür Lösungen zur Reduzierung von Emissionen und der Steigerung des Wirkungsgrades von Anlagen. Neben der Effizienzsteigerung für unsere Kunden, sind Nachhaltigkeit und der überlegte Umgang mit Ressourcen auch für Bilfinger selbst von großer Bedeutung."

Dr. Nicola GesingSenior Manager Sustainability bei Bilfinger
Emissionen nach GHG Protocol gesamt

Emissionen nach GHG Protocol gesamt

Die Gesamtemissionen je Scope sind in folgender Grafik dargestellt. Im kommenden Jahr werden die weiteren Scope 3-Kategorien schrittweise ergänzt. 

Zusätzlich stellen wir für unsere direkten und indirekten Emissionen auch Intensitätskennzahlen dar, um die Entwicklung unabhängig vom Unternehmenswachstum transparent zu machen. Dabei werden die CO2-Äquivalente aus Scope 1 und Scope 2 in Relation zum Energieverbrauch, zum Konzernumsatz sowie zur Anzahl der Mitarbeiter gesetzt. Im Vergleich zu den Werten, zu denen sich ein Vorjahresvergleich herstellen lässt, zeigen die Intensitätskennzahlen im Berichtsjahr eine insgesamt positive Entwicklung.


Reduzierung der GHG-Emissionen und Science-based Targets Initiative

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Schritte zur Reduzierung der CO2-Emissionen eingeleitet. Auf Grundlage der Erhebung der Scope 1- und Scope 2-Emissionen sowie der vollständigen Erhebung der Scope 3-Emissionen ab dem Geschäftsjahr 2024 planen wir, den von Bilfinger angestrebten Reduktionspfad der GHG-Emissionen zur Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius der Science-based Targets Initiative (SBTi) zur Prüfung vorzulegen. Unser im Jahr 2022 erarbeitetes Konzept sieht die Übermittlung des Commitments für 2023 und die Submission des Reduktionsplans zum Erreichen der Near term Targets bis 2030 für die Scope 1- und Scope 2-Emissionen entsprechend für 2025 vor. Die weitergehenden Reduzierungskonzepte für die Scope 3-Emissionen werden auf Grundlage der Datenerhebung für diese Kategorie erarbeitet.

Mehr erfahren

 Alle Regionen und Divisionen des Konzerns haben Konzepte erarbeitet, um ihre jeweiligen Emissionen und somit die Emissionen des Gesamtkonzerns nach GHG Scope 1 und 2 ab 2023 zu verringern. Die Kombination verschiedener Maßnahmen umfasst für die nächsten Jahre die Umstellung eingekauften Stroms auf erneuerbare Quellen, den sukzessiven Austausch der Personenkraftwagenflotte hin zu Elektrofahrzeugen und die Installation von Photovoltaikanlagen und Energieeffizienz-initiativen an unseren Standorten.  Bei den durch unsere Tätigkeit verursachten Treibhausgasemissionen nach GHG Scope 1 und 2 haben wir uns das Ziel gesetzt, bis spätestens 2030 klimaneutral zu sein. Dies umfasst vor allem eine Reduzierung der Emissionen. Bei nicht vermeidbaren Emissionen ist auch eine Kompensation durch die Unterstützung zusätzlicher CO2-reduzierender Projekte sowie durch den Erwerb von Carbon Credits vorgesehen. 

Industrieservices zur Steigerung der Effizienz und Nachhaltigkeit

Industrieservices zur Steigerung von Effizienz und Nachhaltigkeit

Für Bilfinger als Dienstleister stehen Kunden im Zentrum der Geschäftsaktivität. Die Beziehung zu unseren Auftraggebern und deren Zufriedenheit mit unserer Arbeit sind für unsere Geschäftsentwicklung von großer Wichtigkeit. Wir sind als strategischer Partner in die Wertschöpfungskette unserer Kunden integriert.

Dabei kommen der Qualität unserer Leistungen und einer konsequent an den Kundenanforderungen orientierten Angebotspalette große Bedeutung zu. Der Aspekt der Kundennähe steht somit in direktem Zusammenhang mit unserem zentralen strategischen Ziel, durch unsere Arbeit die  Effizienz und Nachhaltigkeit der Anlagen unserer Kunden zu steigern.

Um den Austausch zwischen dem Vorstand und den operativen Bereichen mit direktem Kundenkontakt noch enger zu verzahnen, wurde im Geschäftsjahr ein Group Executive Management (GEM) eingerichtet. Zusammensetzung und Aufgaben dieses Gremiums sind im Kapitel Good Corporate Governance erläutert. Durch den engen Kontakt von Vorstand und operativ verantwortlichen Führungskräften im Group Executive Management rückt das operative Geschäft noch näher an den Vorstand und die Ausrichtung der Vorstandsentscheidungen an den Anforderungen der Kunden wird weiter verbessert.

Unser Konzept

Das wachsende Bewusstsein für den Klimawandel und die eingeleitete Energiewende in vielen Industrieländern eröffnen Bilfinger als einem führenden Industriedienstleister attraktive Marktchancen. Dies gilt umso mehr, als ein Großteil der Kunden in energieintensiven Industrien tätig ist. Die Industriebranchen Chemie & Petrochemie, Energie, Pharma & Biopharma sowie Öl & Gas sind die größten Kundengruppen des Bilfinger Konzerns. Diese Industrien stehen durch die gesellschaftlich und politisch geforderten Maßnahmen zur Energiewende und zum Klimaschutz in allen wesentlichen Wertschöpfungsstufen vor teilweise grundlegenden Innovationsschüben. Sie haben unmittelbar die Aufgabe, die Effizienz ihrer Anlagen zu steigern, ihre zukünftige Energieversorgung sicherzustellen und dabei ihren CO2-Fußabdruck deutlich zu verringern.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, für unsere Kunden der führende Partner zu sein, wenn es um die Verbesserung der Effizienz und Nachhaltigkeit ihrer Anlagen geht. Diese Vision bildet die Grundlage unseres Geschäftsmodells und ist der Kern der strategischen Ausrichtung unseres Konzerns. 

Bilfinger fokussiert hierbei unter anderem auf Tätigkeitsbereiche, in denen das Unternehmen bereits etabliert ist, wie Kernkraft, Wasserkraft oder Fernwärmenetze. Hinzu kommen Bereiche von wachsender strategischer Bedeutung wie Herstellung, Transport und Speicherung von Wasserstoff, die Abscheidung und Weiterverarbeitung von CO2 sowie die Batterieproduktion. Mit seinem Leistungsportfolio nimmt der Konzern die anstehende Dekarbonisierung energieintensiver Produktions-, Transport- und Verarbeitungsprozesse sowie die Steigerung der Energieeffizienz in allen Wertschöpfungsstufen der Kunden in Angriff. Dabei stellen die kohlenstoffarme Energieerzeugung sowie die Reduzierung von Energieverbrauch und Emissionen zentrale Aufgaben dar.

Kundensegmente

Das Portfolio von Bilfinger bündelt Leistungen, die in unterschiedlichen Kundensegmenten einen Beitrag zur Effizienzsteigerung und Nachhaltigkeit leisten. Dieser Beitrag weicht überwiegend von den Spezifikationen der an anderer Stelle erläuterten, ökologisch nachhaltigen Aktivitäten nach Definition der Verordnung (EU) 2020/852 Taxonomie-Verordnung (EU-Taxonomie-Verordnung) ab. 

Die nachfolgend beschriebenen Leistungen in den Kundensegmenten des Konzerns bilden einen Ausschnitt aus der breiten Angebotspalette an Industriedienstleistungen, mit denen Bilfinger die Effizienz und Nachhaltigkeit der Anlagen seiner Kunden verbessert:

Wasserstoff

Bilfinger hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zum verstärkten Einsatz von Wasserstoff als Teil einer klimafreundlichen Energiewertschöpfungskette zu leisten. Hier kann der Konzern das über Jahre aufgebaute Know-how im Bereich der Gasbehandlung für die Nutzung und den Transport von Wasserstoff in der gesamten Wertschöpfungskette einbringen.

Bei Projekten zur Herstellung von Wasserstoff agiert Bilfinger als unabhängiger Systemintegrator. Die vorhandenen Engineering-, Vorfertigungs- oder Installationskompetenzen wurden bereits in unterschiedlichen Projekten unter Beweis gestellt.

Bei Transport und Speicherung von Wasserstoff unterstützt Bilfinger vor allem den Ausbau beziehungsweise die Umrüstung der bestehenden Gasinfrastruktur. Die Erfahrungen und Fähigkeiten im Bereich der Gasbehandlung – beispielsweise bei der Gastrocknung – positionieren Bilfinger dabei als komplementären Partner für Technologieunternehmen.

Abscheidung und Weiterverarbeitung von CO2

Auch die Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage – CCS)  ist für die kommenden Jahre eine Schlüsseltechnologie, um das Ziel einer klimaneutralen Industrieproduktion zu erreichen. Indem CO2-Emissionen bereits bei ihrer Entstehung abgeschieden und anschließend weiterverarbeitet oder gespeichert werden, lässt sich die Menge an umweltbelastenden Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren.

Mit seinem Know-how entwickelt und unterstützt Bilfinger alle Aspekte der CC-Technologie. Hierzu zählen das Abscheiden der CO2-Emissionen, ihre Reinigung, Komprimierung und Verflüssigung sowie ihre Speicherung und ihr Transport. Dabei erstellt Bilfinger Machbarkeits- und Umweltverträglichkeitsstudien sowie Sicherheitskonzepte und steuert Genehmigungsprozesse. Zur Errichtung von Anlagen trägt das Unternehmen durch Engineering, Projektmanagement und Beschaffung, Fertigung und Montage notwendiger Komponenten bei. 

Kernkraft

In einer wachsenden Zahl von Ländern in Europa – dies sind derzeit vor allem das Vereinigte Königreich, Frankreich und Finnland – wird Kernkraft als Teil der nationalen Klimaschutzstrategie betrachtet. Diese Länder setzen auf moderne Kernkraftwerke, um bei einer hohen Verfügbarkeit von Energie ihre Ziele zur Verringerung von CO2-Emissionen zu erreichen. Bilfinger ist auf den dortigen Märkten als Partner für bedeutende Teile des Lebenszyklus von Kernkraftwerken gut positioniert. 

Wasserkraft

Von regionaler Bedeutung vor allem in den Alpenländern sind die Aktivitäten von Bilfinger in der Erzeugung und Speicherung von Energie durch Wasserkraft. Neben Projekten im Stahlwasserbau für Flusskraftwerke konzentriert sich Bilfinger auf die Montage von Turbinen und Armaturen sowie auf die Planung und den Bau von Druckrohrleitungen für Pumpspeicherkraftwerke. Hier kann das Unternehmen seinen Kunden ein Komplettpaket aus einer Hand anbieten: vom Engineering über die Fertigung bis zur Montage und Inbetriebnahme.

Batterieproduktion

Der dynamische Wachstumsmarkt der Batterieproduktion wird vom Trend zur nachhaltigen Reduzierung von CO2-Emissionen getragen. Die Geschäftschancen für Bilfinger liegen im Engineering und im Bau von Anlagen zur Verarbeitung der erforderlichen Rohstoffe sowie von Anlagen zur anspruchsvollen chemischen Produktion der Vormaterialien von Batterien.

Fernwärme und Abwärme

Die Optimierung kommunaler Versorgungsnetze ist ein wichtiger Bestandteil des Weges zu einer effizienteren Energienutzung. Hier verfügt Bilfinger über eine langjährige Erfahrung vor allem in den deutschsprachigen Regionen. Gerade die Fernwärmenetze bieten die Möglichkeit, Abwärme – beispielsweise von Industrieprozessen – aufzunehmen und unterschiedlichen Orten zur Nutzung zuzuführen. Netze nach gleichem Prinzip können aber auch zur dezentralen Kühlung genutzt werden, was zur erheblichen Reduzierung von Energieverbrauch und Emissionen führen kann.

Mit unserer langjährigen Erfahrung im Automobilmarkt und unserem großen Know-how in der chemischen Industrie können wir unsere Kunden auf vielfältige Weise unterstützen und ihnen helfen, ihren Beitrag zur klimafreundlichen Mobilität über die gesamte Wertschöpfungskette der Batterie zu leisten - von der Produktion der Rohstoffe und chemischen Komponenten über die Gigafactory bis hin zur Endmontage und zum Recycling."

Magda ZemanováAutomotive & Battery Market Leader for Central & Eastern Europe bei Bilfinger in der Tschechischen Republik

Das beim Betrieb von Klimaanlagen auch Wärme entsteht, ist vielen Menschen nicht bewusst. Dies führt speziell in Ballungsräumen im Sommer zu zusätzlicher Erwärmung der schon aufgeheizten Stadtzentren. Durch die gebündelte Erzeugung von Kühlwasser außerhalb der Stadt kann dieser Effekt durch die Bereitstellung von Fernkälte deutlich verringert werden!"

Markus GrubmairIndustrie- und Kraftwerksrohrleitungsbau bei Bilfinger in Österreich

Durch die hohe Flexibilität und Zuverlässigkeit, die Bilfinger bei seinen Leistungen bietet können wir unsere Kunden beim Thema Wasserkraft optimal unterstützen. Dies spiegelt sich unter anderem in der großen Anzahl unserer langjährigen Kundenbeziehungen wider."

Stephan EbnerGeschäftsbereichsleiter Hydro bei Bilfinger in Österreich

Im Vergleich zu CCS (Carbon Capture Storage) kann der verstärkte Einsatz von CCU-Technologien (Carbon Capture Utilization) sowohl wertvolle Rohstoffe einsparen als auch Kohlenstoffemissionen reduzieren und damit einen wirtschaftlich tragfähigen Business Case für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgasemissionen schaffen."

Massimo PardocchiGlobal Development Director Projects & Key Account Management bei Bilfinger

Produkte

Neben der Ausrichtung auf diese Kundensegmente bietet Bilfinger seinen Auftraggebern aus den Branchen Chemie & Petrochemie, Pharma & Biopharma, Öl & Gas sowie Energie eine umfassende Palette an Produkten, die zur Verbesserung von Effizienz und Nachhaltigkeit beitragen. So können Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz vorhandener Anlagen erhebliche Wirkung zur Reduzierung von Energieverbrauch und Emissionen entfalten. Trotz wesentlicher neuer Vorhaben für Investitionen in die Nutzung regenerativer Energieträger werden die CO2-Emissionen der kommenden Jahre maßgeblich von Bestandsanlagen der Industrie bestimmt bleiben. Diese müssen optimiert und modernisiert werden, um Energieverbrauch und Emissionen bei gleicher Auslastung zu reduzieren.

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Maßnahmen, die in der bestehenden Infrastruktur ausgeführt werden können, sind beispielsweise eine verbesserte Temperaturdämmung durch Isolierung. Diese Leistungen sind ein wichtiger Teil des Angebotsportfolios des Konzerns. Darüber hinaus kann ein von Bilfinger eingesetztes, zertifiziertes Analyseverfahren – Thermal Insulation Performance (TIP)-Check – Aufschluss über Energie- und Wärmeverluste durch schlecht isolierte Bauteile geben und so dabei helfen, optimal isolierende Materialien an den erforderlichen Stellen anzubringen.

Ein komplexeres Energieeffizienzverfahren, das Bilfinger einsetzt, ist die Pinch-Analyse. Sie wertet die Kälte- und Wärmeströme eines Prozesses aus und liefert neben einer Bestandsaufnahme auch einen theoretischen idealen Anlagenzustand. Von diesem Idealzustand ausgehend entwickelt Bilfinger anschließend ein individuelles Energieeffizienzkonzept und schlägt Modifikationen der Anlage vor, die die Kälte- und Wärmekopplung optimieren.

Zum Erreichen von Unternehmens- und Nachhaltigkeitszielen steht die Prozessindustrie vor einer Transformation. Anlagen und Prozesse müssen effizienter und nachhaltiger werden. Dabei unterstützt Bilfinger als Lösungspartner mit einem umfangreichen Portfolio und langjähriger Expertise."

Gerald PilottoGlobal Development Senior Vice President bei Bilfinger
Effizienz und Nachhaltigkeit als Wachstumsmarkt

Effizienz und
Nachhaltigkeit als
Wachstumsmarkt

Grundlage zur Messung des Umsatzes in den genannten Kundensegmenten und mit Produkten zur Verbesserung von Effizienz und Nachhaltigkeit bildet eine detaillierte Erfassung der Kundenverträge nach Anlagentyp und Gewerk.

Insgesamt belief sich der Umsatz mit diesen Tätigkeiten im Berichtsjahr auf 713,0 (Vorjahr: rund 500) Mio. €. Der Anstieg ist zum einen auf deutlich gestiegene Umsätze zurückzuführen, hinzu kam im Vergleich zum Vorjahr auch eine Verbesserung der Qualität in der Datenerfassung.

Konsolidierte Angaben gemäß
Artikel 8 EU-Taxonomie-Verordnung

Die EU-Taxonomie-Verordnung ist eine Schlüsselkomponente des Aktionsplans der Europäischen Kommission zur Umlenkung von Kapitalströmen in nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten. Sie stellt einen wichtigen Schritt zur Erreichung der Klimaneutralität Europas bis 2050 dar. Dabei dient die EU-Taxonomie als Klassifizierungssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten.

Weitere Informationen zur EU-Taxonomie-Verordnung finden Sie hier.

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