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Studie: Rund 200 kommerzielle CCS-Projekte weltweit

Die Anzahl an CCS-Projekten steigt weltweit deutlich an – und zu erwarten ist, dass sich das Wachstumstempo noch erhöhen wird. Denn in immer mehr Ländern wird die CCS-Technologie gefördert. Zu diesen Ergebnissen kommt die jüngste Marktanalyse des Global CCS Institute.

Rund um den Globus ist das Interesse an der CCS-Technologie erneut gestiegen. Das Global CCS Institute, eine Denkfabrik für Klimaschutz, führt in seiner Studie „Global Status of CCS 2022“ insgesamt 196 kommerzielle CCS-Anlagen auf. Von diesen sind 30 Projekte bereits in Betrieb, 11 im Bau und 153 in der Entwicklung. 2022 sind 61 neue Anlagen hinzugekommen. Insgesamt ist dadurch die CO2-Abscheidungskapazität aller in der Entwicklung befindlichen CCS-Anlagen auf 244 Millionen Tonnen pro Jahr (MTPA) gestiegen. Dies bedeutet einen Anstieg von 44 Prozent in den letzten 12 Monaten.

Jarad Daniels, CEO des Global CCS Institute, geht davon aus, dass das Wachstumstempo bei der Entwicklung und Umsetzung von CCS-Projekten noch weiter steigen dürfte. Wesentlicher Grund hierfür ist, dass immer mehr Länder und Unternehmen daran arbeiten, ihre Klimaziele umzusetzen „Die neuesten und glaubwürdigsten wissenschaftlichen Analysen von Organisationen wie dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und der Internationalen Energieagentur (IEA) zeigen, dass das Erreichen unserer Klimaziele ohne CCS praktisch unmöglich ist“, so Daniels. „Für viele wichtige Industrien wie die Zement- und Chemieproduktion gibt es für eine tiefgreifende Dekarbonisierung keinen anderen gangbaren Weg als CCS.“

CCS wird zunehmend wettbewerbsfähig
Mit der zunehmenden Anzahl von CCS-Projekten und einer sich kontinuierlich verbessernden Technologie sind für die Zukunft sowohl Einsparungen bei den Kosten als auch eine höhere Performance der Anlagen zu erwarten. „Unter anderem dank der staatlichen Förderprogramme rund um die Welt wird CCS über 
die gesamte Wertschöpfungskette – von der Abscheidungstechnologie bis zur Speicherung – zunehmend wettbewerbsfähig“, erklärt Daniels. „Wir erwarten, dass noch mehr strategische Partnerschaften und Kooperationen den Einsatz vorantreiben werden, insbesondere durch CCS-Netzwerke.“

Trotz der steigenden Bedeutung von CCS hält Daniels die weltweiten Anstrengungen zur Reduzierung von Emissionen immer noch für unzureichend: „Die Politik der Regierungen muss mit privatem Kapital kombiniert werden, um das volle Potenzial von CCS zu erschließen und die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Obwohl der Einsatz von CCS rasch zunimmt, brauchen wir eine Steigerung um mindestens den Faktor 100, wenn wir die Pariser Klimaziele erreichen wollen.“

Die zentralen Ergebnisse des „Global Status of CCS 2022“:

  • 2022 gab es 30 kommerziell betriebene CCS-Anlagen, 11 Anlagen im Bau und 153 in verschiedenen Entwicklungsstadien.
  • Die Abscheidekapazität der CCS-Projekte in der Projektpipeline beträgt 244 Millionen Tonnen pro Jahr (MTPA) – ein Anstieg von 169 MTPA im Jahr 2021.
  • In den USA ist die Besteuerung von CCS-Projekten verringert worden. Erste Analysen deuten darauf hin, dass dadurch der Einsatz von CCS bis 2030 um das 13-fache steigen könnte.
  • Die Regierung in Kanada sieht CCS weiterhin als wichtigen Bestandteil ihrer Dekarbonisierungspolitik an und entwickelt derzeit eine CCUS-Strategie, die nach bisherigen Planungen eine CCUS-Steuergutschrift vorsieht.
  • In Europa hat die dänische Regierung über einen Zeitraum von zehn Jahren 5 Milliarden Euro für CCS bereitgestellt, und die niederländische Regierung hat das SDE++-Programm seit seinem Start auf 13 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Mehrere Länder in Europa, darunter Polen, Bulgarien und Finnland, betreten dank des Förderprogramms des EU-Innovationsfonds zum ersten Mal den CCS-Markt.
  • Im asiatisch-pazifischen Raum kündigte Thailand sein erstes CCS-Projekt an, in China wurde das erste Millionen-Tonnen-Projekt in Betrieb genommen und in Australien wurden neue Projekte in Victoria und Westaustralien angekündigt sowie beachtliche Fortschritte im Northern Territory erzielt.

Das Global CCS Institute

Das Global CCS Institute ist ein internationaler Think Tank mit dem Ziel, den Einsatz der CCS-Technologie zu fördern. Zu den Mitgliedern des Instituts gehören Regierungen, globale Konzerne, Privatunternehmen, Forschungseinrichtungen und Nichtregierungsorganisationen. Mit einem Team von Fachleuten, die mit und im Namen der Mitglieder arbeiten, sorgt das Global CCS Institute für den Austausch von Fachwissen sowie den Aufbau von Kapazitäten und bietet Beratungs- und Unterstützungsleistungen an. Hauptsitz des Instituts ist Melbourne. Büros unterhält das Institut in Washington DC, Brüssel, Peking, London, Tokio und Abu Dhabi.