Bilfinger startet Pilotprojekt zur Entschwefelung von Schiffsabgasen

21.05.2015

Bilfinger führt im Auftrag der Reederei Carl Büttner aus Bremen ein Pilotprojekt für die Ausrüstung eines Schiffes mit einer großtechnischen Entschwefelungsanlage für die Rauchgase der Schiffsmotoren aus. Die Anlage wird im Frühjahr 2016 auf dem Schiff installiert und in Betrieb genommen. Der Vertrag beinhaltet zudem eine langfristige Servicevereinbarung für die Entschwefelungsanlage.
 
Nachdem in Europa Entschwefelungsanlagen bislang vor allem für Kraftwerke relevant waren, wird nun deren Einsatz für Schiffsmotoren geprüft. Schiffe verwenden als Treibstoff Schweröl, das bis zu einigen Prozent Schwefel enthalten kann. Der Schwefel wird als Schwefeldioxid freigesetzt und verschmutzt die Luft erheblich. Zur Verbesserung der Luftqualität, insbesondere in der Nähe der Küsten, wurden Umweltzonen – so genannte ECA (Emission Control Areas) – eingerichtet. Derzeit gehören zu diesen Zonen die Nord- und Ostsee sowie die Küsten vor Nordamerika. In den nächsten fünf bis zehn Jahren sollen die Zonen auf die gesamten Weltmeere ausgedehnt werden. Bereits seit Beginn dieses Jahres dürfen Schiffe in den ECA-Zonen nur schwefelarme Kraftstoffe verwenden oder müssen alternativ Entschwefelungsanlagen einsetzen.
 
Babcock Noell hat in den letzten Jahren viele Entschwefelungsanlagen für Kraftwerke und Industrieanlagen geplant und gebaut. Diese Erfahrungen bilden die Basis zur Entwicklung einer Entschwefelungsanlage für Schiffe.