Bilfinger senkt Prognose für 2014

30.06.2014

  • Erhebliche Investitionszurückhaltung durch Energiewende in Deutschland und anderen Ländern Zentraleuropas
  • Kapazitätsanpassungen und Kostensenkungsprogramme eingeleitet
  • Mittelfristige Profitabilitätsziele bestätigt

Die Bilfinger SE, Mannheim, wird die abgegebene Prognose einer deutlichen Ergebnissteigerung für das Jahr 2014 nicht erreichen. Die mittelfristigen Profitabilitätsziele werden aber bestätigt.

Insbesondere das Geschäftsfeld Power leidet unter den Folgen der Energiewende in Deutschland, die bei den Energieversorgern zu einer erheblichen Investitionszurückhaltung führt. Die negativen Auswirkungen auf das Investitionsverhalten in anderen Ländern Zentraleuropas waren in ihrer Dimension nicht absehbar. So verhindert beispielsweise kostenloser deutscher Windstrom Kraftwerksneubauten in Polen. Besonders betroffen von dieser Entwicklung ist die Division Piping Systems. Im Geschäftsfeld Industrial spürt der Öl- und Gassektor die drastischen Sparmaßnahmen seiner europäischen Kunden in der Wartung und Instandhaltung, ausgelöst durch die sinkenden Gaspreise in den USA. Fehlende deutsche Kraftwerksprojekte führen dazu, dass Gerüstbauer und weitere Gewerke auf andere Märkte ausweichen; dies verstärkt den Preisdruck in der Prozessindustrie.

All diese Entwicklungen üben Druck auf Auslastung und Margen aus, was die Wachstumspläne des Unternehmens insbesondere im Geschäftsfeld Power beeinträchtigt.

Prognose für 2014

Bilfinger erwartet jetzt für 2014 bei einer Leistung von rund 7,9 Mrd. € (2013 vergleichbar, ohne die zum Verkauf gestellten Aktivitäten: 7,7 Mrd. €) einen Ergebnisrückgang. Das bereinigte EBITA (2013 vergleichbar: 419 Mio. €) wird voraussichtlich zwischen 380 und 400 Mio. €, das bereinigte Konzernergebnis (2013 vergleichbar: 255 Mio. €) zwischen 230 und 245 Mio. € liegen.

Im Geschäftsfeld Industrial rechnet das Unternehmen bei einer Leistung von rund 3,7 Mrd. € (2013 vergleichbar: 3,7 Mrd. €) mit einem Anstieg der EBITA-Marge auf gut 6 Prozent (2013 vergleichbar: 5,7 Prozent).

Im Geschäftsfeld Power wird die EBITA-Marge aufgrund der aktuell geringeren Auslastung in der Division Piping Systems sowie einiger schwächerer Projektergebnisse deutlich zurückgehen auf eine Größenordnung von 6 Prozent (2013 vergleichbar: 8,9 Prozent), es ist eine Leistung von rund 1,5 Mrd. € (2013 vergleichbar: 1,7 Mrd. €) zu erwarten.

Das Geschäftsfeld Building and Facility wird mit einer EBITA-Marge von rund 5 Prozent (2013: 4,9 Prozent) am oberen Ende des Zielbands liegen und sich mit einer Leistung von rund 2,7 Mrd. € (2013: 2,3 Mrd. €) unverändert positiv entwickeln.

Im ersten Halbjahr 2014 wird das bereinigte EBITA deutlich unter dem Vorjahreswert liegen.

Kapazitätsanpassungen in den Geschäftsfeldern Power und Industrial

Bilfinger wird aufgrund der beschriebenen Entwicklungen die Kapazitäten im besonders betroffenen Geschäftsfeld Power und auch im Geschäftsfeld Industrial anpassen sowie unverzüglich weitere kurzfristige Kostensenkungsprogramme initiieren. Dies wird im zweiten Halbjahr zu einem zusätzlichen Restrukturierungsaufwand in niedriger bis mittlerer zweistelliger Millionenhöhe führen. Darüber hinaus wird das laufende Effizienzsteigerungsprogramm Excellence beschleunigt umgesetzt.

Mittelfristige Margenziele bestätigt

Seine mittelfristigen Volumenziele wird Bilfinger überprüfen und die neuen Ziele im Bericht zum dritten Quartal 2014 erläutern. Bei den Margenzielen sind in den Geschäftsfeldern Industrial sowie Building and Facility keine Anpassungen erforderlich. Nach der Restrukturierungsphase strebt Bilfinger ab 2016 für das Geschäftsfeld Power wieder eine Marge oberhalb von 8 Prozent an.

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