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Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz stehen für Bilfinger an erster Stelle

Die Unversehrtheit aller Mitarbeitenden steht für Bilfinger an erster Stelle. Kein Mitarbeitender soll durch seine Arbeit gesundheitlich beeinträchtigt werden. Für die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz existieren unterschiedliche Managementansätze in unserem Konzern. Während es für Arbeitssicherheit konzernweit einheitliche Standards und zentral koordinierte Kampagnen gibt, wird Gesundheitsschutz nicht von zentraler Stelle gesteuert.

Programme zur Erhaltung der Mitarbeitergesundheit, zum Beispiel Programme zur Ergonomie, zu psychischen Anforderungen und Belastungen oder Vorsorgeuntersuchungen, sind in der Verantwortung der Einheiten und damit dezentral organisiert. Bei Ereignissen von besonderer Bedeutung übernimmt Corporate HSEQ eine koordinierende Funktion, wie etwa im Fall der COVID-19- Pandemie, die auch im Jahr 2021 einen wesentlichen Einfluss auf unser Geschäft hatte.

HSEQ Grundsätze

 

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Aspekte der Arbeitssicherheit haben zentrale Bedeutung für alle unsere Aktivitäten. Darüber hinaus sind sichere Arbeitsprozesse, die Berichterstattung über Kennzahlen zur Arbeitssicherheit sowie die Durchführung von Arbeitssicherheitskampagnen wichtige Kriterien, die von unseren Kunden bei der Auftragsvergabe häufig abgefragt werden. Corporate HSEQ schafft durch seine zentrale Governance-Funktion die Voraussetzungen für das konzernweite HSEQ-Management und koordiniert das Themenfeld Arbeitssicherheit im Konzern zusammen mit den regionalen und lokalen HSEQ-Spezialisten. So werden die Gesellschaften bei der Einhaltung von Arbeitssicherheitsstandards sowie der Umsetzung und Weiterentwicklung der Programme und Maßnahmen unterstützt. Die von Corporate HSEQ erarbeiteten Arbeitssicherheitsstandards finden ihren Ausdruck in konzernweit einheitlichen Richtlinien. Die Verantwortung für die Einhaltung dieser Richtlinien liegt bei den Führungskräften der Einheiten vor Ort, die zudem auf die jeweiligen lokalen Gesetze und Arbeitsbedingungen gesondert eingehen müssen. Entsprechend den rechtlichen Vorgaben sind in den eigenständigen Gesellschaften Arbeitsschutzausschüsse etabliert. Um HSEQ-Ereignisse weltweit nach einheitlichen Standards erfassen, bearbeiten und kommunizieren zu können, setzen wir eine Management-Software (Synergi Life, bei Bilfinger ACTIVE genannt) ein. Alle Arten von HSEQ- Ereignissen können mithilfe einer App direkt vor Ort schnell und flexibel durch Führungskräfte und Mitarbeitende erfasst werden. Die Analyse von Ereignissen ist von zentraler Bedeutung für die kontinuierliche Verbesserung. Ein IT-basierter Workflow unterstützt die Mitarbeitenden und Vorgesetzten bei der Analyse der Ursachen und erleichtert die Entwicklung von Korrekturmaßnahmen, um ähnliche Situationen in Zukunft zu vermeiden. Über die Sicherheit am Arbeitsplatz informiert ein an den Vorstand gerichteter HSEQ-Quartalsbericht, der alle Konzerngesellschaften beinhaltet. Besonders schwere Unfälle werden umgehend an den Vorstand gemeldet. Über deren Analyse sowie erforderliche Korrekturmaßnahmen wird dieser fortlaufend informiert. Das Ziel aller unserer Maßnahmen ist es, die Arbeitssicherheit kontinuierlich weiter zu verbessern. Unser Anspruch „Zero is possible“ hilft uns, Unfälle kontinuierlich zu reduzieren.

Um dieses Ziel zu erreichen, ergreifen wir nicht nur entsprechende technische und organisatorische Maßnahmen, sondern thematisieren die Arbeitssicherheit auch immer wieder durch unterschiedliche Kommunikationsmittel, um die Aufmerksamkeit für HSEQ-Themen zu erhöhen. So weisen wir beispielsweise alle Mitarbeitende in Form von monatlichen „Safety-Moments“-Rundschreiben auf generelle Arbeitssicherheitsaspekte sowie die aktuelle Unfallstatistik hin. Darüber hinaus erscheinen monatliche Beiträge in der Bilfinger Mitarbeiterzeitung Bilfinger Update, in der unterschiedliche Themen adressiert werden. Das Commitment der Führungskräfte bis hin zu den Mitgliedern des Vorstands ist ein wesentlicher Baustein des Erfolgs. So gehört es beispielsweise konzernweit zu den Aufgaben der Führungskräfte, regelmäßig eine von ihrem Aufgabengebiet abhängige Anzahl von Sicherheitsbegehungen (Safety Walks) durchzuführen, dabei Risiken und Gefahren anzusprechen, die Mitarbeitenden für Arbeitssicherheitsfragen zu sensibilisieren und ihre Begehungen zu dokumentieren. Die Ergebnisse der Sicherheitsbegehungen können mobil – während der Begehung – erfasst werden und fließen direkt in unsere zentrale HSEQ-Software ein. Zur Sensibilisierung für Arbeitssicherheitsthemen tragen wesentlich unser Sicherheitsprogramm Safety Works! und die in diesem Zusammenhang entwickelten Informationskampagnen bei. Im Jahr 2021 haben wir eine Sicherheitskampagne auf Basis der überarbeiteten Life Saving Rules mit dem Titel „Arbeiten im Einwirkbereich“ (Line of Fire) durchgeführt. Ziel der Kampagne ist es, unsere Mitarbeitenden mit den sechs wichtigsten Gefährdungen der Life Saving Rules „Arbeiten im Einwirkbereich“ vertraut zu machen. Dabei werden erstmals auch QR-Codes zum Einsatz gebracht, die kurze Aktivierungs-Videos zu den jeweiligen Themen zeigen.


Beispiele unserer Safety Awards

Mit unserem jährlich verliehenen Safety Award honorieren wir sowohl herausragende Sicherheitsinitiativen als auch innovative Ideen zur kontinuierlichen Verbesserung der Sicherheitsleistung. Die konzernweite Auszeichnung soll die erbrachte Leistung aller Mitarbeitenden und Führungskräfte, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben, würdigen und zusätzlich dazu motivieren, sich für sichere Arbeitsbedingungen und den Erhalt der Gesundheit aller Beschäftigten zu engagieren.

 

 

 

Im Rahmen der Bilfinger Matrix-Zertifizierung sind 39 Gesellschaften mit 144 Standorten nach dem Arbeitsschutzstandard DIN EN ISO 45001 sowie neun Gesellschaften mit 42 Standorten nach dem Standard Safety Certificate Contractors Petrochemical (SCCP) zertifiziert.

Wir führen in allen unseren Tochtergesellschaften regelmäßige interne Audits durch, die im Jahr 2021 aufgrund der COVID-19-Pandemie nur in eingeschränktem Maße stattgefunden haben. Zu diesen internen Audits kommen weitere externe Audits hinzu, zum Beispiel durch Zertifizierer, Behörden oder Kunden, die aufgrund der Pandemie zum Teil auch remote durchgeführt wurden.

 

 

"Null Unfälle" ist möglich

Beim Thema Arbeitssicherheit verwenden wir die Kennzahlen LTIF  (Lost Time Injury Frequency: die Anzahl von Arbeitsunfällen ab einem Ausfalltag, bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden) und Todesfälle. Die Kennzahl LTIF hat im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen, liegt aber mit einem Wert von 0,21 unter dem Industriedurchschnitt*.

Bedauerlicherweise hatten wir im Jahr 2021 einen Arbeitsunfall mit Todesfolge zu verzeichnen und haben durch die Pandemie weltweit bisher 15 (2 im Jahr 2020 und 13 im Jahr 2021) Mitarbeitende verloren.

* Stand 2020

 

 

 

Ich bin stolz sagen zu können, dass wir ein System für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz bei unserem Projekt für Clariant etablieren konnten, durch das mehr als 800 Menschen zwei Jahre ohne Unfall mit Ausfallzeit gearbeitet haben. Auch während der Pandemie haben wir unsere Arbeit nicht einen Tag unterbrechen müssen. Wir haben schnell, effektiv sowie professionell reagiert und umfassende Sicherheits- und Hygiene-Maßnahme innerhalb sehr kurzer Zeit eingeführt."

Ion SoareHSE Manager bei Bilfinger Tebodin

Ich unterstütze gerne andere dabei, die Bedeutung von Arbeitsplatzsicherheit zu verstehen. Mein Anliegen ist es sicherzustellen, dass jeder abends so sicher und gesund nach Hause kommt, wie er auch morgens zur Arbeit gekommen ist. Das ist der Sinn unserer Bemühungen zur Arbeitssicherheit bei Bilfinger. "

Andrew RichardsonHSEQ Director bei Centennial Contractors Enterprises Inc.

Arbeitssicherheit hat für uns ganz klar Priorität, denn die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist das höchste Gut. Unser Ziel ist es, ein unfallfreies Unternehmen mit einer jederzeit gesunden und einsatzfähigen Mannschaft zu sein."

Michael BenischHSEQ-Beauftragter bei Bilfinger Industrial Services GmbH

Wir zeigen mit jedem Projekt, dass wir flexibel und schnell arbeiten – aber nie zulasten der Sicherheit. Wir achten stets aufeinander und haben immer ein aus-gearbeitetes Rettungskonzept parat."

Saskia LüghausenIndustriekletterin bei Bilfinger arnholdt

Um uns selbst, unsere Kollegen und unsere Kunden nicht zu gefährden, sollte jeder einzelne von uns sicher arbeiten. Denn beim Thema Arbeitssicherheit kommt es auf uns alle an. Mit einer unsicheren Handlung kann man auch andere gefährden. Deshalb ist Sicherheit bei uns Teamarbeit."

Christian HoferGeschäftsbereichsleiter Energieverteilung und -speicherung bei Bilfinger Industrial Services GmbH



Unsere HSEQ-Ziele für 2022

Die Executive Presidents unserer Regionen und Divisionen setzen sich jedes Jahr konkrete HSEQ-Ziele: 

Gesundheit am Arbeitsplatz
  • Proaktive Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter
  • Etablierung von Experten für psychische Gesundheit und stärkere Fokussierung
  • Verringerung der gesundheitsbedingten Fehlzeiten
Sicherheit
  • Nachhaltige Senkung von LTIF und TRIF
  • Ausgewogenes Verhältnis von Früh- und Spätindikatoren zur Steuerung von Verbesserungen
  • Präventive Verhaltensweisen und Prozesse stärken
Umwelt
  • Erhebliche Fortschritte bei der Erreichung des Netto-Null-Ziels
  • Einführung einer Strategie für nachhaltige Industriedienstleistungen
  • Registrierung und Analyse aller umweltbezogenen Vorfälle
Qualität
  • Bewertung und Verständnis der Ursachen für schlechte Qualität
  • Stärkung der Qualitätssysteme
  • Fortsetzung der Lean-Reise zur Steigerung von Effizienz und Reproduzierbarkeit



Gesundheitsschutz

Im Mittelpunkt des Gesundheitsschutzes stand im Berichtsjahr der Umgang mit der COVID-19-Pandemie, die wesentliche Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung unseres Unternehmens hatte. Dies ist umfangreich im Lagebericht erläutert.

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Unserer dezentralen Organisation entsprechend lag die Verantwortung für die konkreten Maßnahmen im Hinblick auf die jeweilige lokale COVID-19-Situation bei unseren Einheiten. Zur Steuerung hatte sich das in der Zentrale nach dem Ausbruch der Pandemie in Europa unverzüglich gebildete Corona Intervention Team etabliert. Der Umgang mit der COVID-19-Pandemie war auch im Geschäftsjahr 2021 ein wesentlicher Gegenstand der internen Unternehmenskommunikation. Corporate HSEQ hat dazu in der Managementsoftware ACTIVE ein aussagekräftiges Dashboard aufgebaut, um jederzeit einen aktuellen Stand aller COVID-19-Fälle im Gesamtkonzern abrufen zu können. Dabei erheben wir für den Gesamtkonzern die Anzahl der Mitarbeitenden, die an COVID-19 erkrankt sind, die Schwere der Krankheitsverläufe, den Quarantänestatus sowie die Anzahl der genesenen und wieder an den Arbeitsplatz zurückgekehrten Mitarbeitenden. Die Auswahl und Umsetzung der Maßnahmen zum Umgang mit der Pandemie erfolgt in lokaler Verantwortung. So war und ist ein spezifisches Reagieren auf die Entwicklungen vor Ort zeitnah und effektiv möglich. Je nach Aufgabenfeld und Kontaktintensität der Mitarbeitenden wird somit ein angepasster Ansatz verfolgt mit dem Ziel, die Auswirkungen auf die Gesundheit unserer Mitarbeitenden und ihrer Familien so gering wie möglich zu halten.

Vielfalt beflügelt Entwicklung

Mitarbeiterentwicklung und Vielfalt

Unser Geschäftsmodell als Industriedienstleister ist von der Verfügbarkeit, den Fähigkeiten und der Werteorientierung unserer Mitarbeitenden geprägt. Wesentlich sind dabei die kontinuierliche Weiterbildung und die Qualifizierung unserer Mitarbeitenden.

Unser Konzept

Die konzernweite Governance im Personalbereich basiert auf Mindeststandards, die in unseren Konzernrichtlinien verankert sind und damit für alle Mitarbeitende Gültigkeit haben. Sie betreffen unter anderem die Bereiche Reporting, Vergütung und Talentmanagement. Verantwortlich für die Umsetzung der Mindestanforderungen sind sogenannte Business Partner in den Konzerngesellschaften, die als Ansprechpartner für das Management und für die Mitarbeitenden der einzelnen Gesellschaften dienen. Als Bindeglied zwischen Corporate Human Resources und den Konzerngesellschaften fungieren regionale Personalleiter, die für die einzelnen Regionen benannt sind.

Zu den wichtigsten längerfristigen Initiativen im Personalbereich zählte die im Jahr 2020 abgeschlossene Einführung der Personalmanagementsoftware SAP SuccessFactors (intern HRcules genannt). Damit verfügen wir über eine unternehmensweite und integrierte Prozess- und Systemlandschaft, auf deren Grundlage Berichts- und Steuerungsfunktionen weiterentwickelt werden können. So wurden im Jahr 2021 im Rahmen der Initiative Basic KPIs erste zentrale Personalkennzahlen definiert, um eine valide Messung in den kommenden Jahren zu ermöglichen. Die Reportingfunktionalitäten in SAP SuccessFactors sollen  2022 weiterentwickelt werden, sodass künftig auch eine vereinfachte Visualisierung der erhobenen Daten ermöglicht wird.

Mit Blick auf die Frage der Zufriedenheit der Mitarbeitenden bei Bilfinger hat der Vorstand im Jahr 2021 die Initiative Meet the Board gestartet. In 14 überregionalen und hierarchieübergreifenden Gesprächsrunden hat der Vorstand im Geschäftsjahr 2021 Kernbotschaften in Bezug auf die strategische Ausrichtung von Bilfinger erläutert und gleichermaßen Meinungen und Stimmungsbilder aufgenommen. Aufbauend auf den Erkenntnissen sollen nun Initiativen abgeleitet werden, die auf die identifizierten Fokusthemen eingehen.

Erfahren Sie mehr über Mitarbeiterentwicklung bei Bilfinger

Die zentralen Personalmanagementprozesse sind in unserem HR-Kalender skizziert. Sie betreffen beispielsweise die jährliche Leistungsbeurteilung, Entwicklungsplanung und Gehaltsrunden im Verlauf eines Geschäftsjahres. Durch HRcules verfolgen wir unseren jährlichen Leistungs- und Entwicklungszyklus auch in digitaler Form. Corporate HR stellt Gesprächsleitfäden für die jährlichen Mitarbeitergespräche zur Verfügung, mit deren Hilfe Angestellte, gewerbliche Mitarbeitende und ihre Vorgesetzten das Erreichte reflektieren und strukturiert resultierende Entwicklungsmaßnahmen definieren. Mitarbeitende im Angestelltenbereich legen darüber hinaus individuelle Ziele für das kommende Jahr fest.

Für die Entwicklung und Bindung von internen Talenten haben wir auf Konzernebene unterschiedliche Programme für Potenzialträger sowie für die Führungsebenen 2 bis 4 etabliert.

Im Rahmen des jährlichen Talent Reviews erfolgen eine Evaluation und Kalibrierung des Potenzials der Mitarbeitenden im Angestelltenbereich. In strukturierten Gesprächen werden potenzielle Nachfolger für Schlüsselpositionen identifiziert und somit eine langfristige Nachfolgeplanung gefördert. Der Talent-Review-Prozess geschieht in Zusammenarbeit der Vorgesetzten und lokaler Personalabteilungen mit Corporate Human Resources sowie mit dem Vorstand. Der Potenzialermittlung des Talent Reviews folgt eine Nominierung zu den globalen Führungskräfteentwicklungsprogrammen, die der Weiterentwicklung von Führungs- und Fachkompetenzen sowie der Vernetzung dienen. Im Jahr 2021 erfolgte eine Überarbeitung dieser globalen Führungskräfteentwicklungsprogramme, um insbesondere hybride Lernformate anbieten zu können.

Neben den Programmen zur Führungskräfteentwicklung bündelt die Bilfinger Academy die internen Weiterbildungsangebote für alle Mitarbeitenden. Zwei Mal im Jahr wird eine konzernweite Digital Learning Week durchgeführt, zu der sich die Mitarbeitenden in Abstimmung mit den Vorgesetzten online für Workshops, Seminare und Trainings registrieren können. Im Jahr 2021 umfassten die behandelten Themenfelder beispielsweise IT-Anwendungen, Projektmanagement, Kommunikation und interkulturelle Kompetenz. Zudem haben wir im Rahmen der Learning Week neben externen Trainern auch interne Vermittler von Fachwissen in die Veranstaltungsreihen aufgenommen. So fördern wir den Wissensaustausch und die fachliche Vernetzung der Mitarbeitenden über regionale und funktionale Grenzen hinweg.

Zur speziellen Förderung von Projektmanagementfähigkeiten, die im Geschäftsmodell von Bilfinger an vielen Stellen eingesetzt werden, haben wir zusammen mit externen Trainern eine Qualifizierungsreihe eingeführt, die eine Ausbildung nach dem international anerkannten Standard des Project Management Instituts (PMI) anbietet.

Auf regionaler und lokaler Ebene bieten die operativen Einheiten von Bilfinger je nach regionalen Erfordernissen zusätzliche Entwicklungs- und Weiterbildungsangebote an.

Erfahren Sie mehr über Vielfalt bei Bilfinger

Die Vielfalt der Mitarbeitenden ist für den Bilfinger Konzern von grundlegendem Wert. Wir sind ein international ausgerichteter Konzern mit einer Bandbreite an Regionen, Sprachen und Nationalitäten und verstehen Vielfalt als Unterschiede in Bezug auf Herkunft, Alter, Geschlecht, Religion, Familienstand, Fähigkeiten oder Persönlichkeit und Ausbildung. Wir sind der Überzeugung, dass gerade diese Vielfalt an Talenten, Einstellungen, Perspektiven, Stärken, Fähigkeiten und Eigenschaften unserer Mitarbeitenden Bilfinger einzigartig macht und zu Kreativität, Innovation sowie langfristigem Geschäftserfolg beiträgt.

Im Sinne der Förderung von Innovationen und der Entwicklung unserer Mitarbeitenden wollen wir ein diskriminierungsfreies, von Offenheit und Integration geprägtes Arbeitsumfeld schaffen.

Wir haben das Verbot von Diskriminierung in unserem Verhaltenskodex verankert. In diesem Zusammenhang achten wir insbesondere die Vorgaben des deutschen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Nähere Informationen zum Umgang mit Verstößen gegen den Verhaltenskodex, worunter auch Diskriminierung fällt, sind im Kapitel B.5.2 Governance dargelegt. Diese Haltung zur kulturellen Vielfalt und Chancengleichheit – verbunden mit der Verpflichtung, ihre Umsetzung im Unternehmen voranzutreiben – hat Bilfinger mit dem Beitritt in den Verein „Charta der Vielfalt“ im Geschäftsjahr 2021 bekräftigt.  

Im Geschäftsjahr 2021 wurde die Erarbeitung eines Konzepts initiiert, dessen Entwicklungsphase im kommenden Geschäftsjahr fortgeführt wird. Bezüglich der nachhaltigen Verankerung von Vielfalt bei Bilfinger setzt das Konzept auf die folgenden drei Schwerpunkte: Recruiting & Nachfolgeplanung, Training & Entwicklung sowie Kommunikation. Hierbei verfolgt Bilfinger gemäß dem Modell der sieben Vielfaltsdimensionen der Charta der Vielfalt einen ganzheitlichen Ansatz  mit einem breiten Spektrum an Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt. Dieser konzentriert sich nicht ausschließlich auf einzelne, ausgewählte Dimensionen der Vielfalt, sondern umfasst neben individuellen persönlichen Merkmalen auch Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten.  

Wir fördern Vielfalt, um das volle Potenzial unserer Beschäftigten auszuschöpfen und die bewusste Entwicklung der personellen Vielfalt im Sinne eines wertschätzenden und produktiven Umgangs mit Unterschieden im Konzern zu stärken.  

Im Rahmen der genannten Schwerpunktbereiche konnten im Geschäftsjahr 2021 bereits bestehende Einzelmaßnahmen in einem Rahmenwerk gebündelt und ausgebaut werden. Gleichzeitig  wurden zusätzliche Maßnahmen initiiert. Die Maßnahmen im Fokusbereich „Recruiting & Nachfolgeplanung“ zielen auf die stärkere Berücksichtigung von Vielfalt bei Rekrutierungs- und Beförderungsprozessen ab. Letzteres konnte insbesondere durch die Etablierung einer neuen globalen  Rolle „Talent Partner“ sowie der Ausrichtung von globalen, internen Marketplaces unterstützt werden. 

Im Mittelpunkt des im Geschäftsjahr 2021 neu gestarteten, globalen Bilfinger Mentoringprogramms steht der Erfahrungsaustausch zwischen weniger erfahrenen und berufserfahrenen Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen und Ländern, um den Wissenstransfer und den Perspektivwechsel im Bilfinger Konzern nachhaltig zu unterstützen. Wir sind der Ansicht, dass das Bilfinger Mentoringprogramm eine perfekte Ergänzung zum bestehenden Mentoringprogramm zur Förderung von Frauen in Führungspositionen darstellt. 

Internationalität und kulturelle Diversität sind in einem global agierenden Unternehmen wie Bilfinger mit Mitarbeitenden aus insgesamt 115 Nationen gelebter Unternehmensalltag. Um die interkulturelle Zusammenarbeit zu stärken sowie unbewusste Voreingenommenheit zu reduzieren, werden den Mitarbeitenden verschiedenste Weiterbildungs- und Trainingsangebote offeriert. Darüber hinaus unterstützt Bilfinger eine zeitweise Entsendung an internationale Standorte oder spezielle Job-Rotation-Programme, die den Wissenstransfer zwischen unterschiedlichen Standorten und gleichzeitig die kulturelle Offenheit fördern. 

Um Vielfalt bei Bilfinger für bestehende und künftige Mitarbeitende sichtbar und erlebbar zu machen, werden im Rahmen der Portrait-Reihe „People@Bilfinger“ und „TeamBilfinger“ Mitarbeitende unterschiedlicher Regionen oder Herkunft über verschiedene interne sowie externe Kommunikationskanäle vorgestellt und damit die Vielfalt bei Bilfinger vorbildhaft gestärkt. 

Die Zusammenarbeit mit den einzelnen Verantwortlichen der Personalprozesse soll künftig intensiviert werden, um unsere Personalprozesse zu überprüfen, weitere Maßnahmen zu identifizieren und sicherzustellen, dass diese Prozesse den vielfältigen Fähigkeiten und Talenten aller Mitarbeitenden sowie unserem Leistungsanspruch gerecht werden. 

Christian Rugland (Finance Director & Acting Executive President bei Bilfinger Middle East) und Mitarbeiter von Bilfinger Middle East

Ich schätze die Möglichkeit, in multikulturellen Teams zusammenzuarbeiten, mit Kollegen aus verschiedenen Altersgruppen und geografischen Standorten. Diverse Teams treffen bessere Entscheidungen und sind kreativer und innovativer."

Christian RuglandFinance Director & Acting Executive President bei Bilfinger Middle East

Wir bei Bilfinger sind ein „People Business“ – die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter ist ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg. Unsere „Digital Learning Week“ ist eines von verschiedenen globalen Formaten, in denen unsere Mitarbeiter ihre persönlichen und beruflichen Fähigkeiten erweitern, Wissen und Erfahrungen austauschen und Netzwerke im gesamten Unternehmen aufbauen."

Sarah WegnerHead of Talent Management & Academy bei Bilfinger SE

Ich mag es sehr, dass das Programm nicht in Stein gemeißelt ist und Aufgaben gemeinsam mit dem Trainee beschlossen werden, um das individuell passende Traineeship zu ermöglichen."

Jeroen GoudzwaardProcess Engineer bei Bilfinger Tebodin
Wir fördern Gleichberechtigung

Frauenanteil in Führungspositionen

 

Am 26. November 2020, dem Stichtag für die Definition der Zielgröße, lag dieser Anteil in der Führungsebene 1 bei 8 Prozent und in der Führungsebene 2 bei knapp 5 Prozent. Zum 31. Dezember 2021 beläuft sich der Frauenanteil in der Führungsebene 1 auf 6 Prozent, während dieser in der Führungsebene 2 bei 8 Prozent lag.

Details zu Leistungsindikatoren

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist bei Bilfinger als Messgröße etabliert. Der Vorstand hat Ende November 2020 beschlossen, bei Bilfinger bis zum 31. Dezember 2023 eine Zielgröße von jeweils 10 Prozent Frauenanteil gemäß § 76 Abs. 4 AktG in der Führungsebene 1 und 2 unterhalb des Vorstands zu erreichen.

Der Aufsichtsrat hat festgelegt, eine Zielgröße von Frauen und Männern im Vorstand von 30 Prozent bis zum 31. Dezember 2023 zu erreichen. Bei einem Vorstand von drei Mitgliedern bedeutet das eine Besetzung mit zumindest einer Frau und einem Mann.

Menschenrechte

Menschenrechte, Arbeitnehmerrechte
und Nachhaltige Lieferkette

Wir bekennen uns zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und zur UN-Initiative Global Compact. Wir wollen überall dort, wo wir tätig sind, uneingeschränkt für die Einhaltung der Menschenrechte eintreten. Dies gilt mit Blick auf

  • unsere eigenen Mitarbeiter,
  • die Mitarbeiter unserer direkten und indirekten Lieferanten sowie unserer Geschäftspartner,
  • unsere Kunden und
  • weitere betroffene Stakeholder.

Die Maßnahmen in Bezug auf unsere Lieferanten sind im Abschnitt Einhaltung der Menschenrechte in unserer Lieferkette beschrieben.

Einhaltung der Menschenrechte innerhalb unseres Konzerns

Grundlage unserer Aktivitäten zur Einhaltung der Menschenrechte ist unser Verhaltenskodex. Dieser stellt auch unsere Grundsatzerklärung zur Einhaltung der Menschenrechte dar. Der Verhaltenskodex wurde von der Unternehmensleitung verabschiedet und ist über unsere Internetseite sowohl in Deutsch als auch in Englisch öffentlich verfügbar. Zur internen konzernweiten Verwendung liegen 18 Sprachfassungen vor. Der Verhaltenskodex definiert Grundsätze integren Handelns sowohl gegenüber anderen Mitarbeitenden als auch gegenüber externen Personen und Organisationen und richtet sich konzernweit an alle unsere Führungskräfte und Mitarbeitende – unabhängig davon, wo sie arbeiten und welche Tätigkeit sie ausüben. Dort ist die Einhaltung der Menschenrechte im Abschnitt Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt als fester Bestandteil verankert.

Unsere Führungskräfte und Mitarbeitende sind verpflichtet, sich an die im Verhaltenskodex formulierten Grundsätze zu halten und dessen Erhalt und Kenntnisnahme schriftlich zu bestätigen. Darüber hinaus werden die Inhalte des Verhaltenskodex im Rahmen von E-Learnings und durch diverse andere Aktivitäten aufgefrischt und vertieft (siehe hierzu auch Kapitel B 5.2.2 Bekämpfung von Bestechung und Korruption). Verstöße gegen unseren Verhaltenskodex tolerieren wir nicht.

Zur Entgegennahme von Verdachtsfällen im Zusammenhang mit möglichen Verstößen gegen unseren Verhaltenskodex, einschließlich der darin enthaltenen Grundsätze zur Einhaltung von Menschenrechten, dient – neben der direkten Meldung an die Compliance-Organisation – ein unternehmenseigenes Hinweisgebersystem: Unsere Mitarbeitenden wie auch außenstehende Personen und Stellen können auf vertraulicher Basis – auf Wunsch auch anonym – Hinweise auf etwaiges Fehlverhalten im Umfeld unserer unternehmerischen Aktivitäten melden. Das Hinweisgebersystem ist über unsere Internetseite zugänglich und steht in 26 Sprachversionen zur Verfügung. Darüber hinaus können Hinweise per Mail, Telefon oder über eine direkte Ansprache erfolgen. Die Verfügbarkeit des Hinweisgebersystems wird durch einen externen Dienstleister gewährleistet. Unser Anspruch ist es, Verdachtsfälle vertraulich, objektiv und unabhängig aufzuarbeiten. Bei bestätigten Verstößen werden Disziplinar- und Korrekturmaßnahmen eingeleitet, die von der informellen Ermahnung bis zur fristlosen Kündigung reichen.

Einhaltung der Arbeitnehmerrechte

Die Einhaltung von Arbeitnehmerrechten betrachten wir als wichtigen Teilaspekt der Menschenrechte. Hier legen wir insbesondere unser für den gesamten Konzern geltendes Bekenntnis zu den Prinzipien 3 bis 6 der UN-Initiative Global Compact zugrunde. Sie betreffen die Rechte der Arbeitnehmer auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen, die Abschaffung aller Formen von Zwangsarbeit und Kinderarbeit sowie die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Erwerbstätigkeit. Die Rechte der Arbeitnehmer auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen finden ihren Ausdruck insbesondere in den – je nach lokalem Recht – betrieblichen oder gewerkschaftlichen Arbeitnehmervertretungen, die sich für die Wahrung der Arbeitnehmerrechte, auch durch den Abschluss von Kollektivvereinbarungen, einsetzen und mit denen die Unternehmensführung in einem regelmäßigen und konstruktiven Dialog steht.

Wir haben im Berichtsjahr den ganz überwiegenden Teil unseres Umsatzes in Regionen erwirtschaftet, in denen Arbeitnehmerrechte gesetzlich festgeschrieben sind: Rund 80 Prozent unseres Umsatzes entfielen auf die EU sowie Großbritannien, die Schweiz und Norwegen. Hier waren zum Jahresende rund 80 Prozent unserer Mitarbeitenden beschäftigt.

Einhaltung der Menschenrechte in unserer Lieferkette

Bei der Erbringung unserer Leistungen sind wir auf Zulieferer und Nachunternehmer angewiesen. An sie formulieren wir in unserem – über unsere Internetseite öffentlich zugänglichen – Verhaltenskodex für Lieferanten die klare Erwartung, die Menschenrechte einzuhalten. Unsere Richtlinien geben vor, dass dieser Verhaltenskodex grundsätzlich Bestandteil unserer Lieferantenverträge ist. Über diesen Verhaltenskodex fordern wir unsere Lieferanten außerdem dazu auf, die international akzeptierten Prinzipien und Standards zur Einhaltung der Menschenrechte auch von ihren Lieferanten und Subunternehmern einzufordern.

Bilfinger hält nationale gesetzliche Vorgaben zum Schutz der Menschenrechte ein. Dazu zählt unter anderem das britische Gesetz zur Bekämpfung moderner Sklaverei (UK Modern Slavery Act), das uns zur Berichterstattung über den Umgang mit entsprechenden Risiken in unserer Geschäftstätigkeit und insbesondere in unserer Lieferkette verpflichtet.

Wir verfolgen ein konzernweites Lieferantenmanagement (HANDLE Procurement Suppliers), für dessen Definition, Ausgestaltung, Weiterentwicklung und Überwachung das Corporate Department Procurement verantwortlich ist. Dieses ist in unseren Beschaffungsrichtlinien und Standard Operating Procedures (SOPs) im Detail beschrieben und für alle unsere Tochtergesellschaften verbindlich. Zu den Zielen dieser konzernweiten Regelung zählt es, die Einhaltung der Compliance-Regeln – einschließlich der Einhaltung der Menschenrechte – zu gewährleisten.

Zusätzlich zur standardisierten Bewertung im Rahmen unseres Lieferantenmanagements prüfen wir unsere Geschäftspartner in einem risikobasierten, IT-gestützten Prozess auf ihre Integrität, zu der auch die Einhaltung der Menschenrechte zählt (siehe hierzu auch Kapitel B.5.2.2 Bekämpfung von Bestechung und Korruption).

Außerdem haben wir eine unabhängige Agentur damit beauftragt, bei ausgewählten Lieferanten eine Selbstauskunft einzuholen, unter anderem zur Achtung der Menschenrechte. Die Auswahl dieser Lieferanten erfolgt auf der Basis eines risikobasierten Ansatzes. 2021 hat Bilfinger die Agentur mit 260 Selbsteinschätzungen von Lieferanten beauftragt.

Die von uns durchgeführte Sanktionslistenprüfung aller Vertragspartner soll darüber hinaus sicherstellen, dass wir keine Geschäftsbeziehung mit Dritten eingehen, die aufgrund von Menschenrechtsverstößen gelistet wurden.

Werden ein Verstoß gegen den Bilfinger Verhaltenskodex für Lieferanten oder ein negatives Ergebnis bei einer Integritätsprüfung festgestellt, wird der Lieferant konzernweit gesperrt. Sollte ein derartiges Ereignis eintreten oder bekannt werden, sind unsere Mitarbeitende zu einer Meldung verpflichtet. Eine Konzernrichtlinie definiert den Prozess der Sperrung von Lieferanten und sorgt damit für eine konzernweit einheitliche Regelung. Corporate Procurement informiert alle Gesellschaften des Bilfinger Konzerns ad hoc über neue Sperren und stellt zusätzlich mindestens einmal im Monat eine Liste mit allen aktuellen Sperren zur Verfügung.

 

 

 

Menschenrechte sind fest in unseren Unternehmenswerten verankert – ihr Schutz ist unsere Kernaufgabe. Dies gilt hinsichtlich unserer eigenen Mitarbeiter und hierfür stehen wir auch bei unseren Geschäftspartnern ein."

Christoph HarlerChief Compliance Officer bei Bilfinger SE
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