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Customers

 

Für Bilfinger als Dienstleister stehen Kunden im Zentrum der Geschäftsaktivität. Die Beziehung zu unseren Auftraggebern und deren Zufriedenheit mit unserer Arbeit ist für unsere Geschäftsentwicklung von großer Wichtigkeit. Bilfinger ist als strategischer Partner in die Wertschöpfungskette seiner Kunden integriert. Die Qualität unserer Kundenbeziehungen entscheidet über die Fortsetzung oder Intensivierung der Zusammenarbeit und beeinflusst somit unsere Auftragslage und unseren wirtschaftlichen Erfolg.

Wir verfügen über eine breite Basis an Bestandskunden, die uns über Jahre ihr Vertrauen schenken. Kundennähe umfasst unsere Branchenexpertise, kombiniert mit einer vertrauensvollen, kooperativen Interaktion mit unseren Auftraggebern. Dabei kommen der Qualität unserer Leistungen und einer konsequent an den Kundenanforderungen orientierten Angebotspalette große Bedeutung zu. Wir wollen durch unsere Leistungen die nachhaltige Wertschöpfung unserer Auftraggeber unterstützen – und damit zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden und von Bilfinger gleichermaßen beitragen.

Nachhaltige Industrieservices

Nachhaltige Industrieservices

Das wachsende Bewusstsein für den Klimawandel und die Notwendigkeit zur beschleunigten Einleitung von weltweiten Initiativen eröffnen Bilfinger als einem führenden Industriedienstleister neue attraktive Marktchancen. Dies gilt umso mehr, als ein Großteil der Kunden in energieintensiven Industrien tätig ist. Sie stehen unmittelbar vor der Aufgabe, ihre zukünftige Energieversorgung sicherzustellen und dabei ihren CO2-Fußabdruck deutlich zu verringern. Davon ausgehend ist es für Bilfinger ein wesentlicher Bestandteil der Wachstumsstrategie, die einen höheren Umsatzanteil mit Projekten zur Energiewende und Kohlenstoffreduzierung vorsieht.

Märkte und Industrien

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Die Industriebranchen Chemie und Petrochemie,Öl und Gas sowie Energie und Versorgung sind die größten Kundengruppen des Bilfinger Konzerns. Diese Industrien stehen alle durch die gesellschaftlich und politisch geforderten Maßnahmen zur Energiewende und zum Klimaschutz in allen wesentlichen Wertschöpfungsstufen vor teilweise grundlegenden Innovationsschüben. Bilfinger hat sich zum Ziel gesetzt, diese essenziellen Veränderungen zu begleiten und aktiv mitzugestalten.

Die chemische und petrochemische Industrie steht in vielen Bereichen vor einem Wandel ihrer Produktion. Zu den herkömmlichen Ausgangsstoffen Öl, Naphtha, Gas und Kohle kommen immer mehr Recyclingmaterialen wie Kunststoffe, andere Verbraucherabfälle sowie Biomasse. Basischemikalien werden in traditionellen Steamcrackern und in der Zukunft in E-Crackern und durch chemisches Recycling gewonnen. Die zur Produktion erforderliche Energie stammt zunehmend aus regenerativen Trägern. Um diese effizient nutzen zu können, sind innovative Wasserstoff- und CO2-Abscheidungstechnologien erforderlich. Nicht nur die Produktion wird sich auf ein kohlenstoffärmeres Umfeld verlagern, sondern auch der Transport und die Verteilung der Produkte. Pipelines, kohlenstoffarmer Transport und nachhaltige Brennstoffe werden für Bilfinger und unsere Kunden in Zukunft eine wichtige Rolle bei dem Übergang  zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft spielen.

Energieunternehmen und Versorgern kommt bei der Energiewende eine zentrale Aufgabe zu. Der Anteil erneuerbarer Energie am Energiemix in Europa wird sich voraussichtlich von 27 Prozent im Jahr 2019 auf 38 Prozent im Jahr 2030 erhöhen. Dies erfordert neu zu schaffende Kapazitäten aus erneuerbaren Energien von 2.400 Gigawatt – eine Zunahme um mehr als 90 Prozent gegenüber 2019. Den größten Anteil sollen die Solarenergie mit 1.400 Gigawatt und die Windenergie mit 700 Gigawatt erbringen. Hinzu kommt in mehreren Ländern die unveränderte oder erneute Hinwendung zur Kernenergie als CO2-armer Form der Energiegewinnung.

Öl und Gas werden trotz der Energiewende kurz- und mittelfristig eine wichtige Rolle im Energiemix spielen. Selbst im nachhaltigsten Szenario des World Energy Outlook der Internationalen Energieagentur IEA wird im Jahr 2040 noch fast die Hälfte des weltweiten Gesamtenergiebedarfs durch Öl und Gas gedeckt. Allerdings verändern sich die Schwerpunkte der Öl- und Gasunternehmen grundlegend. Die Gewichte werden sich stark von Öl hin zu Gas verlagern; dabei müssen Förderung, Verarbeitung und Distribution erheblich strengeren Umweltanforderungen genügen.

Portfolio nachhaltiger Industrieservices entlang der Wertschöpfungskette der Kunden

Bilfinger liefert mit Blick auf die Energiewende nachhaltige Industrieservices entlang der Wertschöpfungskette seiner Kunden. Das Unternehmen fokussiert hierbei einerseits auf Tätigkeitsbereiche, in denen es bereits etabliert ist, wie Kernkraft, Wasserkraft oder Fernwärmenetze. Hinzu kommen Bereiche von wachsender strategischer Bedeutung wie Herstellung, Transport und Speicherung von Wasserstoff, die Abscheidung und Speicherung von CO2 sowie die Batterieproduktion. Mit seinem Leistungsportfolio nimmt der Konzern die anstehende Dekarbonisierung energieintensiver Produktions-, Transport- und Verarbeitungsprozesse sowie die Steigerung der Energieeffizienz in allen Wertschöpfungsstufen der Kunden in Angriff. Dabei stellen die kohlenstoffarme Energieerzeugung sowie die Reduzierung von Energieverbrauch und Emissionen die zentralen Aufgaben dar.

 

Wasserstoff

Bilfinger hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zum verstärkten Einsatz von Wasserstoff als Teil einer klimafreundlichen Energiewertschöpfungskette zu leisten. Hier kann der Konzern das über Jahre aufgebaute Know-how im Bereich der Gasbehandlung für die Nutzung und den Transport von Wasserstoff in der gesamten Wertschöpfungskette einbringen.

Bei Projekten zur Herstellung von Wasserstoff agiert Bilfinger als unabhängiger Systemintegrator. Die vorhandenen Engineering-, Vorfertigungs- oder Installationskompetenzen wurden bereits in unterschiedlichen Projekten unter Beweis gestellt, beispielsweise beim Neubau von Elektrolyse-Anlagen in Deutschland oder Österreich sowie als Partner des Energy North Sea Program für die Konzeption von Wasserstoffanlagen auf geplanten Energieinseln in der Nordsee. Hier soll grüner, das heißt auf Basis regenerativer Energien gewonnener, Wasserstoff hergestellt und gespeichert werden.

Bei Transport und Speicherung von Wasserstoff unterstützt Bilfinger vor allem den Ausbau beziehungsweise die Umrüstung der bestehenden Gasinfrastruktur. Die Erfahrungen und Fähigkeiten im Bereich der Gasbehandlung – beispielsweise bei der Gastrocknung – positionieren Bilfinger dabei als komplementären Partner für Technologieunternehmen. So arbeitet Bilfinger mit dem Pionierunternehmen Hydrogenious LOHC zusammen. Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung sollen Lösungen entwickelt werden, um mit Hilfe flüssiger organischer Trägermaterialien (Liquid Organic Hydrogen Carrier - LOHC) die Speicherung und den Transport von Wasserstoff in flüssiger Form zu ermöglichen. Dieses Verfahren spart Energie gegenüber herkömmlichen Lösungen, da dabei die Kühlung des Wasserstoffs für den Transport nicht mehr erforderlich ist.

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Abscheidung und Speicherung von CO2

Auch die Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage – CCS) ist für die kommenden Jahre eine Schlüsseltechnologie, um das Ziel einer klimaneutralen Industrieproduktion zu erreichen. Indem CO2-Emissionen bereits bei ihrer Entstehung abgeschieden und anschließend weiterverarbeitet oder gespeichert werden, lässt sich die Menge an umweltbelastenden Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren.

Mit seinem Know-how entwickelt und unterstützt Bilfinger alle Aspekte der CCS-Technologie. Hierzu zählen das Abscheiden der CO2-Emissionen, ihre Reinigung, Komprimierung und Verflüssigung sowie Speicherung und Transport. Dabei erstellt Bilfinger Machbarkeits- und Umweltverträglichkeitsstudien sowie Sicherheitskonzepte und steuert Genehmigungsprozesse. Zur Errichtung von Anlagen trägt das Unternehmen durch Projektmanagement und Beschaffung, Fertigung und Montage notwendiger Komponenten bei.

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Kernkraft

In einer wachsenden Zahl von Ländern in Europa – dies sind derzeit vor allem das Vereinigte Königreich, Frankreich und Finnland – wird Kernkraft als Teil der nationalen Klimaschutzstrategie betrachtet. Diese Länder setzen auf moderne Kernkraftwerke, um bei einer hohen Verfügbarkeit von Energie ihre Ziele zur Verringerung von CO2-Emissionen zu erreichen. Bilfinger ist auf den dortigen  Märkten erfolgreich positioniert.  

Der Schwerpunkt liegt derzeit im Vereinigten Königreich, wo Bilfinger am Neubau des Kern-kraftwerks Hinkley Point C beteiligt ist. Als „Tier 1“-Lieferant des Betreibers Electricité de France  (EDF) ist der Konzern gut aufgestellt, um auch am Bau der kommenden geplanten Kernkraftwerke des Landes mitwirken zu können.  

Frankreich ist der weltweit größte Stromexporteur, dabei werden 70 Prozent der Elektrizität aus Kernenergie gewonnen. Bilfinger ist an mehreren Kernkraftwerksprojekten durch den Export  seines Know-hows beteiligt. Dazu zählen der Bau des neuen Kraftwerksblocks 3 in Flamanville, die  Mitwirkung am „Grand Carénage“-Programm zur Modernisierung der laufenden Kernkraftwerke  des Betreibers EDF sowie an sechs neuen Druckwasserreaktoren, die sich noch im frühen Planungsstadium befinden. 

Auch Finnland sieht Kernkraft als Brückentechnologie und plant, die vorhandenen Kapazitäten weiter auszubauen. In Deutschland stehen dagegen der Rückbau von Kernkraftwerken und der sichere Umgang mit Rückständen im Mittelpunkt. Im Zusammenhang mit der geplanten Räumung der Schachtanlage Asse in Niedersachsen entwickelt Bilfinger gemeinsam mit anderen Beteiligten innovative Spezialwerkzeuge, die aus der Ferne bedient werden können. Damit sollen Fässer mit radioaktiven Abfällen aus der Schachtanlage geborgen werden, um eine sichere Endlagerung zu  ermöglichen. 

Bilfinger ist im wachsenden Nuklearmarkt als Partner für den gesamten Lebenszyklus von Kernkraftwerken gut positioniert. 

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Wasserkraft

Von regionaler Bedeutung vor allem in den Alpenländern sind die Aktivitäten von Bilfinger in der Erzeugung und Speicherung von Energie durch Wasserkraft. Neben Projekten im Stahlwasserbau für Flusskraftwerke konzentriert sich Bilfinger auf die Montage von Turbinen und Armaturen sowie auf die Planung und den Bau von Druckrohrleitungen für Pumpspeicherkraftwerke. Hier kann das  Unternehmen seinen Kunden ein Komplettpaket aus einer Hand anbieten: vom Engineering über die Fertigung bis zur Montage und Inbetriebnahme. 

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Batterieproduktion

Derzeit wird der überwiegende Teil der in Europa benötigten Batterien für Elektrofahrzeuge in Asien produziert. Dies wird sich in naher Zukunft jedoch ändern, da größere Investitionen zum Aufbau von Kapazitäten derzeit in Deutschland, Polen, Ungarn und Skandinavien getätigt werden. In weiteren europäischen Ländern werden ebenfalls Initiativen erwartet. Dieser dynamische Wachstumsmarkt wird vom Trend zur nachhaltigen Reduzierung von CO2-Emissionen getragen. Die Geschäftschancen für Bilfinger liegen im Engineering und im Bau von Anlagen zur Verarbeitung der erforderlichen Rohstoffe sowie von Anlagen zur anspruchsvollen chemischen Produktion von Batteriekomponenten. Bilfinger ist in diesem Markt bereits erfolgreich vertreten, in Nordeuropa ist der Konzern am Bau einer Produktionsanlage eines großen europäischen Chemiekonzerns beteiligt. Dort wird künftig ein Basisprodukt für Batterien von Elektrofahrzeugen hergestellt werden. Darüber hinaus wirkt Bilfinger im Auftrag eines weiteren namhaften Batterieproduzenten am Bau neuer Anlagen zur Batterieproduktion in Skandinavien und Polen mit.

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Fernwärmenetze

Die Optimierung kommunaler Versorgungsnetze ist ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zu einer effizienteren Energienutzung. Gerade die Fernwärmenetze bieten die Möglichkeit, Abwärme – beispielsweise von Industrieprozessen – aufzunehmen und unterschiedlichen Orten zur Nutzung zuzuführen. Hierzu verfügt das Unternehmen über eine langjährige Erfahrung vor allem in den deutschsprachigen Regionen. Der von Bilfinger mitentwickelte Ansatz ScaleGrid verbindet eine ortsspezifische Potenzialanalyse diverser Wärmequellen mit der Erarbeitung von Optionen für die nachfrageorientierte Nutzung als Energiequelle.

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Energieeffizienz

Trotz großer Investitionsvorhaben in Neuprojekte werden die CO2-Emissionen des kommenden Jahrzehnts maßgeblich von den Bestandsanlagen der Industrie bestimmt. Diese müssen optimiert und modernisiert werden, um Energieverbrauch und Emissionen bei gleicher Auslastung zu reduzieren.

Maßnahmen, die in der bestehenden Infrastruktur ausgeführt werden können, sind beispielsweise eine verbesserte Wärmedämmung und Isolierung. Ein zertifiziertes Analyseverfahren – Thermal Insulation Performance (TIP)-Check – zeigt Energie- und Wärmeverluste durch schlecht isolierte Bauteile auf und hilft so, die richtigen Maßnahmen zu ermitteln und umzusetzen, wie etwa isolierende Materialien an diesen Bauteilen anzubringen.

Ein komplexeres Energieeffizienzverfahren, das Bilfinger einsetzt, ist die Pinch-Analyse. Sie wertet die Kälte- und Wärmeströme eines Prozesses aus und liefert neben einer Bestandsaufnahme auch einen theoretischen idealen Anlagenzustand. Von diesem Idealzustand ausgehend entwickelt Bilfinger anschließend ein individuelles Energieeffizienzkonzept und schlägt Modifikationen der Anlage vor, die die Kälte- und Wärmekopplung optimieren.

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Bilfinger hat die Erfahrung, Teamstärke und das technische Wissen, um Ihr Wasserstoff-Projekt zu realisieren: Unsere internationalen Teams unterstützen Sie - von Machbarkeitsstudie bis hin zu Betrieb und Instandhaltung."

Stephen HillGlobal Development Director - Energy & Key Account Management bei Bilfinger UK

Bilfinger stellt eine hohe Flexibilität und Zuverlässigkeit bei allen Leistungen rund um Wasserkraft sicher. Dies zeigt sich unter anderem an der großen Anzahl unserer langjährigen Kundenbeziehungen."

Stephan EbnerGeschäftsbereichsleiter Hydro Bilfinger Industrial Services GmbH Austria

Bilfinger hat uns mit einem hochwertigen Projektkonzept und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt."

Andreas GutschekVorstand der Stadtwerke Duisburg

Wachsende Bedürfnisse der Zukunft, wie zum Beispiel Klimaschutz und Mobilität, bringen viele Herausforderungen mit sich. Gleichzeitig bieten sie enorme Möglichkeiten, innovative Technologien zu entwickeln. Wir begleiten unsere Kunden bei der Lösung dieser Herausforderungen und der Nutzung dieser Chancen mit einem umfassenden Leistungsportfolio."

Dr. Friedrich SchneiderSprecher der Geschäftsführung der Bilfinger Industrial Services GmbH
Wachstumsmarkt der nachhaltigen Industrieservices

Nachhaltige Industrieservices als Wachstumsmarkt

Im Wachstumsmarkt der nachhaltigen Industriedienstleistungen sieht sich Bilfinger mit dem beschriebenen Leistungsportfolio sehr gut positioniert.

Bilfinger hat sich zum Ziel gesetzt, den Umsatz mit nachhaltigen Industrieservices bis zum Jahr 2024 auf rund 1 Mrd. € zu steigern. Im Jahr 2021 belief sich der mit den oben dargestellten Dienstleistungen erzielte Umsatz auf rund 500 Mio. €.

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Grundlage zur Messung der nachhaltigen Wirtschaftstätigkeit des Konzerns bildet eine detaillierte Erfassung der Kundenverträge nach Anlagentypus und Gewerk. Hierdurch werden die Tätigkeiten, die den oben dargestellten Inhalten dienen, klassifiziert und ab dem Jahr 2022 gemessen. Der Wert für das Jahr 2021 ist das Ergebnis einer manuellen Erhebung und soll als Richtwert für die Ausgangsbasis dienen.

Wachstumstreiber ist die steigende Nachfrage auf Kundenseite, der das Unternehmen mit einem gezielten Vertriebsansatz und dedizierten Kompetenzen begegnet.

Bilfinger unterstützt seine Kunden bei ihrer Energiewende, beispielsweise bei der Instandhaltung und Modernisierung ihrer Bestandsanlagen mit dem Ziel einer energieeffizienteren und emissionsärmeren Anlagennutzung bei gleicher Auslastung. Diesem Bereich sind für das Jahr 2021 rund 250 Mio. € zuzurechnen.

Zum anderen sieht Bilfinger Wachstumschancen, die sich aus dem technologischen Wandel von fossilen Brennstoffen hin zu alternativen Energieträgern ergeben. Hier liegen die größten Umsatzvolumina im Bereich der Kernenergie mit rund 100 Mio. €, der Batterieproduktion mit rund 45 Mio. € sowie der Wasserkraft mit rund 25 Mio. €.

Das Portfolio bündelt somit Dienstleistungen, die an unterschiedlichen Anlagentypen einen Beitrag zur Energiewende leisten. Die Bilfinger Definition ist auf einen Industriedienstleister in der Prozessindustrie zugeschnitten und weicht von den Spezifikationen der nachfolgend erläuterten, ökologisch nachhaltigen Aktivitäten nach Definition der Verordnung (EU) 2020/852 Taxonomie-Verordnung („EU-Taxonomie“) teilweise ab. Beispielsweise können dieser Verordnung folgend Energieeffizienz und Isolierungsarbeiten der EU-Taxonomie zugerechnet werden, wenn sie an Gebäuden, jedoch nicht, wenn sie an Industrieanlagen durchgeführt werden.

 

Konsolidierte Angaben gemäß
Artikel 8 EU-Taxonomie-Verordnung

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Artikel 8 EU-Taxonomie-Verordnung

Die EU-Taxonomie-Verordnung ist eine Schlüsselkomponente des Aktionsplans der Europäischen Kommission zur Umlenkung von Kapitalströmen in nachhaltigere Wirtschaftstätigkeiten. Sie stellt einen wichtigen Schritt zur Erreichung der Klimaneutralität Europas bis 2050 dar. Dabei dient die EU-Taxonomie als Klassifizierungssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten.

Im Folgenden stellen wir als nichtfinanzielles Mutterunternehmen den Anteil unseres Konzernumsatzes, unserer Investitionsausgaben (Capex) und unserer Betriebsausgaben (Opex) für den Berichtszeitraum 2021 dar, der mit taxonomiefähigen wirtschaftlichen Aktivitäten im Zusammenhang mit den ersten beiden Umweltzielen (Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel) in Übereinstimmung mit Art. 8 Taxonomie-Verordnung und Art. 10 (2) des delegierten Rechtsaktes zu Artikel 8 steht.

Eine taxonomiefähige wirtschaftliche Tätigkeit ist eine wirtschaftliche Tätigkeit, die in den delegierten Rechtsakten zur Ergänzung der EU-Taxonomie-Verordnung (d. h., dem derzeitigen delegierten Rechtsakt zum Klima) beschrieben ist, unabhängig davon, ob diese wirtschaftliche Tätigkeit einige oder alle der in diesen delegierten Rechtsakten festgelegten technischen Bewertungskriterien erfüllt. Eine nicht taxonomiefähige wirtschaftliche Tätigkeit ist jede wirtschaftliche Tätigkeit, die nicht in den delegierten Rechtsakten zur Ergänzung der EU-Taxonomie-Verordnung beschrieben ist.

 

Unsere wirtschaftlichen Aktivitäten:


Die wirtschaftlichen Tätigkeiten des Bilfinger Konzerns als Industriedienstleister der Prozessindustrie sind durch den delegierten Rechtsakt zu den Klimazielen der EU-Taxonomie-Verordnung weitgehend nicht erfasst. Sie lassen sich lediglich in kleinerem Umfang den im delegierten Rechtsakt genannten wirtschaftlichen Tätigkeiten zuordnen und als taxonomiefähig ausweisen. Die taxonomiefähigen wirtschaftlichen Aktivitäten von Bilfinger sind im Wesentlichen die Folgenden:

 

4.5. Stromerzeugung aus Wasserkraft: Bau oder Betrieb von Stromerzeugungsanlagen, die Strom aus Wasserkraft erzeugen

Im Berichtsjahr hat Bilfinger taxonomiefähigen Umsatz in Höhe von 24 Mio. € mit dem Bau von Stromerzeugungsanlagen, die Strom aus Wasserkraft erzeugen, generiert. Dabei handelt es sich v.a. um den Bau spezieller Rohrleitungen in Wasserkraftwerken im Segment E&M Europe, insbesondere in Österreich.

 

7.1 Baugewerbe und Immobilien: Neubau

Mit 15 Mio. € taxonomiefähigem Umsatz ist der Neubau von Immobilien die am zweitstärksten vertretene wirtschaftliche Aktivität der EU-Taxonomie-Verordnung. Dies umfasst v.a. Bauprojekte im Segment E&M International in Nordamerika.

 

5.1 Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, -behandlung und -versorgung

Bilfinger hat im Berichtsjahr 7 Mio. € taxonomiefähigen Umsatz mit Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, -behandlung und -versorgung erwirtschaftet. Dies umfasst u.a. den Bau von Rohrleitungen im Segment E&M Europe.

 

3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie

Im Berichtsjahr hat Bilfinger 5 Mio. € taxonomiefähigen Umsatz mit der Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie erwirtschaftet. Dies umfasst Umsätze von Gesellschaften aus dem Segment Technologies.

 

7.3. Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten

Im Berichtsjahr ist die wirtschaftliche Aktivität 7.3 mit 4 Mio. € taxonomiefähigem Umsatz bei Bilfinger vertreten. Hierunter fallen bei Bilfinger Isolierungsarbeiten an Gebäuden sowie Arbeiten zu Installation, Austausch, Wartung und Reparatur von Heiz-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HLK).

 

Rechnungslegung, Ermittlung der Kennzahlen

Die gemäß delegiertem Rechtsakt zu Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung dargestellten Kennzahlen basieren auf dem Konzernabschluss der Bilfinger SE nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften.

Die Bestimmung der Kennzahlen gemäß EU-Taxonomie-Verordnung erfolgt für das Berichtsjahr 2021 mittels einer Zuordnung des Anlagentyps des Kunden sowie der durch Bilfinger ausgeführten Tätigkeiten zu den Kundenverträgen. In der Folge wurden Aufträge gemäß ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit klassifiziert und mit denen im delegierten Rechtsakt zu den Klimazielen der EU-Taxonomie-Verordnung abgeglichen. Bei der Zuordnung wirtschaftlicher Aktivitäten zu den im delegierten Rechtsakt zu den Klimazielen genannten Aktivitäten wurde insbesondere die Tätigkeitsbeschreibung im delegierten Rechtsakt betrachtet. Als zusätzliche Auslegungshilfe wurden die entsprechenden technischen Bewertungskriterien betrachtet. Sind diese nicht auf die wirtschaftliche Tätigkeit des Bilfinger Konzerns anwendbar, wurden diese Tätigkeiten nicht als taxonomiefähig ausgewiesen. Dies betrifft beispielsweise die Einordnung von Isolierungsarbeiten von Rohrleitungen und Industrieanlagen, die nicht als taxonomiefähig erfasst wurden, da die technischen Bewertungskriterien der Aktivität 7.3. Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten lediglich die Dämmung von Gebäuden im engeren Sinn umfassen.

 

Umsatz

Der Gesamtumsatz von 3.737,4 Mio. € entspricht den Umsatzerlösen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Die Summe der Umsatzerlöse aus taxonomiefähigen wirtschaftlichen Tätigkeiten beträgt im Berichtsjahr 67 Mio. €. Dies entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von 2 Prozent. Die Umsatzerlöse aus taxonomiefähigen Aktivitäten sind die im Berichtsjahr erwirtschafteten Außenumsatzerlöse, welche zu den als taxonomiefähig klassifizierten Kundenverträgen gehören.

 

Investitionsausgaben (Capex)

Im Bilfinger Konzern sind aufgrund des wenig anlagenintensiven Geschäftsmodells Capex-Pläne zu vernachlässigen. Investitionsausgaben, die sich auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen, die mit taxonomiefähiger Wirtschaftstätigkeit verbunden sind, sowie Investitionsausgaben, die sich auf den Erwerb von Produktion aus taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten beziehen, sind vorhanden. Die Höhe der Investitionsausgaben, die sich auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen, die mit taxonomiefähiger Wirtschaftstätigkeit verbunden sind, wurde für das Berichtsjahr mittels folgender Schätzung ermittelt: Der Gesamtbetrag der Investitionen (Capex) umfasst Investitionen in Sachanlagen (vgl. Abschnitt C.6.16, Zugänge zu Sachanlagen) und immaterielle Vermögenswerte (vgl. Abschnitt C.6.15, Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten) sowie Aktivierungen von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen (vgl. Abschnitt C.6.17, Zugänge zu Nutzungsrechten) und beträgt im Berichtsjahr 109,2 Mio. €. Der Gesamtbetrag an Investitionen beträgt nach Abzug von Investitionen in Grundstücke und Bauten 87,5 Mio. €. Grundstücke und Bauten wurden in der Ermittlung der Investitionsausgaben, die sich auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen, die mit taxonomiefähiger Wirtschaftstätigkeit verbunden sind, ausgenommen, da es sich dabei vor allem um Verwaltungsgebäude handelt, welche nicht unmittelbar der Umsatzerbringung dienen. Bezieht man diesen Betrag auf den Anteil des taxonomiefähigen Umsatzes am Konzernumsatz von 2 Prozent, ergibt sich ein diesem näherungsweise zuzuordnender Capex von 1,6 Mio. €. Dies entspricht 1 Prozent der gesamten Investitionsausgaben von 109,2 Mio. €. In Anlehnung an die weite Auslegung der Capex-Ermittlung, wie sie im zweiten Teil der FAQs zu Art. 8 EU-Taxonomie-VO von der Platform on Sustainable Finance am 2. Februar 2022 veröffentlicht wurde, sind auch Zugänge zu Sachanlagen und zu Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen bezüglich Grundstücken und Bauten in Höhe von 22 Mio. € in den Capex aus taxonomiefähiger wirtschaftlicher Aktivität einzubeziehen. Es handelt sich hierbei um den Erwerb von Produktion aus taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten. Aufgrund der kurzfristigen Veröffentlichung o.g. FAQs wurde diese weite Auslegung im Berichtsjahr nur auf Bauten und Grundstücke angewendet. Somit ergibt sich ein Gesamtbetrag von Investitionsausgaben, die im Zusammenhang mit taxonomiefähiger wirtschaftlicher Aktivität stehen, in Höhe von 23 Mio. € und ein Anteil am Gesamt-Capex von 21 Prozent.

 

Betriebsausgaben (Opex)

Das Geschäftsmodell von Bilfinger als Dienstleister ohne wesentliche Produktionstätigkeit ist nicht anlagenintensiv. So liegt der Anteil des Sachanlagevermögens und der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen am Gesamtvermögen bei 13,8 Prozent. Die auf dieses Vermögen bezogenen Betriebsausgaben (Opex) nach Definition des delegierten Rechtsakts zu Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung sowie die weiteren in der Definition enthaltenen Betriebsausgaben sind bei Bilfinger nicht wesentlich. Somit ist der Konzern von der Ermittlung des Anteils taxonomiefähiger Betriebsausgaben freigestellt und gibt diesen mit 0 Prozent an. Der Gesamtbetrag der Betriebsausgaben beläuft sich im Berichtsjahr auf 105,2 Mio. €.

 

Kundennähe

Kundennähe

Die Governance-Funktion für die Betreuung überregionaler Kunden, sogenannter Key Accounts, liegt bei Corporate Global Development. Zum koordinierten Management unserer Kundenbeziehungen und unserer Geschäftsopportunitäten nutzen wir die Customer-Relationship-Management (CRM)-Software Salesforce. Damit führen wir auch systembasierte Kundenzufriedenheitsbefragungen durch. Im Rahmen der fragebogenbasierten Zufriedenheitsmessung wird während eines laufenden Instandhaltungsvertrags oder Projekts die Zufriedenheit entlang unterschiedlicher Kategorien abgefragt und im System dokumentiert. Die vertragsverantwortlichen Key-Account-Manager integrieren die Umfrage mindestens einmal im Jahr in ihren regelmäßigen Kundendialog.

Die Nutzung des Salesforce-Systems für die Kundenzufriedenheitsmessung soll sukzessive auch auf weitere Kunden ausgerollt werden und dadurch die Grundlage für übergreifende Auswertungen schaffen.

Die Erhebung der Zufriedenheit von Kunden, mit denen wir auf regionaler Ebene zusammenarbeiten, liegt – unserem dezentralen Geschäftsmodell entsprechend – bei der jeweiligen regionalen operativen Einheit. Hier folgen wir unserem Ansatz, die Verantwortung für das lokale Geschäft konsequent in die Hand unserer lokalen Einheiten zu legen. Die Kundenzufriedenheit ist auch Teil unseres Qualitätsmanagementsystems.

 

Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement

Die Zufriedenheit unserer Kunden steht für uns in einer unmittelbaren Beziehung zur Qualität unserer Leistungen. Dieser Zusammenhang ist auch in der Norm DIN EN ISO 9001 angelegt. Diese Norm wird zentral als Maßstab für unser Qualitätsmanagementsystem (QMS) genutzt. Dabei gilt konzernintern die Erwartung, dass operative Einheiten, die nach DIN EN ISO 9001 definierten Kriterien erfüllen, auch wenn sie keine externe Zertifizierung anstreben.

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Um die von unseren Kunden gewünschte Qualität bereitstellen zu können, haben wir ein weitreichendes Qualitäts- und Prozessmanagement etabliert. Es setzt bei den operativen Einheiten an, die für die Qualität ihrer Produkte und Services sowie für ihre Überwachung verantwortlich sind. Unterstützt werden sie durch das Qualitätsmanagement der übergeordneten Regionen beziehungsweise Divisionen sowie durch Corporate HSEQ. Systemvorgaben, interne Audits sowie Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Qualitätssicherung sollen dafür sorgen, dass unsere Qualitätsstandards jederzeit eingehalten und kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Für das Projektgeschäft haben wir konzernweit einen an unterschiedlichen Risikoklassen orientierten Prozess etabliert. Dieser sogenannte Stage-Gate-Prozess dient bei Angeboten und Aufträgen zur Standardisierung und Qualitätssicherung der Geschäftsprozesse in den operativen Gesellschaften. Er beginnt in der Geschäftsentwicklungsphase und endet mit dem Ablauf des Gewährleistungszeitraums. Die Stage-Gates sind zeitlich und inhaltlich vordefinierte Punkte (Entscheidungen und Überprüfungen) im Lebenszyklus eines Angebots beziehungsweise Auftrags, deren erfolgreicher Abschluss mit einem Stage-Gate-Zertifikat festgestellt wird.

Seit 2015 verfügt Bilfinger auch über ein regionenübergreifendes Matrixzertifikat, das zur Gewährleistung einheitlicher Qualitätsstandards im Konzern beiträgt und das Ende 2021 149 Standorte von 43 Bilfinger Gesellschaften umfasste. Der Prozess, das Matrixzertifikat weiter auf alle relevanten Bilfinger Gesellschaften in Europa und dem Nahen Osten auszudehnen, ist abgeschlossen. Unsere HSEQ-Prozesse und operativen Einheiten werden von externen Unternehmen auditiert und zertifiziert.

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