Energieeffizienz: Kleine Schritte mit großer Wirkung

Für Industrieunternehmen gibt es viele Möglichkeiten, klimafreundlicher und auf Dauer klimaneutral zu werden. Die kostengünstigste, einfachste und naheliegendste Möglichkeit ist dabei die Steigerung der eigenen Energieeffizienz.

Energie, die nicht gebraucht wird, verursacht weder Kosten noch Emissionen. Daher muss das Einsparen von Energie an erster Stelle stehen. „Doch dies ist nicht immer der Fall“, sagt Mark Courage, Director Engineering bei Bilfinger Tebodin in den Niederlanden: „Wir beobachten häufig, dass sich Betreiber von Industrieanlagen intensiv mit neuen Technologien zur Senkung von CO2-Emissionen beschäftigen – dabei aber die vielfältigen Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz übersehen.“ Tatsächlich erhalten neue Technologien zur Energieerzeugung und -nutzung in der öffentlichen Wahrnehmung hohe Aufmerksamkeit und werden in den Medien und auf Kongressen intensiv diskutiert. „Das ist grundsätzlich auch zu begrüßen“, so Courage. „Aber Maßnahmen zur Energieeffizienz bieten zahlreiche Vorteile gegenüber neuen Technologien: Sie erzielen mit relativ kleinem Aufwand große Wirkung, lassen sich in den meisten Fällen schneller umsetzen, sind erprobt und verändern die bestehende Infrastruktur weit weniger.“

In jeder Anlage bestehen Potenziale

Außerdem beobachtet Courage, dass viele Anlagenbetreiber der Meinung sind, ihre Anlagen seien bereits hoch energieeffizient oder zu individuell für am Markt übliche Effizienzlösungen. Diese Annahmen erweisen sich jedoch nicht selten als falsch. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass in fast jeder Industrieanlage mit der richtigen Maßnahme erhebliche Mengen an Energie eingespart werden können“, sagt Courage. „Es gibt eine Vielzahl an Hebeln und Stellschrauben und jedes Jahr kommen zahlreiche Innovationen und Produktweiterentwicklungen auf den Markt, durch die Energie noch effizienter genutzt werden kann.“ Potenziale sieht Courage insbesondere im Bereich Wärme: „An sehr vielen Stellen einer Industrieanlage entsteht Wärme, die weiterhin durch fehlende oder falsche Dämmung bzw. Isolierung verloren geht. Auch die Möglichkeiten, Abwärme wiederzuverwenden, werden nur, selten vollends ausgeschöpft – sowohl in den eigenen Prozessen als auch zur Weiterleitung an benachbarte Industrieanlagen, in Wohngebiete oder in Fernwärmenetze. Gerade hier sind in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Ansätze und Methoden entwickelt worden, die die Energieeffizienz in Industrieanlagen erheblich steigern können.“

UNSERE ERFAHRUNGEN ZEIGEN, DASS IN FAST JEDER INDUSTRIEANLAGE MIT DER RICHTIGEN MASSNAHME ERHEBLICHE MENGEN AN ENERGIE EINGESPART WERDEN KÖNNEN.“

Mark Courage, Director Engineering bei Bilfinger Tebodin in den Niederlanden

Leistungsstarke Analyseverfahren

Hohes Energieeinsparpotenzial gibt es auch bei der Optimierung der Kälte- und Wärmekopplung in einer Anlage. „Bewährt hat sich hierbei die sogenannte Pinch-Analyse und dabei insbesondere unser Quick-Scan-Pinch-Ansatz“, erklärt Courage. „Dabei werden nicht nur die Kälte- und Wärmeströme eines Prozesses ausgewertet, sondern auch der theoretische Idealzustand der Anlage ermittelt. Auf Basis der so erzielten Ergebnisse können noch leistungsstärkere Konzepte zur Optimierung der Kälte- und Wärmekopplung erarbeitet werden.“

Das weltweite Ziel, die CO2-Emissionen drastisch zu reduzieren, hat dazu geführt, dass mittlerweile jedes Jahr eine hohe Anzahl an Innovationen und Verfahren zur Steigerung der Energieeffizienz entwickelt werden. „Die Übersicht an geeigneten und zukunftsweisenden Lösungen kann für Betreiber von Industrieanlagen dabei schnell verloren gehen“, so Courage. „Umso wichtiger ist es, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die diesen Markt systematisch analysieren, eine ganzheitliche Betrachtungsweise einnehmen und die Prozesse in Industrieanlagen auch im Detail verstehen.“

Mit TipCheck zu mehr Energieeffizienz

Eine nicht ausreichende Dämmung bzw. Isolierung führt regelmäßig zu hohem Energieverlust. Um derartige Schwachstellen aufzudecken, hilft TipCheck („Technical Insulation Performance Check“). Beim TipCheck-Verfahren werden alle Rohrleitungen, Ventile und Behälter inklusive Wärmebrücken mit Wärmebildkameras sowie Oberflächen- und Feuchtefühlern untersucht. Aus den dabei ermittelten Daten wird anschließend der Gesamtwärmeverlust errechnet. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen lassen sich systematisch und gezielt Verbesserungsmaßnahmen mit hoher Effektivität ableiten. Hierzu zählen Nachisolierungen, De- und Neumontagen der Isolierung sowie Reduzierungen der Wärmebrücken durch geeignete Dämmsysteme. Das Tip-Check-Verfahren leistet außerdem eine Amortisationskalkulation, so dass die zu erzielenden Einsparungen fundiert prognostiziert werden können.

Ihr Kontakt bei Fragen:

Dag Strømme
Global Development Director
Maintenance & Key Account Management
Bilfinger Industrial Services Norway
Tel. +47 90892583
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