Inspektionen: Von Einzellösungen zum integrierten Konzept

Damit Industrieanlagen effizient, sicher und mit hoher Leistungsfähigkeit betrieben werden können, sind regelmäßige technische Überprüfungen in jeder Lebenszyklusphase einer Anlage unerlässlich. Inspektionen können jedoch kostenaufwendig sein – und dies gilt umso mehr, je komplexer die Inspektionsanforderungen sind und je mehr Parteien mitwirken.

Regelmäßige Inspektionen von Anlagen, Drucksystemen sowie von Schlüsselkomponenten und -­baugruppen sind erforderlich, um die Integrität von sicherheitskritischen Systemen zu gewährleisten und gesetzliche sowie sicherheitstechnische Anforderungen zu erfüllen. Wenn Mängel gefunden werden, ist es wichtig, dass diese messgenau erfasst und beschrieben werden. Die Ergebnisse werden verwendet, um eine risikobasierte Bewertung des Anlagenzustands vorzunehmen, künftige Wartungsstrategien zu entwickeln und Wartungs- oder Reparaturaufträge auszulösen. 

Zahlreiche neue Inspektionsverfahren

Neben dem Einsatz etablierter Verfahren des Non­-Destructive­-Testings (zerstörungsfreie Prüfverfahren) – wie beispielsweise der Schallemissionsprüfung, der Ultraschallprüfung oder der Radiografie – werden sogenannte Advanced-­Non-­Destructive­-Testing-­Verfahren immer beliebter. Dazu gehören unter anderem die automatisierte Korrosionskartierung, die Phased­-Array­-Schweißnahtprüfung und die Echtzeit­-Radiografie. Der Einsatz von Drohnen und flexiblen Seilzugangslösungen ermöglicht mittlerweile auch Inspektionen an schwer zugänglichen Stellen und ist sowohl sicherer als auch kostengünstiger als traditionelle Methoden. Darüber hinaus nimmt der Einsatz von halb­ und vollautomatischen Systemen und Robotern zu. Die Inspektionsbranche durchläuft also derzeit eine sehr dynamische Entwicklung.

Die Vielzahl unterschiedlicher Verfahren führt allerdings auch dazu, dass Dienstleister häufig nur auf bestimmte Lösungen fokussiert sind; denn gerade die neuen Inspektionsleistungen setzen nicht nur entsprechende Gerätschaften, sondern auch sehr spezifische Qualifikationen, Akkreditierungen und Kompetenzen voraus. Darüber hinaus erfordert jede Methode auch spezifische Standortvorbereitungen. Für den Anlagenbetreiber führt dies zu einem hohen Koordinations-­ und Verwaltungsaufwand: Er muss die unterschiedlichen Dienstleister nicht nur koordinieren (Zugang, Wartung, Inspektion), sondern auch in der Lage sein, die Inspektionsergebnisse zu interpretieren und zu analysieren, um schnell und effektiv Entscheidungen treffen zu können. Die Folge sind steigende Kosten für Inspektionstätigkeiten.

Mit BIC bieten wir alle notwendigen Inspektionsleistungen entlang des gesamten Lebenszyklus einer Anlage aus einer Hand an."

Dr. David Hall, Operations Director – Inspection, Bilfinger Salamis UK

Alles aus einer Hand

Um dem entgegenzuwirken, hat Bilfinger das Bilfinger Inspection Concept (BIC) entwickelt, das auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Erbringung verschiedenster Inspektionsdienstleistungen basiert. Es kombiniert diverse Inspektionsleistungen und unterstützende Dienste zu einer effizienten Lösung mit nur einer Schnittstelle. „Mit dem BIC können wir Anlagenbetreibern alle notwendigen Untersuchungen entlang des gesamten Lebenszyklus einer Anlage aus einer Hand anbieten“, sagt Dr. David Hall, der bei Bilfinger für Inspektionsdienstleistungen zuständig ist. „Wir decken ein breites Spektrum an Inspektionsanforderungen ab – und zwar von der Vorfertigung über routinemäßige Inspektionen während des Betriebs bis hin zur Stilllegung und Demontage. Das Ergebnis ist ein Paket vollständig integrierter Inspektionsdienstleistungen.“

Die größten Vorteile für den Kunden sieht Hall in der Effizienz, mit der alle erforderlichen Dienstleistungen nahtlos integriert und über eine einzige Schnittstelle und mit Zugang zu einem Netzwerk von globa­len Experten erbracht werden können: „Unser Ansatz führt dazu, dass der Kunde nur noch einen zentralen Ansprechpartner – und damit eine einzige Schnittstelle – hat. Mit unserem großen Pool an multidisziplinären, qualifizierten Fachkräften aus verschiedenen Fachbereichen decken wir nahezu sämtliche Anforderungen ab. Für alle relevanten Inspektionstätigkeiten verfügen wir über entsprechende Zertifizierungen“, so Hall. „Und das Beste: Das BIC ist modular aufgebaut, das heißt, jeder Kunde wählt aus dem Angebot nur diejenigen Leistungen aus, die er wirklich benötigt. So kann der Kunde nicht nur die Leistungsfähigkeit seiner Anlage, sondern auch sein Budget für Inspektionen optimieren.“


Chemie: CUI per Seilzugang

Bei Shell Chemie Nederland führte Bilfinger Inspektionen auf Korrosion unter Isolierungen (CUI, Corrosion under Insulation) an über 2.200 Rohrbrücken sowie zerstörungsfreie Prüfungen an etwa 130 Leitungen durch. Statt mit einem herkömmlichen Gerüst löste Bilfinger diese Herausforderungen mithilfe eines Seilzugangsteams, das verschiedene Fachgebiete abdeckte. Vorteil für den Kunden: Halbierung der Vorlaufzeiten für die Vorbesichtigung und Kosteneinsparungen in Höhe von rund 900.000 Euro (verglichen mit dem Einsatz eines Gerüsts).

Offshore: Einsatz von ANDT-Verfahren

Für Taqa in Großbritannien erbringt Bilfinger auf Basis des BIC umfassende Inspektionsdienstleistungen. Dabei kommen insbesondere Advanced-Non-Destructive­-Testing-Verfahren (ANDT) und die Inspektion per Drohnen zum Einsatz. Die Akkreditierung nach ISO 17020 sowie der Einsatz von erfahrenen und kompetenten Technikern gewährleisten die Einhaltung höchster Qualitätsansprüche und Sicherheitsstandards.

Ihr Kontakt bei Fragen:

Dr. David Hall
Operations Director
Inspection
Business Unit
Engineering & Maintenance
Bilfinger Salamis UK 
Tel. + 44 1224246291
E-Mail

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