Tritium verstehen und nutzen

Neun Kilometer südlich von Oxford, in der Nähe der Kleinstadt Culham, entsteht derzeit eine Einrichtung, die wesentliche Beiträge zur Energieversorgung der Zukunft leisten könnte: das weltweit erste Tritium-Forschungszentrum. 

In Tritium – auch Hydrogen-3 genannt – liegen große Hoffnungen. Es könnte einer der Brennstoffe für die nächste Generation von Fusionskraftwerken sein. Daher hat die UK Atomic Energy Authority (UKAEA) den Bau einer Forschungseinrichtung für Tritium am Culham Centre for Fusion Energy in Auftrag gegeben. Das Ziel der H3AT (Hydrogen-3 Advanced Technology) genannten Anlage: die Verarbeitung, die Lagerung und das Recyceln von Tritium zu erforschen und entsprechende Technologien zu seiner Nutzung zu entwickeln.

H3AT wird die erste Einrichtung sein, die ein „geschlossenes“ Forschungssystem bietet. Alle Technologien, die für die Untersuchung von Tritium nötig sind, werden dabei an einem Ort zusammengeführt. Möglich werden dadurch beispielsweise eine Vielzahl experimenteller Arbeiten, die Prüfung von Komponenten, die Entsorgung von Abfällen bis hin zu rechnergestützten Simulationen und Modellvalidierungen. H3AT stellt damit einen Vorläufer für das multinationale Fusionsprojekt ITER dar, das derzeit in Südfrankreich errichtet wird.

Dies ist ein prestigeträchtiger Auftrag für Bilfinger UK Ltd. und ein Höhepunkt in der fast einjährigen engen Zusammenarbeit mit UKAEA/DBD. Er belegt unsere Kompetenz im Bereich der Automatisierung und die Rolle, die Bilfinger bei der Zukunft der sauberen Energie zukommt.

Steve Lang, Director for Automation & Digital Solutions bei Bilfinger UK

Mit der Entwicklung, Lieferung und Installation der mechanischen und elektrischen Komponenten des neuen Forschungszentrums hat die UKAEA ein Konsortium beauftragt, das aus DBD Ltd. und Bilfinger UK besteht. Bilfinger UK hat dabei den Auftrag, für H3AT ein standardisiertes Steuerungssystem zu entwickeln und zu liefern, einschließlich der Systeme von Drittanbietern für die Konzeptplanung, Herstellung, Werksprüfung, Installation und Inbetriebnahme der integrierten Leitsysteme. Die von Bilfinger UK bereitgestellte Technologie basiert dabei auf einem verteilten Leitsystem, das von Experten der Niederlassung von Bilfinger UK in Chesterfield entwickelt wird.

Sobald H3AT fertiggestellt ist, wird es Vertretern der Wissenschaft und der Industrie umfassende Tritium-Testsysteme und Schulungseinrichtungen zur Verfügung stellen. Mit der Entwicklung von Technologie, Fachwissen und Fähigkeiten wird H3AT darüber hinaus das Wachstum der britischen Industrie unterstützen.

Hydrogen-3 Advanced Technology


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