Start frei für ICEDA

In Bugey steht mit ICEDA die neue Konditionierungsanlage von EDF für radioaktive Abfallstoffe kurz vor der heißen Inbetriebnahme. Von der ersten Planung bis hin zur Umsetzung vor Ort waren viel Weitblick und höchste Ingenieurskunst nötig.

Auf dem Gelände des französischen Kernkraftwerks Bugey, in der Nähe von Lyon, wird in Kürze der Startschuss für ICEDA fallen. Mithilfe der Anlage werden zukünftig mittel- und hochradioaktive Abfälle, die in französischen Kernkraftwerken entstehen, konditioniert und anschließend zwischengelagert.

Für die Entwicklung und die Errichtung der Anlage war ein Konsortium von fünf Unternehmen verantwortlich, zu denen auch Bilfinger Noell gehörte. Die Tochtergesellschaft des Bilfinger Konzerns war dabei für den äußerst anspruchsvollen Teil der Anlage zuständig: für den Bereich der Heißen Zellen, in welchen die Konditionierung der Abfälle und das Betonieren der Abfälle in zwischenlagerfähige Gebinde erfolgt.

Bilfinger Noell übernahm die Planung, Konstruktion, Berechnung, Herstellung, Montage und Inbetriebnahme der Heißen Zellen und der dafür benötigten Komponenten. Besondere Bedeutung kam dabei der für den Prozess relevanten Maschinentechnik (beispielsweise Zerlegeeinrichtungen, Greifer, Transportsysteme) sowie den fernhantierten Komponenten zum Betonieren der Gebinde zu. Darüber hinaus zählten auch abschirmtechnische Komponenten zum Lieferumfang (beispielsweise Edelstahlauskleidungen, Strahlenschutzfenster, Schleussysteme und Abschirmtore).

„Ist die Anlage in Betrieb, können Komponenten oder Abläufe nur noch unter enormem Aufwand ausgetauscht oder korrigiert werden“, sagt Jan Spiegelsberger, Senior Project Manager bei Bilfinger Noell. „Zu den größten Herausforderungen zählte daher, die Heißen Zellen so zu konstruieren, dass sie zuverlässig betrieben werden können. Denn letztlich müssen alle Vorgänge innerhalb der Heißen Zellen vom Bedienpersonal fernhantiert von außen getätigt werden. Dies setzt voraus, dass sämtliche Prozessschritte im Vorfeld analysiert und auf alle erforderlichen Funktionen geprüft werden.“

ICEDA steht nun kurz davor, offiziell in Betrieb zu gehen, auch wenn die Anlieferung der ersten Transportbehälter mit aktivierten Abfällen noch etwas dauern wird. Die Heißen Zellen und ihre Funktionen wurden umfassend geprüft und abgenommen. Einer heißen Inbetriebnahme steht somit nichts mehr im Wege.


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