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Finanzergebnisse Q2 2022

Bilfinger liefert solide Performance im zweiten Quartal und bestätigt Ausblick für 2022 - Strategieprozess zur besseren Positionierung als Lösungsanbieter für Effizienz und Nachhaltigkeit der Kunden gestartet

  • Marktausblick: Anhaltend positive Dynamik in allen Segmenten
  • Auftragseingang 1.107 Mio. €: +4% organischer Anstieg
  • Umsatz 1.078 Mio. €: +9% organischer Anstieg
  • EBITA 32 Mio. €/3,0% Marge: Anstieg um 80 Basispunkte gegenüber 2,2% in Q2 2021
  • Free Cashflow 19 Mio. €: Anstieg gegenüber -43 Mio. € im Vorjahresquartal
  • Aktienrückkaufprogramm: Eine Million zurückgekaufte Aktien seit 1. Juli 2022
  • Ausblick für 2022: Deutliche Steigerung von Umsatz und EBITA (unverändert)
  • Weiterentwicklung der Strategie: Positionierung als Nr. 1 in wichtigen Wachstumsmärkten
  • Nachfrage durch Energiewende und Nachhaltigkeit: Mehrere Leuchtturmprojekte in den Bereichen Wasserstoff und Fernwärme

 

Der Industriedienstleister Bilfinger hat sich im zweiten Quartal 2022 solide entwickelt, dies zeigt sich in allen relevanten Konzernkennzahlen. Der Auftragseingang erreichte im zweiten aufeinanderfolgenden Quartal die Marke von 1,1 Mrd. €, der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal organisch um 9 Prozent. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz (Book-to-Bill) belief sich auf 1,03. Der Auftragsbestand nahm organisch um 9 Prozent auf 3.158 Mio. € zu und bildet damit eine gute Ausgangsbasis für das zweite Halbjahr 2022. Die EBITA-Marge stieg von 2,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 3,0 Prozent, der Free Cashflow betrug 19 Mio. € (Vorjahr: -43 Mio. €).

„Die Stärke von Bilfinger liegt in unserer umfassenden Expertise, Branchenpräsenz und unserer Unabhängigkeit von den Entwicklungen in einzelnen Ländern. Im zweiten Quartal haben wir dank eines positiven Marktumfelds und der guten Leistung unserer Mitarbeitenden eine solide Performance gezeigt. Dennoch sind wir uns bewusst, dass die makroökonomische Unsicherheit durch Inflation, Pandemie, mögliche Energieknappheit und Probleme in der Lieferkette zugenommen hat", erklärt Group CEO Thomas Schulz. „Mit unseren Services sind wir gut aufgestellt: Dies gilt sowohl für Wachstumsmärkte als auch für Märkte in einem schwierigen Umfeld. Die Anforderung an unsere Kunden, ihre Anlagen effizienter und nachhaltiger zu betreiben, hat in allen Branchen und Regionen deutlich zugenommen. Insbesondere im Energiesektor sind Entscheidungen und Investitionen der öffentlichen Hand sowie bei unseren Kunden erforderlich, unter anderem, um die Energie- und Gasversorgung bezahlbar und unabhängig von Russland zu machen."

Thomas Schulz fügt hinzu: „Wir sind bereits heute gut positioniert, die Zukunft in allen unseren Kundenbranchen aktiv mitzugestalten. Um unserem Anspruch gerecht zu werden, der Industriepartner Nummer 1 für Effizienz und Nachhaltigkeit zu sein, haben wir einen internen Prozess zur Weiterentwicklung unserer Konzernstrategie gestartet."

Ziel ist es, das Angebot des Konzerns zu optimieren und so in allen relevanten Märkten führend zu bleiben oder zu werden. Ein internes Bilfinger-Team aus Industrieservice-Experten gestaltet diesen Prozess und deckt dabei das breite Spektrum an Regionen und Kompetenzen innerhalb des Konzerns ab.

„Wir wollen die Geschäftsmodelle schärfen, Benchmarks und Best Practices identifizieren, Innovation gezielt vorantreiben sowie die Kundenansprache optimieren", so Thomas Schulz. „Unser Anspruch ist nachhaltiges profitables Wachstum. Wir wollen stärker als der Markt wachsen und unsere Marge deutlich verbessern."

Mehrere Projektabschlüsse im Bereich Wasserstoff, beispielsweise für Gasunie in den Niederlanden oder gemeinsam mit der EWE Gasspeicher in Norddeutschland, unterstreichen die Ambitionen von Bilfinger, seine Kunden dabei zu unterstützen, nachhaltiger zu werden und ihre Abhängigkeit von Erdgas zu reduzieren.

Konzernentwicklung in Q2 2022

Der Auftragseingang des Konzerns stieg im zweiten Quartal organisch um 4 Prozent auf 1.107 Mio. € (Vorjahr: 1.061 Mio. €), alle Segmente haben zu diesem soliden Niveau beigetragen. Der Auftragsbestand erhöhte sich organisch um 9 Prozent auf 3.158 Mio. € (Vorjahr: 2.845 Mio. €), das Book-to-Bill-Verhältnis belief sich auf 1,03.

Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal organisch um 9 Prozent auf 1.078 Mio. € (Vorjahr: 977 Mio. €). Die Bruttomarge nahm mit 9,9 Prozent (Vorjahr: 9,7 Prozent) leicht zu, das Bruttoergebnis erhöhte sich von 95 Mio. € auf 107 Mio. €. Aufgrund des Umsatzwachstums verbesserte sich die Quote der Vertriebs- und Verwaltungskosten gemessen am Umsatz auf 7,0 Prozent (Vorjahr: 7,5 Prozent), die Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen auf 76 Mio. € (Vorjahr: 73 Mio. €).

Bilfinger erwirtschaftete ein EBITA von 32 Mio. €, das entspricht einer EBITA-Marge von 3,0 Prozent (Vorjahr: 2,2 Prozent). Das Konzernergebnis erhöhte sich auf 19 Mio. € (Vorjahr: 13) Mio. €, im Wesentlichen aufgrund des verbesserten EBITA. Der Free Cashflow wurde auf 19 Mio. € verbessert (Vorjahr: -43 Mio. €), mit einer stärkeren Cash Conversion als im ersten Quartal des Jahres. Die Netto-Investitionen beliefen sich auf -9 Mio. €, nach -3 Mio. € im Vorjahr. Die Nettoliquidität einschließlich der Leasingverbindlichkeiten verringerte sich von 295 Mio. € auf 91 Mio. €, vor allem aufgrund der im Mai 2022 ausgeschütteten Dividendensumme von 196 Mio. €.

Segment Engineering & Maintenance Europe

Bei E&M Europe stieg der Auftragseingang organisch um 3 Prozent auf 669 Mio. € (Vorjahr: 649 Mio. €). Das Segment erzielte vor allem aufgrund einer starken Saison für Großrevisionen von Industrieanlagen (‚Turnarounds‘) in Skandinavien einen deutlichen Anstieg des Volumens. Die Umsatzerlöse erhöhten sich daher organisch um 9 Prozent auf 725 Mio. € (Vorjahr: 665 Mio. €). Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 0,92. Das EBITA des Segments war mit 38 Mio. € gegenüber dem starken Vorjahresquartal stabil. Die entsprechende EBITA-Marge betrug 5,2 Prozent (Vorjahr: 5,7 Prozent). Projekte wie das klimafreundliche Fernkältesystem für die Stadtwerke München sind ein weiterer Beleg für das Potenzial, das die Kompetenz von Bilfinger zur Unterstützung der europäischen Energiewende bietet.

Segment Engineering & Maintenance International

Der Auftragseingang bei E&M International war mit 197 Mio. € (Vorjahr: 199 Mio. €) nominal stabil, unterstützt durch einen stärkeren US-Dollar. Organisch war ein Rückgang um 11 Prozent gegenüber dem hohen Vorjahresniveau zu verzeichnen. Das Book-to-Bill-Verhältnis betrug 1,06. In diesem Segment zeigt die im Jahr 2021 vorgenommene strategische Neuausrichtung weiterhin ihre Wirkung: Zu den Vertragsabschlüssen gehört ein neuer Rahmenvertrag mit Shell in den USA, einem Kunden, mit dem Bilfinger in Europa seit Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Der Umsatz des Segments wuchs organisch um 16 Prozent auf 186 Mio. € (Vorjahr: 143 Mio. €). Sowohl die Region Nordamerika als auch der Mittlere Osten trugen zu diesem Wachstum bei. Infolgedessen verbesserte sich das EBITA deutlich auf -1 Mio. € (Vorjahr: - 9 Mio. €), die EBITA-Marge belief sich auf -0,6 Prozent (Vorjahr: -6,4 Prozent).

Segment Technologies

Der Auftragseingang bei Technologies stieg organisch um 3 Prozent auf 173 Mio. € (Vorjahr: 169 Mio. €), daraus resultierte ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,24. Die Nachfrage nach Projekten im Pharma- und Biopharma-Sektor ist nach wie vor sehr gut und führte zu einer Reihe von Neuaufträgen im Berichtsquartal. Der Nuklearsektor zeigt ein positives Momentum, insbesondere in Großbritannien und Frankreich. Der Umsatz ging organisch um 5 Prozent auf 139 Mio. € (Vorjahr: 145 Mio. €) zurück, dies spiegelt die für das Projektgeschäft typischen saisonalen Schwankungen wider. Das EBITA lag bei 3 Mio. € und damit unter dem guten Wert des Vorjahresquartals (7 Mio. €). Die EBITA-Marge betrug 2,3 Prozent (Vorjahr: 4,7 Prozent) und soll in der zweiten Jahreshälfte 2022 wieder anziehen.

Ausblick für 2022: Deutliche Steigerung von Umsatz und EBITA bestätigt

Unter der Voraussetzung, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht wesentlich verändern, bestätigt Bilfinger den folgenden Ausblick:

Für den Konzern erwartet Bilfinger einen deutlichen Anstieg von Umsatz (2021: 3.737 Mio. €) und EBITA (2021: 121 Mio. €). Ein verbessertes operatives Ergebnis sowie geringere Restrukturierungsaufwendungen werden die im Jahr 2021 erzielten Gewinne aus Immobilienverkäufen mehr als kompensieren.

Trotz des verbesserten EBITA wird das Konzernergebnis voraussichtlich deutlich niedriger ausfallen als im Vorjahr (2021: 130 Mio. €). Im Jahr 2021 leisteten Sondereinflüsse im Finanzergebnis und Steuererstattungen einen positiven Beitrag.

Beim Free Cashflow erwartet Bilfinger einen Wert auf dem Niveau des Vorjahres (2021: 115 Mio. €), das von Mittelzuflüssen aus Immobilienverkäufen und Steuererstattungen in Höhe von 86 Mio. € profitierte. Im Jahr 2022 fallen diese Sondereffekte wesentlich geringer aus. Der operative Cashflow verbessert sich deutlich.

Im Segment Engineering & Maintenance Europe wird der Umsatz (2021: 2.518 Mio. €) nach einer starken Erholung im Vorjahr erneut deutlich steigen, auch aufgrund der inflationsbedingt gestiegenen Kosten, die im Wesentlichen an die Kunden weitergereicht werden können. Bilfinger erwartet daher einen deutlichen Anstieg des EBITA gegenüber dem Vorjahr (2021: 116 Mio. €). Da in diesem Segment Restrukturierungskosten für das Ausphasen des Russlandgeschäfts anfallen, wird die EBITA-Marge auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Bei Engineering & Maintenance International ist ebenfalls ein deutlicher Umsatzanstieg (2021: 553 Mio. €), ausgehend von niedrigerem Niveau, zu erwarten. Das EBITA (2021: -18 Mio. €) wird aufgrund einer erhöhten Auslastung deutlich auf ein mindestens ausgeglichenes Ergebnis steigen. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind die Fortschritte bei der Strategie zum Ausbau des Wartungsgeschäfts sowie die Fokussierung auf kleinere und mittlere Projekte.

Bei Technologies ist jedoch aufgrund einer selektiven Auftragsauswahl nur noch mit Umsatzerlösen (2021: 560 Mio. €) und einem EBITA (2021: 19 Mio. €) auf Vorjahresniveau zu rechnen.

Im Bereich Other Operations wird der Umsatz (2021: 167 Mio. €) trotz Entkonsolidierungseffekten deutlich über dem Vorjahresniveau liegen, da der Auftragseingang im ersten Halbjahr höher war als ursprünglich erwartet. Bei den in der Überleitung Konzern zusammengefassten Positionen rechnet das Unternehmen für 2022 mit einem EBITA deutlich unter dem Wert des Vorjahres (2021: 4 Mio. €), der durch Gewinne aus Grundstücks- und Immobilienverkäufen in Höhe von 30 Mio. € geprägt war. Ohne diesen Effekt ist im Wesentlichen ein stabiles Niveau zu erwarten.

 

Kennzahlen des Konzerns

in Mio. €
 Q2GJ 2021
 20222021∆ in %2021
Auftragseingang1.1071.0614
(org: 4)
4.008
Auftragsbestand3.1582.84511
(org: 9)
2.946
Umsatz1.07897710
(org: 9)
3.737
Bruttomarge (in %)9,99,7 10,4
EBITDA574820220
EBITA322153121
EBITA-Marge (in %)3,02,2 3,2
davon Sondereinflüsse0-5 -16
Konzernergebnis191346130
Ergebnis je Aktie (in €)0,460,31533,19
Operativer Cashflow28-40 113
Free Cashflow19-43 115
davon Sondereinflüsse-6-13 -52
Netto-CAPEX-9-3 2
Mitarbeiter (Anzahl zum Stichtag)30.56629.692329.756

 

Ansprechpartnerin

Anette Weidlich
Head of External Communications

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