Scrubber-Technologie: Bilfinger erhält Millionenaufträge von Reedereien

13.08.2018

  • Ausrüstung von Frachtern und Tankern mit Abgasreinigungsanlagen (Scrubbern)
  • Auftragswert mehr als 40 Mio. Euro
  • Scrubber-Technologie mit großem Marktpotenzial

Der Industriedienstleister Bilfinger erschließt mit seiner Scrubber-Technologie erfolgreich neue Wachstumsmärkte. Der Konzern wurde in den vergangenen Wochen von mehreren griechischen Reedereien damit beauftragt, mindestens 42 Schiffe mit sogenannten Scrubbern auszurüsten. Dabei handelt es sich um Rauchgasentschwefelungsanlagen, die dafür sorgen, dass die erzeugten schwefelhaltigen Rauchgase durch ein Absorptionsverfahren herausgefiltert werden. Der Gesamtwert der Aufträge beträgt mehr als 40 Mio. Euro. Auftraggeber sind die Reedereien Maran Tankers, Anangel Maritime, Delta Tankers und Marmaras Navigation. Die Aufträge werden im Geschäftsfeld Engineering & Technologies verbucht.

Tom Blades, CEO von Bilfinger: „Immer mehr Unternehmen interessieren sich für Umwelttechnologien, jetzt auch auf dem Wasser. Wir haben jahrzehntelange Erfahrungen bei der Rauchgasentschwefelung und übertragen diese nun auf die Hochseeschifffahrt. Mit unseren Technologien „Made in Germany“ leisten wir einen Beitrag dazu, dass die Schiffe die neuen Grenzwerte einhalten und die Meeresluft sauber bleibt.“

Die internationale Schifffahrt muss deutlich striktere Umweltvorgaben erfüllen. Die meisten Schiffe verwenden derzeit Schweröl als Treibstoff, mit einem Anteil von mehr als drei Prozent an Schwefel. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat hierauf reagiert: Ab 2020 gilt weltweit eine Begrenzung des Schwefelanteils im Treibstoff von 0,5 Prozent. Die IMO und Europäische Union erlauben alternativ, die Entschwefelung der Abgase über ein Abgasreinigungssystem zu erreichen – sogenannte Scrubber. Dadurch werden die Schwefeldioxid-Konzentrationen im Abgas von Schweröl so deutlich reduziert wie im Betrieb mit schwefelarmen Kraftstoffen (Marinediesel und LNG), die vergleichsweise sehr teuer sind.

Hohes Marktpotenzial

„Diese Aufträge sind gute Referenzen und somit Türöffner für weitere Projekte im maritimen Bereich. Da der Scrubber ein fast konkurrenzloses Produkt ist und sich nach einem bis zweieinhalb Jahren bereits amortisiert, erwarten wir eine hohe Nachfrage nach unseren Lösungen. Die zahlreichen Auftragseingänge bestätigen auch unseren Ansatz, unser einzigartiges Know-how aus dem Bereich der Industrieanlagen in andere Wachstumssegmente zu übertragen”, so Michael Löffelmann, Executive President des Geschäftsfeldes Engineering & Technologies.

Mit seinen Scrubber-Lösungen bietet Bilfinger eine Komplettleistung an – von der Entwicklung, über die Fertigung bis zur Wartung. Dabei stehen den Reedereien unterschiedliche Scrubber-Verfahren zur Auswahl. Von den neuen Grenzwerten sind rund 50.000 Handelsschiffe betroffen, so dass ein erhebliches Marktpotenzial für die von Bilfinger entwickelten Scrubber-Lösungen besteht.

Bereits seit rund zwei Jahren konnte Bilfinger positive Erfahrungen in diesem Bereich verbuchen. Die Carl Büttner Reederei fährt mit Rauchgasentschwefelungsanlagen seit Herbst 2016 sauber durch die Wellen. Das Referenzprojekt wurde von der Zertifizierungsgesellschaft DNV GL mit dem International Air Pollution Prevention Certificate ausgezeichnet.

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