EDF und Bilfinger stehen vor Projektvereinbarung für Hinkley Point C

12.11.2019

  • EDF hatte zuvor Bilfinger als bevorzugten Bieter ausgewählt, um NSSS und die Herstellung von BOP zu liefern
  • Bilfinger setzt Vorbereitungsarbeiten auf Basis des bestehenden Rahmenvertrages fort

Der französische Energiekonzern EDF (Électricité de France) hat erneut bekräftigt, Bilfinger mit der Errichtung des NSSS (Nuclear Steam Supply System) und der Lieferung von BOP-Herstellungselementen (Balance of Plant) beim Bau des neuen Kernkraftwerks Hinkley Point C zu beauftragen.

Bilfinger ist bereits 2018 als strategischer Lieferant für das Projekt Hinkley Point C in Südwestengland ausgewählt worden. Seitdem hat das Unternehmen Aufträge im Wert von rund 20 Mio. € für die Planungsvorbereitung, Planung und Behandlung von Feststoffen erhalten. Eine zusätzliche Projektvereinbarung zur Realisierung von NSSS (Design und Materialbeschaffung) und BOP-Fertigung ist um den Jahreswechsel herum vorgesehen. Die Leistungen werden von britischen Tochtergesellschaften des Mannheimer Konzerns (Segment E&M Europe) gemeinsam mit Bilfinger Technologies in Oberhausen (Deutschland) erbracht.

Simon Parsons, Projektleiter für Hinkley Point C bei EDF, sagt: „Wir freuen uns darauf, die Zusammenarbeit mit Bilfinger bei diesem zukunftsweisenden Projekt fortzusetzen. Die nachgewiesene Expertise des Unternehmens bei großen Nuklearprojekten gewährleistet einen sicheren, qualitativ hochwertigen und rechtzeitigen Bau von Hauptkomponenten von Hinkley Point C.“

Geplant ist, dass Bilfinger die Leitung der Fertigungs- und Montagearbeiten für das Nuclear Steam Supply System (NSSS) übernehmen wird. Das System erzeugt den erforderlichen Dampf, um die Turbinen-Generatoreinheit anzutreiben und letztlich Energie zu erzeugen. Darüber hinaus soll Bilfinger sogenannte Balance of Plant-Pakete (BOP) planen, vorfertigen und installieren. Dabei handelt es sich um wesentliche Komponenten und Hilfssysteme außerhalb der Erzeugungseinheit selbst, die zur Lieferung der Energie benötigt werden. Bilfinger arbeitet seit 2018 am Projekt Hinkley Point C und wird für die verschiedenen Aufträge während der gesamten Projektlaufzeit dort aktiv sein.

Die beiden neuen Druckwasserreaktoren (EPR) der dritten Generation von EDF in Hinkley Point C mit einer Kapazität von je 1.600 MW werden kohlenstoffarm hergestellten Strom für rund sechs Millionen Haushalte in Großbritannien liefern. Hinkley Point C ist das erste neue Kernkraftwerk, das seit über 20 Jahren in Großbritannien gebaut wird, und es wird erwartet, dass es über seine 60-jährige Lebensdauer hinweg zu einer Vermeidung von über 600 Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen beitragen wird.

Auch beim französischen Kernkraftprojekt Flamanville 3 arbeitet Bilfinger bereits mit EDF bei der Erneuerung von Schweißnähten zusammen. Bilfinger setzt hierzu einen ferngesteuerten Roboter zum Schneiden und Neuverschweißen der Hauptdampfübertragungsrohre ein. Ziel ist es, mit dieser speziellen Schweißtechnologie die Einhaltung der extrem hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards des „Break Preclusion“-Ansatzes von EDF sicherzustellen.

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