Bilfinger und Umincorp unterzeichnen Absichtserklärung für Kunststoff-Recyclinganlagen

03.02.2021

  • Partnerschaft für den Bau mehrerer Anlagen für effizienteres Recycling von Kunststoffen
  • Bilfinger soll Planung, Beschaffung und Bau der Anlagen übernehmen
  • Innovatives Recyclingverfahren mit 40 % höherer Rückgewinnung

Der Industriedienstleister Bilfinger und der Anbieter von Plastik-Recyclingtechnologien Umincorp haben eine Absichtserklärung für eine langfristige EPC-Partnerschaft (Engineering, Procurement and Construction) unterzeichnet. Ziel ist es, gemeinsam mehrere Kunststoffrecyclinganlagen zu realisieren, die auf Umincorps patentierter Magnetic Density Separation (MDS)-Technologie basieren. Das Umincorp MDS-Recyclingverfahren hat eine um 40 Prozent höhere Rückgewinnung von Kunststoffen und eine um 10 Prozent höhere Outputqualität als die derzeit verwendeten Recyclingverfahren. Die erste industrielle MDS-Recyclinganlage in Amsterdam ist bereits in Betrieb. Nun wird Bilfinger Umincorp bei der Standardisierung des Anlagenkonzepts für die internationale Expansion unterstützen.

„Durch die Zusammenarbeit mit Umincorp leisten wir einen Beitrag zu weniger Kunststoffabfall und besserem Recycling“, sagt Wim van den Brink, CEO von Bilfinger Tebodin. „Unsere Expertise kann Umincorp helfen, den Bau von Recyclinganlagen auf der ganzen Welt schnell voranzutreiben.“

 Die niederländische Tochtergesellschaft Bilfinger Tebodin wird das Engineering, die Beschaffung und die Konstruktion der MDS-Anlagen verantworten. Die deutsche Tochtergesellschaft Bilfinger Greylogix wird sie mit ihrer Expertise in der Anlagenautomatisierung und Prozesssteuerung bei der Implementierung von Fernsteuerungstechnologien in den Recyclinganlagen unterstützen, um kostengünstige Wartungslösungen zu etablieren.

Jaap Vandehoek, CEO von Umincorp: „Wir haben Bilfinger als EPC-Partner ausgewählt, weil sie ein flexibler und zuverlässiger Partner mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards sind.

Sie bieten nicht „nur“ eine schlüsselfertige Lösung, sondern berücksichtigen von Anfang an auch den intelligenten Betrieb und die Wartung der zukünftigen Anlagen.“

Bilfinger und Umincorp streben an, als erstes gemeinsames Projekt eine zweite Anlage in den Niederlanden zu realisieren, die sich derzeit in der Entwicklung befindet. Das gemeinsame Projekt könnte den Grundstein für die internationale Expansion legen und Best Practices für Design, Engineering, Beschaffung und die Zusammenarbeit mit lokalen Lieferanten etablieren. Beispielsweise könnte die Installation von vorgefertigten Modulen anstelle von vielen Einzelteilen dazu beitragen, den Bau der Recyclinganlagen in Zukunft zu beschleunigen.

Bilfinger überzeugte Umincorp mit seinem partnerschaftlichen Ansatz: Bilfinger wird gemeinsam mit Umincorp sicherstellen, dass die neuen Anlagen die MDS-Technologie korrekt und mit der gewünschten Recyclingqualität einsetzen und innerhalb des vorgesehenen Budgets und Zeitrahmens fertig gestellt werden. Dafür wird Bilfinger eng mit den Lieferanten der Anlagenteile und den jeweils lokalen Partnern zusammenarbeiten. Die EPC-Partnerschaft ermöglicht Umincorp, sich auf die Projektinitiierung, die Forschung und Entwicklung sowie den Betrieb zu konzentrieren. Durch eine höhere Standardisierung kann Bilfinger kontinuierlich CAPEX und OPEX der Anlagen verbessern.

Umincorp wurde 2012 gegründet und hat die MDS-Technologie erfolgreich auf einen industriellen Maßstab gebracht, wie die bereits in Betrieb befindliche MDS-Anlage in Amsterdam zeigt. Im Jahr 2018 wurde Ikea ein Anteilseigner, um die MDS-Technologie weiter zu verbreiten. Das Technologie und das Umincorp-Anlagenkonzept sind durch Direktkauf oder Partnerschaften in den Zielmärkten verfügbar. Um die internationale Expansion zu beschleunigen und die Anlagen weiter zu standardisieren, hat Balance (mit Sitz in Amsterdam) Umincorp erfolgreich durch den Ausschreibungsprozess zur Auswahl von Bilfinger als EPC-Partner für die Realisierung mehrerer MDS-Anlagen weltweit begleitet.

Jährlich werden auf der Erde rund 300 Millionen Tonnen Kunststoff produziert, was einem Rohstoffwert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar entspricht. Das meiste davon wird weniger als 15 Minuten genutzt, da ein großer Teil aller Kunststoffe auf Verpackungen entfällt. Nach dem Gebrauch landen etwa 30 % des Plastiks in Flüssen und Ozeanen - das entspricht einem Müllwagen voll Plastik pro Minute. Etwa 10 % des Plastikmülls werden verbrannt und 40 % werden deponiert. 20 % werden für das Recycling gesammelt, aber dies ist eher ein Downcycling, da nur 5 % des recycelten Kunststoffs aufgrund der geringen Rückgewinnung und der schlechten Ausgangsqualität wirklich als neuer Rohstoff in die Wirtschaft zurückfließen.

Die Kunststoffrecyclingtechnologie von Umincorp gewinnt 40 % mehr Kunststoffe zurück und das Material hat eine so hohe Reinheit, dass es wieder für Verpackungen verwendet werden kann.

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