Bilfinger macht Hinkley Point C noch sicherer

06.04.2020

  • Engineering von wichtiger Sicherheitsvorrichtung für neues englisches Kernkraftwerk
  • Komponenten-Design für Kernschmelze-Stabilisierungssysteme

Bilfinger baut seine Zusammenarbeit mit NNB, einer Tochtergesellschaft des französischen Energiekonzerns EDF, aus. Der Industriedienstleister übernimmt das Design von Komponenten für zwei Kernschmelze-Stabilisierungssysteme (Core Melt Stabilization System, kurz: CMSS), die im neuen Kernkraftwerk Hinkley Point C im englischen Somerset eingesetzt werden sollen. Im Fall einer Kernschmelze bringt das System den geschmolzenen Kern nach dem Austritt aus dem Reaktordruckbehälter (RDB) in einen sicheren Zustand. Damit übernimmt Bilfinger das Engineering von essenziellen Vorrichtungen für die Sicherheit des Kernkraftwerks.

Zudem führt Bilfinger bereits seit 2017 die Planung und Lieferung einer Konditionierungsanlage für feste und flüssige radioaktive Abfälle aus dem im Bau befindlichen Kraftwerksteil C mit zwei Reaktoren des Typs EPR™ (European Pressurized Reactor) aus. Mit der Konditionierungsanlage werden Betriebsabfälle charakterisiert, sortiert, volumenreduziert und anschließend zementiert. Die Arbeiten werden überwiegend fernhantiert in einer heißen Zelle ausgeführt.

„Mit der Beauftragung für das Kernschmelze-Stabilisierungssystem weiten wir unsere Arbeit an Hinkley Point C erneut aus“, sagt Tom Blades, CEO von Bilfinger. „Wir sind stolz auf das Vertrauen unseres Kunden, der uns diesen kritischen Bestandteil der Sicherheitssysteme des Kraftwerks anvertraut.“

Bilfinger kann hierbei aus langjährigen Erfahrungen mit großen Nuklear-Neubauprojekten schöpfen. Für den Bau des Kernkraftwerks Olkiluoto 3 in Finnland mit einem Reaktor des Typs EPR™ entwickelte der Industriedienstleister im Rahmen der technischen Anforderungen die Komponenten für das erste CMSS vom Design bis hin zur Inbetriebnahme. Weitere CMSS-Komponenten für Reaktoren des Typs EPR™ wurden nach Flammanville, Frankreich und Taishan, China, geliefert.

Bilfinger war bereits 2018 als strategischer Lieferant von EDF für das Projekt Hinkley Point C ausgewählt worden. Seitdem hat Bilfinger Aufträge im Wert von rund 90 Millionen Euro für die Planungs- und Designvorbereitung, Abfallbehandlung sowie für die Ausführungsplanung, das Lieferantenmanagement, den Rohrbau und die Installation von Rohrleitungssystemen erhalten. EDF hat außerdem bekräftigt, Bilfinger auch mit der Leitung der Fertigungs- und Montagearbeiten für das NSSS (Nuclear Steam Supply System) beauftragen zu wollen. Mit einer Auftragsvergabe wird im Laufe des Jahres 2020 gerechnet. Neben der Bilfinger Noell sind die Tochtergesellschaften Bilfinger UK, Bilfinger Engineering & Technologies in Deutschland und Bilfinger Peters Engineering in Frankreich an der Ausführung dieser Aufträge für Hinkley Point C beteiligt.

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