Bilfinger liefert Verteilrohrleitung für Wasserbatterie-Projekt

04.09.2018

  • Pilotprojekt zur Energiespeicherung in Gaildorf (Baden-Württemberg)
  • Verteilrohrleitung als zentraler Bestandteil für mehr Effizienz

Das Problem ist bekannt: Mit steigendem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss auch die Volatilität der natürlichen Stromerzeugung ausgeglichen werden. Mit Speicherung von Energie in einer sogenannten Wasserbatterie – einer Kombination aus Windpark und Pumpspeicherkraftwerk – kann man Schwankungen im Stromnetz kurzfristig entgegnen. Eine solche Verbindung von Wind- und Wasserkraft entsteht aktuell im baden-württembergischen Gaildorf. Die Bilfinger-Gesellschaft Bilfinger VAM Anlagentechnik liefert dabei im Auftrag der Naturspeicher GmbH, einer Beteiligung der Firmengruppe Max Bögl, eine Verteilrohrleitungskonstruktion, die im Pumpspeicherkraftwerk zum Einsatz kommt.

„Wir freuen uns sehr, dass bei diesem Pilotprojekt auf das langjährige Know-how unserer Experten zurückgegriffen wird. Wir können damit einen Beitrag zur ökologisch verträglichen und nachhaltigen Stromspeicherung leisten“, sagt Stephan Ebner, Geschäftsfeldleiter Hydropower bei der Bilfinger VAM Anlagentechnik.

Technologisch lässt sich die Wasserbatterie in Gaildorf leicht erklären. Die Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerks sind in den Turmfuß der Windenergieanlagen integriert. Die dadurch zusätzlich gewonnene Nabenhöhe trägt gleichzeitig zu einer größeren Windausbeute bei. Eine unterirdische Druckrohrleitung aus Polyethylen (PE), die ins Tal führt, verbindet die Becken mit drei Pumpturbinen von je 5,3 Megawatt (MW). Das Pumpspeicherkrafthaus ist wiederum mit dem Unterbecken verbunden. Überschüssige Energie wird dazu verwendet, Wasser aus dem Unterbecken in die Oberbecken zu pumpen, wo es in Form von Lageenergie gespeichert wird. Bei Energiebedarf wird das Wasser dann über die Druckrohrleitung vom Oberbecken in das Unterbecken abgelassen. Hierbei erzeugen die Turbinen und daran gekoppelte Generatoren Strom.

Die Verteilrohrleitungskonstruktion von Bilfinger splittet die Rohrleitung auf der Hochdruckseite vor den Pumpturbinen auf und trägt dazu bei, die Druckverluste während des Turbinen- und Pumpbetriebes zu reduzieren, da die Konstruktion mittels computergestützter Fluidsimulation optimiert wurde. Somit erhöht die Konstruktion den Wirkungsgrad. Die Montage der Verteilrohrleitung hat bereits begonnen und soll noch 2018 abgeschlossen werden.

„Damit wir ein effizientes Speicherkonzept entwickeln konnten, war es für uns unerlässlich, modernste Technologie wie die Bilfinger Verteilrohrleitung im Pumpspeicherkrafthaus zu integrieren“, sagt Jürgen Joos, kaufmännischer Leiter der Max Bögl Wind AG. „Die Wasserbatterie erreicht einen Wirkungsgrad von knapp 80 Prozent und kann innerhalb von nur 30 Sekunden zwischen Stromproduktion und Speicherung wechseln. Solche flexiblen Kurzzeitspeicher wie diese sind aus unserer Sicht für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Zukunft unerlässlich.“

Die Wasserbatterie erreicht einen Wirkungsgrad von knapp 80% und kann innerhalb von nur 30 Sekunden zwischen Stromproduktion und Speicherung wechseln."  

Jürgen Joos, Kaufmännischer Leiter der Max Bögl Wind AG