Bilfinger etabliert sich auf internationalem Markt für Scrubber

21.02.2019

  • Gesamt-Auftragswert übersteigt 100 Mio. EUR
  • Bilfinger Scrubber-Technologie künftig bei 70 Hochseeschiffen im Einsatz

Die internationale Hochseeschifffahrt setzt zunehmend auf die emissionsreduzierenden Rauchgasentschwefelungsanlagen von Bilfinger. Der Industriedienstleister erhielt in den vergangenen Monaten weitere Aufträge und hat damit mehr als 100 Mio. EUR an Auftragsvolumen für seine sogenannte Scrubber-Technologie in den Büchern. Insgesamt 70 Schiffe nationaler und internationaler Reedereien werden darüber in die Lage versetzt, die künftig strengeren Umweltvorgaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) und der Europäischen Union zu erfüllen.

Tom Blades, CEO von Bilfinger: "Unsere Scrubber zeichnen sich durch geringe Betriebskosten, eine hohe Umweltfreundlichkeit sowie eine hohe Anlagenverfügbarkeit aus. Umwelttechnologien haben großes Potenzial gerade im maritimen Bereich. Bilfinger verfügt über jahrzehntelange Kompetenz, Rauchgase herauszufiltern. Darüber können unsere Kunden ihre Schiffe auch unter strengerer Regulierung sicher durch die Wellen bewegen."

Seitdem Bilfinger vor rund zwei Jahren seine Erfahrungen aus dem Bereich der Rauchgasentschwefelung von Kraftwerken auf maritime Anwendungen übertragen hat, beläuft sich der Auftragseingang auf ca. 102 Mio. EUR. Von den neuen Schwefelemissionsgrenzwerten sind laut Verband Deutscher Reeder rund 50.000 Handelsschiffe betroffen. Um dem erwarteten Bedarf gerecht zu werden, nimmt der Konzern bereits mögliche Fertigungspartner in China für Rauchgasentschwefelungsanlagen genauer unter die Lupe.

Die gegenwärtigen Auftraggeber sind unter anderem Reedereien aus Deutschland und Griechenland sowie eine Schiffswerft in China. Die Aufträge werden im Geschäftsbereich Technologies verbucht.

Scrubber befreien die Rauchgase, die an den Hauptmaschinen, Hilfsdieseln und Kesseln entstehen, von Schwefelemissionen. Die Rauchgase werden hierzu definiert in den Scrubber seitlich eingeleitet und mit Seewasser in Kontakt gebracht. Im Open-Loop-Prozess läuft das Seewasser in einem offenen Kreislauf durch einen Durchlaufwäscher. Im Closed-Loop-Verfahren werden Absorbentien eingesetzt. Die Hybrid-Technologie vereint den Open-Loop- und Closed-Betrieb in einem System und ist in allen Regionen der Weltmeere einsetzbar. Beim Closed-Loop-Verfahren wird das Wasser aus dem Scrubber durch eine innovative Wasseraufbereitung gereinigt und in einem Tank zwischengelagert. Bilfinger liefert sowohl Open-Loop- als auch Hybrid-Scrubber. Mit seinen Scrubber-Lösungen bietet Bilfinger eine Komplettleistung an - von der Entwicklung, über die Fertigung bis zur Wartung.

Die internationale Schifffahrt muss zukünftig deutlich striktere Umweltvorgaben erfüllen. Die meisten Schiffe verwenden derzeit Schweröl als Treibstoff, mit einem Anteil von bis zu 3,5 Prozent an Schwefel. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat hierauf reagiert: Ab 2020 gilt weltweit eine Begrenzung des Schwefelanteils im Treibstoff von 0,5 Prozent. Die IMO und Europäische Union erlauben alternativ, die Entschwefelung der Abgase über ein Abgasreinigungssystem zu erreichen - sogenannte Scrubber. Dadurch werden die Schwefeldioxid-Konzentrationen im Abgas von Schweröl so deutlich reduziert wie im Betrieb mit schwefelarmen Kraftstoffen (Marinediesel und LNG), die vergleichsweise sehr teuer sind.

Jens Borgschulte, Finance Director des Geschäftsbereichs Technologies: "Der Scrubber ist ein fast konkurrenzloses Produkt, das sich nach einem bis zweieinhalb Jahren bereits amortisiert. Die große Nachfrage bestätigt unseren erfolgreichen Technologietransfer aus dem Bereich der Industrieanlagen in andere Wachstumssegmente."

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