Bianca Reeb

Für die einen ist es ein gut gemeinter Vorsatz, die anderen setzen den Wunsch direkt in die Tat um. Die Rede ist von sozialem Engagement im Ausland. Unsere Kollegin Bianca Reeb hat sich ihren Wunsch erfüllt. Sie hat zwei Monate in Kenia verbracht und dort ein soziales Projekt unterstützt.

Bianca Reeb hegte schon lange den Wunsch, wieder einmal ins Ausland zu gehen und dort zu arbeiten. Es ging ihr darum, einen gesellschaftlichen und sozialen Beitrag zu leisten. Doch wie sollte das gehen, wo sie einen Vollzeitjob und Teamverantwortung für zwei Mitarbeiter hat. Irgendwann fasste sie sich ein Herz und sprach ihren Vorgesetzen darauf an. „Ich habe viel Mut gebraucht, um zu fragen, weil ich vermeiden wollte, dass sich das negativ auf meine Karriere auswirkt“, berichtet Reeb, die bei der Bilfinger Global IT für das Lieferanten- und Lizenz-Management verantwortlich ist. Umso mehr war sie dann überrascht, als die Reaktion auf die Anfrage durchaus positiv ausfiel.

„Die Geschäftsführung bei Global IT hat mich voll unterstützt“, freut sich Bianca Reeb. Im Vorfeld des Aufenthaltes musste noch einiges geregelt werden. Unter anderem wurde eine Vertretung organisiert, um die Aufgaben in Reebs Abwesenheit zu übernehmen. Die Kooperation mit HR zwecks geplanter Freistellung gestaltete sich unkompliziert. Bei der Projektauswahl war es der Kollegin wichtig, sich dort zu engagieren, wo sie sich mit ihrem IT-Fachwissen einbringen konnte. Das entsprechende Projekt war schnell gefunden und wurde von einer externen Organisation vermittelt.

Im März und April war Bianca Reeb dann sowohl in Nairobi als auch an einem entlegeneren Standort in Westkenia fünf Autostunden von Nairobi entfernt tätig. Die Firma, für die Bianca Reeb tätig war, vertreibt Gas, Solarsysteme oder auch andere Produkte wie Koch- und Haushaltsgüter. Hauptaufgaben waren es, die Verkaufs- und Liefer-Prozesse für diese Waren zu optimieren und eine geeignete Software zu evaluieren, um die Lagerbestände besser verwalten zu können – inklusive Marktanalyse, Lieferantengesprächen und finale Produktempfehlung.

Wieder zurück in Mannheim, blickt Reeb sehr zufrieden auf den Aufenthalt in Kenia zurück. „Die Erfahrung war unschlagbar. Durch so einen Aufenthalt weiß man auch wieder zu schätzen, wie gut es einem hierzulande in Bezug auf Infrastruktur und Lebensstandard geht. Ich kann das nur jedem empfehlen, der sich für fremde Kulturen interessiert und sich engagieren möchte.“

3 Fragen an Bianca Reeb

Wie sah Ihr Arbeitsplatz aus?

In Nairobi habe ich in einem sogenannten "Co-Working Space" gearbeitet. Zusammen mit anderen kleinen Start-up-Firmen haben wir uns das Büro geteilt - so hat man schnell Kontakte knüpfen können. Es war auch spannend zu sehen, mit was sich die anderen Firmen so beschäftigen. Ich konnte bei meiner Tätigkeit sehr selbständig arbeiten, tauschte mich aber regelmäßig mit der Geschäftsführung des Unternehmens, für das ich tätig war, aus. Ganz anders war die Arbeit im ländlichen Gebiet. Mit einem schönen Ritual "Dancing for a reason" haben wir zum Beispiel im Garten den Arbeitstag gemeinsam begrüßt. Ich durfte die Sales Manager bei Ihren Verkaufsterminen begleiten und habe so einen echten Einblick in das Leben auf dem Land (und leider auch der Armut dort) bekommen.

Wie war der Wiedereinstieg in Deutschland?

Der Wiedereinstieg ging erstaunlich leicht. Nach einer Übergabe und einem Gespräch mit meinem Geschäftsführer konnte ich direkt wieder in die Themen einsteigen. Ich konnte im Prinzip gleich dort wieder weitermachen, wo ich aufgehört habe. Mir ist auch wieder bewusstgeworden, dass die Einstellung zum Arbeiten hier eine ganz andere ist als dort. Meetings wurden dort teilweise extrem in die Länge gezogen - was wir hier viel schnell abhandeln wird dort in vielen Details lange diskutiert. Dort ticken die Uhren schon ein bisschen langsamer, und Dinge sind nicht so organisiert wie hier.

Was hat Sie am meisten bei Ihrem Aufenthalt beeindruckt?

Ich habe sehr nette und hilfsbereite Menschen getroffen. Begeistert war ich auch von der Internationalität in Nairobi. Es arbeiten sehr viele junge Menschen in internationalen NGOs. Ich war auch erstaunt, wie verbreitet und integriert Mobilgeräte und Apps sind. In Gebieten ohne ausreichende Infrastruktur hatte ich besseren Empfang als in Mannheim. Ich habe mich während des ganzen Aufenthalts sehr sicher gefühlt. Es war eine tolle Erfahrung, Land und Leute kennen zu lernen - fernab vom üblichen Tourismus.

Bianca Reeb, bei der Bilfinger Global IT für das Lieferanten- und Lizenz-Management verantwortlich
Bianca Reeb in Nairobi
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