- Bilfinger wurde von der britischen Atomenergiebehörde (UKAEA) mit der Entwicklung und Bereitstellung eines virtuellen Kontrollraums für eine Tritium-Brennstoffkreislaufanlage in Oxfordshire beauftragt
- Die virtuellen Simulationen dienen der Schulung von Ingenieuren im Umgang mit Tritium und verbessern die Sicherheit und Effizienz des Betriebs
- Der Kontrollraum ermöglicht die Einführung innovativer Schulungsmethoden und stärkt die Zusammenarbeit innerhalb der Fusionsindustrie
Oxfordshire, Vereinigtes Königreich. Der internationale Industriedienstleister Bilfinger wurde von der britischen Atomenergiebehörde (UK Atomic Energy Authority, UKAEA) damit beauftragt, einen virtuellen Kontrollraum für die Tritium-Brennstoffkreislaufanlage in Oxfordshire zu entwickeln. Dieser ermöglicht es, zukünftige Ingenieure vor Ort auszubilden und das Potenzial der Fusionsenergie gegenüber wichtigen Interessengruppen zu demonstrieren.
Das EI&C-Team (Electrical, Instrumentation, and Control) von Bilfinger in Großbritannien hat die Konzeption und Auslieferung des neuen digitalen Simulators für die Tritium-Brennstoffkreislaufanlage der UKAEA auf deren Culham Campus verantwortet. Die „UKAEA-Eni H3AT Tritium Loop Facility“ ist eine weltweit führende Tritium-Forschungseinrichtung, die der Industrie und Wissenschaft die Möglichkeit bietet, die Nutzung, Lagerung und Wiederverwertung von Tritium – einem der zentralen technologischen Systeme für den Betrieb von Fusionskraftwerken – zu untersuchen. „H3AT“ – ausgesprochen „heat“ – steht für H3 (Tritium) Advanced Technology.
Der neue virtuelle Kontrollraum ermöglicht es den Mitarbeitern der Anlage, computergestützte Trainingssimulationen durchzuführen. Tritium ist ein seltenes Gas, bei dessen Handhabung Vorsicht geboten ist. Das Training vermittelt die Fähigkeiten, die erforderlich sind, um eine sichere und kontrollierte Umgebung zu gewährleisten. So können Ingenieure eine Reihe von Situationen trainieren, die in der realen Welt nicht simulierbar wären. Zudem verschafft es der UKAEA die Möglichkeit, eine digitale Bibliothek mit Trainingsszenarien aufzubauen.
Im virtuellen Kontrollraum können die Betriebsparameter der Anlage verändert und so mögliche Folgewirkungen simuliert werden, um die entsprechenden Prozesse zu optimieren. Darüber hinaus kann die UKAEA wichtigen Interessengruppen die Abläufe virtuell demonstrieren, um so ihre weltweit führende Position bei der Erforschung, Entwicklung und Bereitstellung von Tritium-Nutzungsprozessen zu stärken.
Darren Clement, Vice President EAP, Bilfinger Engineering and Maintenance UK, sagte: „Die spannende Forschung in Culham hat das Potenzial, den zukünftigen Energiemix der Welt dramatisch zu verändern – indem sie das Potenzial für sichere, saubere und praktisch unbegrenzte Energie ausschöpft. Dieser virtuelle Kontrollraum ermöglicht es der UKAEA, ihre Prozesse weiter zu verbessern und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Mitarbeiter für einen reibungslosen und sicheren Betrieb geschult sind. Wir unterstützen die Nuklearindustrie seit 60 Jahren und begleiten Pioniere und große Betreiber dabei, große Mengen sauberer Energie sicher bereitzustellen.“
Stephen Wheeler, Executive Director Fusion Technology and Tritium Fuel Cycle bei der UKAEA, sagte: „Die UKAEA-Eni H3AT Tritium Loop Facility wird der größte und modernste Tritium-Brennstoffkreislauf der Welt sein. Sie stellt auch einen bedeutenden Fortschritt hinsichtlich der industriellen Kapazitäten im Fusionssektor dar. Durch die Einrichtung des digitalen Kontrollraums mit Bilfinger steigern wir unsere technischen Fähigkeiten und leisten einen Beitrag für die Bedarfe der zukünftigen Fusionsindustrie. Wir haben eine einzigartige Möglichkeit geschaffen, die nächste Generation von Fusionsingenieuren mithilfe modernster virtueller Simulationstechnologie auszubilden.
Der Einsatz digitaler Technologien in der Ausbildung ist in mehreren Abteilungen der UKAEA gang und gäbe, daher freuen wir uns sehr, dass wir dieselben Prinzipien auch hier anwenden können. Wir freuen uns auch, dass wir durch diese Investition eine breite Lieferkette unterstützen konnten.“





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