- Auftragseingang steigt organisch – erstmals nach drei Jahren Rückgang
- Trendumkehr: Leistung besser als erwartet
- Wachstumstreiber Digitalisierung: 20 Mio. € Investitionen in Geschäftsentwicklung
- Beabsichtigte Dividendenzahlung für Geschäftsjahr 2017: 1,00 €
- Ausblick: Ergebnis verbessert sich deutlich
Der Industriedienstleister Bilfinger hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 ein stabiles Fundament für künftiges nachhaltiges Wachstum gelegt. In einem weiter schwierigen Marktumfeld stieg der Auftragseingang organisch erstmals nach drei rückläufigen Jahren an. Eine Trendumkehr zeigt sich auch bei der Leistung: Im dritten und vierten Quartal wuchs der Konzern wieder organisch. Damit liegt die Leistung des Gesamtjahres über den Erwartungen. Beim Auftragseingang sind wir erstmals organisch wieder gewachsen und wir konnten trotz der Belastungen aus US-Altprojekten ein ausgeglichenes bereinigtes EBITA erreichen.
CEO Tom Blades: „Wir haben Bilfinger strukturiert, stabilisiert und robuster aufgestellt. Unsere Strategie 2020 greift. Der Fortschritt ist erkennbar und die operativen Schritte nach vorne werden größer.“
Wachstumstreiber Digitalisierung – Investitionen in Geschäftsentwicklung
In der Digitalisierung der Prozessindustrie sieht Bilfinger einen wesentlichen Wachstumstreiber des Konzerns für die kommenden Jahre. Großer Nachholbedarf besteht insbesondere bei mittelständischen Unternehmen der Branche. Bilfinger ist mit seinen Technologien in der Lage, die Effektivität einer Anlage deutlich zu erhöhen, die Instandhaltungskosten zu verringern und ungeplante Stillstandzeiten zu reduzieren. Das zugrunde liegende Konzept zur Digitalisierung der Prozessindustrie heißt „BCAP“ (Bilfinger Connected Asset Performance).
„Für kleine und mittlere Unternehmen gibt es ein solches Angebot derzeit nicht. Mit BCAP stoßen wir deshalb in eine Marktlücke. Wir bieten Beratung, digitale Vernetzung, Datenerfassung und -analyse sowie vorausschauende Instandhaltung aus einer Hand. Davon erhoffe ich mir einen deutlichen Wachstumsschub, denn wir sind bereits dort, wo Digitalisierung gebraucht wird“, sagt Blades.
Um Wachstumspotenziale zu heben, investiert der Konzern im Geschäftsjahr 2018 daher zusätzlich rund 20 Mio. €. Diese entfallen auf den Ausbau des Leistungsspektrums vor allem im Bereich Digitalisierung sowie auf die strategische Geschäftsentwicklung.
Zügige Umsetzung der Strategie 2020 – Portfoliobereinigung weit fortgeschritten
Bei der Umsetzung der Strategie 2020 durchläuft Bilfinger die drei Phasen Stabilisierung, Aufbau und Ausbau. Dabei wurden wichtige Meilensteine erreicht. Das Unternehmen befindet sich aktuell in der weit fortgeschrittenen Phase der Stabilisierung und ist auf dem Sprung in die Aufbauphase.
Außerdem wurden bei der Bereinigung des Portfolios in den vergangenen Monaten weitere Fortschritte erzielt. Von den 13 zum Verkauf stehenden verlustbringenden Gesellschaften, die nicht mehr zum Kerngeschäft zählen, sind bis dato zehn Gesellschaften veräußert worden. Bis Mitte 2018 soll dieser Prozess für alle 13 Einheiten wie geplant abgeschlossen sein.
Internes Fitnessprogramm – Compliance, IT-Systeme, BTOP
Um die Konzernstrukturen und -prozesse fit für die Zukunft zu machen, hat Bilfinger konzernweite Programme aufgesetzt, zu denen auch „BTOP“ zählt. Ziel von BTOP ist es, die Stärken des Konzerns unternehmensweit besser auszuschöpfen. B steht dabei für Bilfinger und Top für die Initiativen, mit denen Verbesserungsprozesse innerhalb des Konzerns angestoßen werden.
Hohe Investitionen fließen parallel auch in die Harmonisierung und Verbesserung der IT- und Prozess-Landschaft, um die Effektivität der Systeme und die Flexibilität zu erhöhen. Über drei Jahre verteilt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 50 Mio. Euro. Unterstützend wirkt hierbei auch die Reduktion der Anzahl von Legaleinheiten, die zum Jahresende das Zwischenziel von 200 mit 196 leicht unterschritten haben. Hierbei geht es insbesondere auch um operativ tätige Einheiten, die durch Fusionen nicht nur die Vertriebs- und Verwaltungskosten senken, sondern auch einen einheitlichen Marktauftritt forcieren.
Im Geschäftsjahr 2017 wurde auch im Bereich Compliance sehr viel erreicht. Das Unternehmen befindet sich auf gutem Wege, ein erstklassiges Compliance-System zu haben. Hierzu gehören z.B. etablierte, konzernweit einheitliche Prozesse und Systeme, regelmäßige Schulungen aller relevanten Mitarbeiter sowie das konsequente Verfolgen interner wie externer Verdachtsmeldungen. Der Anspruch ist im Konzernleitbild festgeschrieben: Bei Integrität und Arbeitssicherheit werden keine Kompromisse eingegangen.
Kennzahlen des Bilfinger Konzerns
| in Mio. € | Q1 - Q4 | Q4 | ||||
| 2017 | 2016 | ∆ in % | 2017 | 2016 | ∆ in % | |
| Auftragseingang | 4.055 | 4.056 | 0 (org. 4) | 1.085 | 1.069 | 1 (org. 6) |
| Auftragsbestand | 2.530 | 2.618 | -3 | 2.530 | 2.618 | -3 |
| Leistung | 4.024 | 4.219 | -5 | 1.077 | 1.058 | 2 |
| EBITA bereinigt | 3 | 15 | -80 | 40 | 7 | 471 |
| EBITA-Marge bereinigt (in %) | 0,1 | 0,4 | 3,7 | 0,7 | ||
| EBITA | -118 | -221 | 47 | 2 | -49 | 104 |
| Bereinigtes Konzernergebnis | -9 | -8 | -13 | 23 | -4 | 675 |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in €) | -0,19 | -0,17 | -12 | 0,52 | -0,08 | 750 |
| Konzernergebnis | -89 | 271* | -129 | -6 | -53 | 89 |
| Operativer Cashflow | -119 | -204 | 42 | 48 | 36 | 33 |
| Bereinigter Operativer Cashflow | -7 | -51 | 86 | 78 | 68 | 15 |
| Free Cashflow | -181 | -244 | 26 | 32 | 21 | 52 |
| Bereinigter Free Cashflow | -69 | -91 | 24 | 62 | 53 | 17 |
| Investitionen in Sachanlagen | 71 | 70 | 1 | 19 | 25 | -24 |
| Mitarbeiter (Anzahl am Stichtag) | 35.644 | 36.946 | -4 | 35.644 | 36.946 | -4 |
* enthielt Veräußerungsgewinn in Höhe von 539 Mio. €
