Vorläufiger Bericht zum Geschäftsjahr 2014

12.02.2015

  • Unbefriedigendes Geschäftsjahr
  • Ergebnis entspricht Prognose
  • Dividende von 2,00 € vorgeschlagen
  • Verhaltene Erwartungen für 2015

2014 war für Bilfinger ein unbefriedigendes Jahr. Während die Leistung akquisitionsbedingt zunahm, ging der Auftragseingang aufgrund der Entwicklung in den Geschäftsfeldern Industrial und Power deutlich zurück. Dagegen hat das Geschäftsfeld Building and Facility die Erwartungen erfüllt.

Das bereinigte EBITA des Konzerns entsprach der im September 2014 abgegebenen Prognose. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert vor allem aus der negativen Entwicklung im Geschäftsfeld Power. In diesem Segment mussten auch die Ergebnisaussichten für zukünftige Geschäftsjahre korrigiert werden. Daraus folgende Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte führten letztlich zu einem negativen Konzernergebnis.

Bilfinger will die auf Kontinuität angelegte Dividendenpolitik fortsetzen. Die Aktionäre sollen für das Geschäftsjahr 2014 eine Dividende von 2,00 € je Aktie erhalten.

Die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2015 sind verhalten: Bei einer niedrigeren Leistung in der Größenordnung von 7,5 Mrd. € erwartet der Konzern eine Steigerung der EBITA-Marge und insgesamt eine leichte Verbesserung des bereinigten EBITA.

Division Construction an Implenia veräußert

Bilfinger trennt sich wie beabsichtigt von seinem Ingenieurbaugeschäft: Das führende Schweizer Bauunternehmen Implenia erwirbt die in Deutschland und im europäischen Ausland tätige Division Construction. Sie beschäftigt knapp 1.900 Mitarbeiter und hat im Jahr 2014 eine Leistung von rund 600 Mio. € erbracht. Der Abschluss der Transaktion ist für Anfang März geplant.

Der Nettoveräußerungserlös wird sich nach Abzug verkaufsbezogener Aufwendungen voraussichtlich auf eine Größenordnung von 230 Mio. € belaufen, abhängig vom Jahresabschluss 2014 der veräußerten Einheiten. Im ersten Quartal 2015 wird Bilfinger daraus zusätzliche Liquidität in Höhe von etwa 60 Mio. € zufließen. Nach Berücksichtigung einer Risikovorsorge verbleibt ein bilanzieller Veräußerungsgewinn in niedriger zweistelliger Millionenhöhe, der ebenfalls im ersten Quartal 2015 wirksam wird.

Hinsichtlich des noch verbleibenden polnischen Baugeschäfts, das im Laufe des Jahres 2015 verkauft werden soll, steht Bilfinger in Kontakt mit anderen Interessenten.

Offshore- und Hafenbau-Aktivitäten zum Verkauf gestellt

Auch die Aktivitäten zur Gründung von Offshore-Windkraftanlagen und im Hafenbau sowie die polnische Fertigungsstätte stellt Bilfinger zum Verkauf. Dieses Großprojektgeschäft entspricht nicht mehr dem Risikoprofil von Bilfinger. Die in diesen Bereichen tätigen Gesellschaften erwarten für das Jahr 2015 eine Leistung von rund 140 Mio. €.

In diesem Zusammenhang wird die Division Offshore Systems and Grids aufgelöst. Der ebenfalls darin geführte Bilfinger Freileitungsbau wird der Division Power Systems zugeordnet.

Leistung gestiegen, Auftragseingang und Auftragsbestand rückläufig


Die schwierige Situation im europäischen Kraftwerkssektor sowie eine generelle Zurückhaltung der Kunden aus der Prozessindustrie haben die Geschäftsentwicklung von Bilfinger im Jahr 2014 geprägt. Während die Leistung mit 7.690 Mio. € leicht zugenommen hat, ging der Auftragseingang aufgrund der Entwicklung in den Geschäftsfeldern Industrial und Power um 12 Prozent auf 6.600 Mio. € zurück. Der Auftragsbestand lag mit 5.461 Mio. € um 16 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Kennzahlen des Konzerns*

Gesamtjahr4. Quartal
in Mio. €20142013∆ in %20142013∆ in %
Leistung7.6907.55222.0892.0452
Auftragseingang6.6007.513-121.6201.940-16
Auftragsbestand5.4616.476-165.4616.476-16
EBITA bereinigt1270415-35110152-28
EBITA198349-438493-10
Bereinigtes Konzernergebnis aus fortzuführenden Aktivitäten2175251-307396-24
Konzernergebnis3-711735457-5
Bereinigtes Ergebnis je Aktie aus fortzuführenden Aktivitäten2 (in €)3,965,69-301,652,17-24
Investitionen  279391-2951165-69
     davon Sachanlagen139140-14052-23
     davon Finanzanlagen140251-4411113-90
Mitarbeiter69.13271.127-369.13271.127-3

*Die Kennzahlen der veräußerten sowie der zum Verkauf gestellten Aktivitäten der Segmente Construction und Concessions sowie der Offshore Systems sind nicht mehr in den Geschäftsfeldern, sondern unter ‚Nicht fortzuführende Aktivitäten‘ ausgewiesen. Alle im vorliegenden Bericht genannten Zahlen beziehen sich, soweit nicht anders angegeben, auf die fortzuführenden Aktivitäten des Konzerns, die Vorjahreszahlen sind entsprechend angepasst.

1) bereinigt im Jahr 2014 um Einmalaufwendungen in Zusammenhang mit dem Effizienzsteigerungsprogramm Bilfinger Excellence, Restrukturierungsaufwendungen sowie um den Veräußerungsgewinn aus der Reduzierung der Beteiligung an Julius Berger Nigeria in Höhe von 72 (Vorjahr: 66) Mio. € vor Steuern und 48 (Vorjahr: 40) Mio. € nach Steuern.

2) bereinigt um die unter 1) genannten Sondereinflüsse im EBITA sowie um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Akquisitionen und Firmenwerten (2014: 177 (Vorjahr: 35) Mio. € nach Steuern). Darüber hinaus wurde bei den Ertragsteuern die Reduzierung von aktivierten Verlustvorträgen aufgrund §8c KStG in Höhe von 13 Mio. € bereinigt.

3) beinhaltet fortzuführende und nicht fortzuführende Aktivitäten.
 

Ergebnis deutlich unter Vorjahr

Trotz eines ergebnisstarken vierten Quartals lag im Gesamtjahr das bereinigte EBITA mit 270 Mio. € deutlich unter dem Wert des Vorjahres in Höhe von 415 Mio. €. Dies resultiert vor allem aus der stark negativen Entwicklung im Geschäftsfeld Power.

Unter Berücksichtigung von Sondereinflüssen beläuft sich das EBITA insgesamt auf 198 (Vorjahr: 349) Mio. €. Die Sondereinflüsse betreffen weitere Einmalaufwendungen für das Effizienzsteigerungsprogramm Bilfinger Excellence in Höhe von 43 Mio. € und Restrukturierungsaufwendungen, insbesondere in den Geschäftsfeldern Power und Industrial, in Höhe von 38 Mio. €. Dem steht ein Veräußerungsgewinn in Höhe von 9 Mio. € aus der weiteren Reduzierung der Anteile an der Julius Berger Nigeria auf 30 Prozent gegenüber.
 
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Akquisitionen belaufen sich auf 43 (Vorjahr: 51) Mio. €.

Die Analyse der Geschäftslage der einzelnen Divisionen im dritten Quartal 2014 machte eine grundlegende Neubewertung der Situation im Geschäftsfeld Power erforderlich. Infolge des erheblich verschlechterten Marktumfelds – insbesondere in Deutschland und weiteren europäischen Ländern – mussten nicht nur die Ergebniserwartung für 2014 reduziert, sondern auch die Ergebnisaussichten für die folgenden Geschäftsjahre deutlich korrigiert werden. Die daher notwendig gewordene außerplanmäßige Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte (Impairment Test) der Divisionen im Geschäftsfeld Power führte zu einer Wertminderung in Höhe von 148 Mio. €.

Das Bruttoergebnis ging auf 923 (Vorjahr: 1.052) Mio. €, die Bruttomarge auf 12,0 (Vorjahr: 13,9) Prozent zurück. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten, die Einmalaufwendungen für Bilfinger Excellence mit 19 (Vorjahr: 16) Mio. € enthalten, haben erstkonsolidierungsbedingt auf 806 (Vorjahr: 757) Mio. € zugenommen. Aufgrund einer organisch niedrigeren Leistung liegt der Anteil der um die Einmalaufwendungen bereinigten Vertriebs- und Verwaltungskosten bei 10,2 (Vorjahr: 9,8) Prozent.

Insgesamt war das EBIT mit 7 (Vorjahr: 298) Mio. € nur noch leicht positiv.

Das negative Zinsergebnis hat sich auf -36 (Vorjahr: -45) Mio. € vermindert. Hierin enthalten ist ein Ertrag in Höhe von 6 Mio. € aus dem Verkauf der Anteile am BBGI Fonds im zweiten Quartal. Der weitere Rückgang resultiert im Wesentlichen aus gesunkenen Zinsaufwendungen wegen der Rückzahlung eines Schuldscheindarlehens zur Mitte des Vorjahres. Danach ergibt sich ein Ergebnis aus fortzuführenden Aktivitäten von -29 (Vorjahr: 253) Mio. € vor Ertragsteuern und von -75 (Vorjahr: 180) Mio. € nach Ertragsteuern.

Die um steuerfreie Veräußerungsgewinne sowie um den Effekt aus der Reduzierung aktivierter Verlustvorträge aufgrund § 8 c KStG bereinigte Ertragsteuerquote beträgt wie im Vorjahr 31 Prozent.

Das Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht fortzuführenden Aktivitäten betrifft die ehemaligen Geschäftsfelder Concessions und Construction sowie Offshore Systems. Es beläuft sich auf -27 (Vorjahr: -4) Mio. €. Hierin enthalten ist im Berichtsjahr eine außerplanmäßige Wertminderung auf
 
Investitionen in einen polnischen Produktionsstandort für Stahlfundamente von Offshore-Windkraftanlagen in Höhe von 48 Mio. € (nach Abzug der Ergebnisanteile anderer Gesellschafter entfallen auf Bilfinger 30 Mio. €). Aus dem Verkauf von Concessions Projekten wurden Veräußerungsgewinne von 18 (Vorjahr: 46) Mio. € realisiert. Im Vorjahr stand diesen die Abwertung auf ein Betreiberprojekt mit 34 Mio. € gegenüber. Veräußerungskosten und Aufwendungen zur Abwicklung der eingestellten Concessions Aktivitäten fielen in Höhe von 4 (Vorjahr: 10) Mio. € an.

Die Ergebnisanteile, die anderen Gesellschaftern zuzurechnen sind, sind im Berichtszeitraum mit -31 (Vorjahr: 3) Mio. € außergewöhnlich negativ. Hierin enthalten sind insbesondere die anteiligen Verluste aus der Wertberichtigung auf Investitionen in die polnische Produktionsstätte sowie aus südafrikanischen Gesellschaften des Geschäftsfelds Power. Danach ergibt sich ein Konzernergebnis von -71 (Vorjahr: 173) Mio. €.

Das bereinigte Konzernergebnis aus fortzuführenden Aktivitäten belief sich auf 175 (Vorjahr: 251) Mio. €, das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführenden Aktivitäten auf 3,96 (Vorjahr: 5,69) €. Die Bereinigungen betreffen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Akquisitionen und Firmenwerte, die oben beschriebenen Sondereinflüsse im EBITA sowie eine Abschreibung auf aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen in Höhe von 13 Mio. € wegen der Erhöhung des Aktienanteils von Cevian Capital auf über 25 Prozent.

Dividende von 2,00 € vorgeschlagen

Der Vorstand wird der Hauptversammlung – vorbehaltlich einer entsprechenden Beschlussfassung des Aufsichtsrats – vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2014 eine Dividende von 2,00 € zu beschließen. Bezogen auf den Jahresschlusskurs 2014 ergibt sich eine Dividendenrendite von 4,3 Prozent. Damit folgt Bilfinger seiner auf Kontinuität ausgerichteten Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote von rund 50 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses.

Solide Vermögens- und Finanzlage


Der operative Cashflow ist insbesondere wegen des negativen Ergebnisses aus fortzuführenden Aktivitäten auf 65 (Vorjahr: 210) Mio. € gesunken. Der Rückgang des negativen Working Capital hat sich hier mit 78 (Vorjahr: 33) Mio. € ausgewirkt. Ende 2014 beläuft sich das Working Capital auf -181
 
(Ende 2013 vergleichbar: -291) Mio. €. Die Nettoinvestitionen in Sachanlagen liegen mit 122 (Vorjahr: 124) Mio. € wiederum auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Aus Finanzanlageabgängen sind insgesamt 172 (Vorjahr: 208) Mio. € zugeflossen; davon entfallen 103 (Vorjahr: 171) Mio. € auf den Verkauf von Concessions Projekten, 13 (Vorjahr: 25) Mio. € auf die Reduzierung der Beteiligung an der Julius Berger Nigeria sowie 50 (Vorjahr: 0) Mio. € auf den Verkauf der Anteile am BBGI Fonds. Dies führte zu einem Free Cashflow von 115 (Vorjahr: 294) Mio. €.

Für Investitionen in Finanzanlagen wurden 140 (Vorjahr: 251) Mio. € aufgewendet. Dies betrifft vor allem die Akquisition der auf immobilienwirtschaftliche Beratungsleistungen in Großbritannien spezialisierten GVA.

Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 165 (Vorjahr: 304) Mio. € enthält insbesondere die Dividendenzahlung für das vergangene Geschäftsjahr von 132 Mio. €. Im Vorjahreszeitraum hatte die Rückzahlung eines Schuldscheindarlehens zu einem zusätzlichen Mittelabfluss von 166 Mio. € geführt.

Aus nicht fortzuführenden Aktivitäten flossen insgesamt 61 (Vorjahr: 115) Mio. € ab.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente summierten sich zum Jahresende auf 403 (Vorjahr: 669) Mio. €. Die Finanzschulden – ohne Projektkredite auf Non-Recourse-Basis, für die das Unternehmen nicht haftet – betrugen 544 (Vorjahr: 545) Mio. €, die Nettoliquidität zum Stichtag lag bei
-141 (Vorjahr: 124) Mio. €.

Die Bilanzsumme ist insbesondere wegen des Verkaufs von Concessions Projekten auf 5.962 (Vorjahr: 6.532) Mio. € zurückgegangen. Gleichzeitig hat sich das Eigenkapital vor allem aufgrund des negativen Jahresergebnisses und der Dividendenausschüttung auf 1.917 (Vorjahr: 2.165) Mio. € vermindert. Die Eigenkapitalquote liegt nahezu unverändert bei 32 (Vorjahr: 33) Prozent. Bei den Geschäfts- und Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten aus Akquisitionen standen den planmäßigen (43 Mio. €) und außerplanmäßigen (148 Mio. €) Abschreibungen von zusammen 191 Mio. € Zugänge in Höhe von 158 Mio. €, insbesondere aus der Akquisition der GVA, gegenüber. Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten betreffen die zum Verkauf gestellten Aktivitäten des ehemaligen Geschäftsfelds Construction und der Offshore Systems. Die Pensionsrückstellungen sind vor allem wegen der erheblichen Reduzierung des Rechnungszinssatzes – in der Eurozone von 3,5 Prozent auf 2,0 Prozent – auf 524 (Vorjahr vergleichbar: 417) Mio. € gestiegen.

Dr. Bernhard Walter verstorben

Am 11. Januar 2015 ist Dr. h.c. Bernhard Walter, langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender der Bilfinger SE, im Alter von 72 Jahren verstorben. Bernhard Walter wurde 1998 in den Aufsichtsrat der Bilfinger SE berufen. Von 2006 bis zu seinem Ausscheiden im November 2014 war er Vorsitzender des Gremiums. In seiner Amtszeit hat sich Bernhard Walter große Verdienste um das Unternehmen erworben. Aufsichtsrat, Vorstand und Mitarbeiter des Bilfinger-Konzerns werden Bernhard Walter ein ehrendes Andenken bewahren.

Aufsichtsratspersonalien

Dr. Bernhard Walter hatte sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum 4. November 2014 niedergelegt. An seiner Stelle wurde Dr. Eckhard Cordes am 5. November 2014 gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. In seiner Sitzung am 11. November 2014 hat der Aufsichtsrat Dr. Eckhard Cordes zum Vorsitzenden gewählt.

Das Aufsichtsratsmandat von Herbert Bodner ruhte auf Grund seiner Entsendung in den Vorstand ab dem 9. September 2014 und endete durch Niederlegung des Amts am 13. November 2014. An seiner Stelle trat Wolfgang Faden am 14. November 2014 als von der Hauptversammlung gewähltes Ersatzmitglied in das Gremium ein.

Volker Böhme hat sein Aufsichtsratsmandat zum 31. Dezember 2014 niedergelegt, an seiner Stelle trat Wolfgang Bunge am 1. Januar 2015 als vom Betriebsrat der Bilfinger SE gewähltes Ersatzmitglied in das Gremium ein.

Vorstandspersonalien

Der Aufsichtsrat hat Herbert Bodner mit Wirkung zum 9. August 2014 bis zum 31. Mai 2015 interimistisch zum Vorstandsvorsitzenden der Bilfinger SE bestellt. Er folgte auf Roland Koch, von dem sich Bilfinger einvernehmlich getrennt hatte.

In seiner Sitzung am 10. Februar 2015 hat der Aufsichtsrat Axel Salzmann mit Wirkung zum 1. April 2015 zum künftigen Finanzvorstand des Unternehmens bestellt. Er übernimmt die Nachfolge von Joachim Müller, der das Unternehmen in gegenseitigem Einvernehmen verlassen wird.

Bilfinger Excellence planmäßig umgesetzt


Mit dem Programm Bilfinger Excellence optimiert das Unternehmen seine Organisation und senkt die Verwaltungskosten. Seit Anfang 2014 führen auf Kundengruppen ausgerichtete Divisionen die operativen Einheiten, Verwaltungsfunktionen wurden gestrafft, administrative Funktionen werden in Shared Service Center integriert. Darüber hinaus werden interne IT-Dienstleistungen weitgehend zentralisiert. Die Neustrukturierung führt im Verwaltungsbereich zum Abbau von weltweit rund 1.250 Stellen.

Der ganz überwiegende Teil der Aufwendungen für Bilfinger Excellence ist mit knapp 130 Mio. € in den Jahren 2013 und 2014 angefallen. Hierin enthalten sind vor allem die Kosten für den Stellenabbau. Nach der vollständigen Umsetzung der Maßnahmen wird dies ab 2016 jährlich Einsparungen an Personalkosten von 80 Mio. € sowie an Sachkosten in niedriger bis mittlerer zweistelliger Millionenhöhe mit sich bringen.

Die Entwicklung in den Geschäftsfeldern

Leistungs- und Auftragsübersicht

LeistungAuftragseingangAuftragsbestand

Leistung
in Mio. €2014∆ in %2014∆ in %2014∆ in %2013
Industrial3.70503.276-182.404-143.721
Power 1.445-81.090-241.060-251.577
Building and Facility2.659132.29852.004-132.346
Konsolidierung, Sonstiges-119-64-7-92
Fortzuführende Aktivitäten7.69026.600-125.461-167.552

Leistungs- und Auftragsübersicht
4. Quartal

LeistungAuftragseingang
in Mio. €Q4 2014∆ in %Q4 2014∆ in %
Industrial9883879-23
Power 388-10150-47
Building and Facility740961115
Konsolidierung, Sonstiges-27-20
Fortzuführende Aktivitäten2.08921.620-16

Bereinigtes EBITA nach Geschäftsfeldern*

Gesamtjahr4. Quartal
in Mio. €20142013∆ in %20142013∆ in %
Industrial190214-116368-7
Power 8148-951050-80
Building and Facility1361161754516
Konsolidierung, Sonstiges-64-63-17-17
Fortzuführende Aktivitäten270415-35110152-28

* Mit der Einführung der neuen Organisationsstruktur hat sich die Zuordnung einiger operativer Konzerngesellschaften auf die Geschäftsfelder geändert. Dies hat zur Folge, dass ein bislang dem Geschäftsfeld Industrial zugerechnetes Leistungsvolumen aus dem Gesamtjahr 2013 von 310 Mio. €, Auftragszugänge von 331 Mio. € und Auftragsbestände von 221 Mio. € ab dem Geschäftsjahr 2014 im Geschäftsfeld Power ausgewiesen werden. Entsprechend wird ein bislang dem Geschäftsfeld Industrial zugerechnetes EBITA aus dem Gesamtjahr 2013 von 24 Mio. € ab dem Geschäftsjahr 2014 im Geschäftsfeld Power ausgewiesen.

Des Weiteren wurden die nicht zum Verkauf gestellten Einheiten aus dem ehemaligen Geschäftsfeld Construction den Segmenten Industrial und Power zugeordnet. Dies erhöht bezogen auf das Gesamtjahr 2013 das Leistungsvolumen bei Industrial um 68 Mio. € und bei Power um 11 Mio. €, das EBITA erhöht sich bei Industrial um 6 Mio. € und bei Power um 1 Mio. €.

Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.


Im Geschäftsfeld Industrial war die Leistung im Jahr 2014 mit 3.705 Mio. € stabil. Die Investitionszurückhaltung der europäischen Prozessindustrie, verringerte Wartungsbudgets insbesondere bei Öl- und Gas-Kunden und ein zunehmender Wettbewerbsdruck aufgrund der Situation im Energiesektor haben das Neugeschäft beeinträchtigt. Der Auftragseingang ging dadurch deutlich auf 3.276 Mio. €, der Auftragsbestand auf 2.404 Mio. € und das EBITA auf 190 (Vorjahr: 214) Mio. € zurück.

Das Geschäftsfeld Power ist von einer anhaltenden Nachfrageschwäche betroffen. Grund ist die Energiewende in Deutschland und ihre negativen Auswirkungen auch auf das Investitionsverhalten in anderen Ländern Zentraleuropas. Dies macht eine grundlegende Neuausrichtung der Aktivitäten erforderlich. Die Leistung reduzierte sich im Jahr 2014 auf 1.445 Mio. €. Der Auftragseingang lag mit 1.090 Mio. € ebenso unter dem Vorjahreswert wie der Auftragsbestand, der sich zum Stichtag auf 1.060 Mio. € belief. Aufgrund von Unterauslastungen in mehreren Bereichen sowie Belastungen aus einer Reihe von Projekten ging das EBITA auf 8 (Vorjahr: 148) Mio. € zurück.

Im Geschäftsfeld Building and Facility hielt die gute Entwicklung an. Die Leistung hat aufgrund von Akquisitionen auf 2.659 Mio. € zugenommen, der Auftragseingang ist auf 2.298 Mio. € gestiegen. Dabei konnten die Divisionen Facility Services und Real Estate Zuwächse erreichen, das geringere Neugeschäft in der Division Building ist eine Folge der in diesem Geschäft typischen Volatilität. Der Auftragsbestand zum Jahresende belief sich auf 2.004 Mio. €. Das EBITA wurde auf 136 (Vorjahr: 116) Mio. € gesteigert.

Das nicht den Geschäftsfeldern zugeordnete bereinigte EBITA lag 2014 mit -64 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres in Höhe von -63 Mio. €.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2015

In den für Bilfinger relevanten Märkten rechnet das Unternehmen im Jahr 2015 mit einer insgesamt verhaltenen Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Konzernentwicklung

Auch wenn nach derzeitiger Einschätzung die Weltwirtschaft vor einer leichten Erholung steht, bleiben die Märkte des Unternehmens anspruchsvoll. Da wesentliche Umsätze mit Kunden aus den derzeit schwierigen Branchen Energie sowie Öl und Gas erzielt werden, rechnet Bilfinger in Summe mit einer verhaltenen Entwicklung seines Geschäfts.

Unter der Voraussetzung, dass die Konjunktur nicht erheblich hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt und es in der Öl und Gas-Branche nicht zu einer längerfristigen Verschlechterung der Rahmenbedingungen kommt, geht Bilfinger ohne Einbeziehung künftiger Unternehmensakquisitionen von folgender Entwicklung im Jahr 2015 aus:

Übersicht zur Leistungs- und Ergebnisprognose

LeistungEBITA bereinigt
in Mio. €2014erwartet 20152014erwartet 2015
Industrial3.705deutlicher Rückgang190deutlicher Rückgang
Power 1.445deutlicher Rückgang8deutlicher Anstieg
Building and Facility2.659deutlicher Anstieg136deutlicher Anstieg
Konsolidierung, Sonstiges-119-64
Konzern
7.690Größenordnung von 7,5 Mrd. €270leichter Anstieg

Definition für die qualitativ komparative Prognose:
auf Vorjahresniveau:    +/- 0 %
leicht:                         1 - 5 %
deutlich:                     > 5 %


Industrial


In Geschäftsfeld Industrial entfallen etwa 40 Prozent der Leistung auf den Öl- und Gasbereich. Der seit dem letzten Sommer eingetretene starke Verfall des Rohölpreises ist deshalb ein erheblicher Risikofaktor für dieses Geschäftsfeld. Das Ausmaß des erwarteten Investitionsrückgangs im Upstream- und das Übergreifen auf den Midstream- und Downstream-Sektor sowie Kürzungen in den Wartungsbudgets werden maßgeblich von der Dauer der Niedrigpreisphase abhängen. Welche Auswirkungen der niedrige Ölpreis auf andere für Bilfinger relevante Branchen haben wird, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Im Geschäftsfeld Industrial geht Bilfinger im Jahr 2015 derzeit von einem deutlichen Rückgang von Leistung und bereinigtem EBITA aus. Durch positive Effekte aus Programmen zur Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung ist eine EBITA-Marge auf dem Niveau des Berichtsjahres zu erwarten. Dabei ist die Einschätzung über das Ausmaß der Auswirkungen des niedrigen Ölpreises mit besonderen Unsicherheiten behaftet.

Power

Global dürfte sich der Markt für Kraftwerksdienstleistungen im Jahr 2015 etwas beleben, wenn das Wachstum und damit auch die Finanzierungsfähigkeit der Schwellenländer wieder zulegen. In den osteuropäischen EU-Staaten hemmen Unsicherheiten über die europäische Energiepolitik Neubau und Modernisierung von Kraftwerken.

In Deutschland ist nur dann wieder mit steigenden Investitionen in die dringend benötigten fossilen Reservekapazitäten zu rechnen, wenn die Politik hier durch geeignete Vorgaben die Planungssicherheit erhöht. Dies gilt in besonderem Maße für Neuinvestitionen, aber auch für Wartung und Ertüchtigung bestehender Anlagen.

Im Geschäftsfeld Power rechnet Bilfinger für 2015 aufgrund des verhaltenen Auftragseingangs mit einem deutlichen Rückgang der Leistung.
Das bereinigte EBITA lag 2014 auf außergewöhnlich niedrigem Niveau. Im Jahr 2015 wird es durch positive Effekte aus Kapazitätsanpassungen sowie aufgrund des Wegfalls von Einmalbelastungen deutlich steigen.

Building and Facility

Aufgrund der niedrigen Kapitalmarktzinsen besteht in der Eurozone hoher Anlagedruck. Dieser führt insbesondere in Deutschland und Großbritannien dazu, dass die Nachfrage auf den Immobilienmärkten das Niveau des Jahres 2014 wieder erreichen wird.
 
Der Markt für Facility Services wird sich trotz des anhaltend hohen Wettbewerbsdrucks leicht positiv entwickeln. Die Nachfrage wird sich weiter internationalisieren und in Richtung integrierter Dienstleistungen verschieben.

Im Geschäftsfeld Building and Facility wird die Leistung im Jahr 2015 organisch und aufgrund der 2014 getätigten Akquisition des britischen Immobiliendienstleisters GVA deutlich wachsen. Bei einer Marge auf dem Niveau des Berichtsjahres wird das bereinigte EBITA 2015 deutlich steigen.

Konzern

Die Leistung des Konzerns wird 2015 auf eine Größenordnung von 7,5 (2014: 7,7) Mrd. € zurückgehen.

Das bereinigte EBITA (2014: 270 Mio. €) wird bei höherer Marge leicht steigen. Basis hierfür ist die deutliche Ergebnisverbesserung im Geschäftsfeld Power sowie ein höherer Ergebnisbeitrag im Geschäftsfeld Building and Facility infolge der geplanten Leistungssteigerung.

Das bereinigte Konzernergebnis wird aufgrund eines niedrigeren Zinsergebnisses und höherer Minderheitsanteile leicht unter dem Wert des Berichtsjahres (175 Mio. €) liegen.

Alle Zahlenangaben für das Geschäftsjahr 2014 sind vorläufig. Die endgültigen Zahlen des zurückliegenden Geschäftsjahres und den Jahresabschluss enthält der Geschäftsbericht, der zur Bilanzpressekonferenz am 18. März 2015 veröffentlicht wird. Die Hauptversammlung der Bilfinger SE findet am 7. Mai 2015 in Mannheim statt.

Disclaimer

Alle in diesem Bericht enthaltenen zukunftsbezogenen Aussagen wurden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen. Da sie jedoch auch von Faktoren abhängen, die nicht dem Einfluss des Unternehmens unterliegen, kann die tatsächliche Entwicklung von den Prognosen abweichen.

Vorläufiger Konzernabschluss 2014 (Auszug)

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung)

in Mio. €1.1. - 31.12. 20141.1. - 31.12. 2013
Leistung der fortzuführenden Aktivitäten (nachrichtlich)7.6907.552
Umsatzerlöse7.6977.560
Umsatzkosten-6.774-6.508
Bruttoergebnis9231.052
Vertriebs- und Verwaltungskosten-806-757
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen-150-38
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen4041
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT)7298
Zinsergebnis-36-45
Ergebnis vor Ertragsteuern-29253
Ertragsteuern-46-73
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten-75180
Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht fortzuführenden Aktivitäten-27-4
Ergebnis nach Ertragsteuern-102176
        davon Ergebnisanteile anderer Gesellschafter-313
Konzernergebnis-71173
Durchschnittliche Anzahl Aktien (in Tausend)44.16844.149
Ergebnis je Aktie (in €)1-1,623,91
        davon aus fortzuführenden Aktivitäten-1,004,01
        davon aus nicht fortzuführenden Aktivitäten-0,62-0,10

1) Das unverwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem verwässerten Ergebnis je Aktie.
 

Konzern-Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)

in Mio. €1.1. - 31.12. 20141.1. 31.12. 2013
Cash Earnings aus fortzuführenden Aktivitäten163276
Veränderung Working Capital-78-33
Gewinne aus Anlageabgängen-20-33
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit fortzuführender Aktivitäten65210
Auszahlungen für Sachanlagen / immaterielle Vermögenswerte-139-140
Einzahlungen aus Sachanlageabgängen1716
Netto-Mittelabfluss für Sachanlagen / immaterielle Vermögenswerte-122-124
Einzahlungen aus Finanzanlageabgängen172208
Free Cashflow fortzuführender Aktivitäten115294
Auszahlungen für Finanzanlagen-140-251
Mittelzufluss / Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit
fortzuführender Aktivitäten
-165-304
   - Ausgabe eigener Aktien im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms11
   - Dividenden-139-138
   - Auszahlungen aus beherrschungswahrenden Anteilsveränderungen0-4
   - Tilgung / Aufnahme von Finanzschulden-27-163
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente aus fortzuführenden Aktivitäten
-190-261
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortzuführenden Aktivitäten
-61-115
Wechselkursbedingte Wertänderungen der Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente
8-13
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente-243-389
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 1. Januar6691.087
Als zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte (Concessions) Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente am 1.1. (+) / 31.12. (-)
220
Abgang Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Concessions-32-7
Als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (Concessions/Construction) ausgewiesene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31.12. (-)1322
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31. Dezember403669

Konzernbilanz (Kurzfassung)

in Mio. €31.12. 201431.12. 2013 pro forma1)31.12. 2013
veröffentlicht
AktivaLangfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte2.0152.0152.023
Sachanlagen650629712
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen715975
Sonstige finanzielle Vermögenswerte68137137
Latente Steuern223172187
3.0273.0123.134
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte182195224
Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte1.8761.8842.008
Ertragsteuerforderungen605052
Übrige Vermögenswerte988489
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente403647669
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 316660356
2.9353.5203.398
Gesamt5.9626.5326.532
PassivaEigenkapital
Eigenkapital der Aktionäre der Bilfinger SE1.9382.1492.149
Anteile anderer Gesellschafter-211616
1.9172.1652.165
Langfristiges Fremdkapital
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen524417423
Sonstige Rückstellungen555561
Finanzschulden Recourse516517517
Finanzschulden Non-Recourse131313
Sonstige Verbindlichkeiten224949
Latente Steuern9195150
1.2211.1461.213
Kurzfristiges Fremdkapital
Steuerrückstellungen89115117
Sonstige Rückstellungen461482552
Finanzschulden Recourse282828
Finanzschulden Non-Recourse272828
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten1.4771.5631.749
Übrige Verbindlichkeiten370344365
Zur Veräußerung bestimmte Verbindlichkeiten372661315
2.8243.2213.154
Gesamt5.9626.5326.532

1) Zur besseren Vergleichbarkeit mit den Werten zum 31. Dezember 2014 werden für die Analyse der Vermögenslage in der pro-forma-Bilanz zum 31. Dezember 2013 die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der veräußerten sowie der zum Verkauf gestellten Aktivitäten der Segmente Construction und Concessions sowie der Offshore Systems jeweils separat in einem Posten auf der Aktivseite und der Passivseite dargestellt.

Dividende von 2,00 € vorgeschlagen

Der Vorstand wird der Hauptversammlung – vorbehaltlich einer entsprechenden Beschlussfassung des Aufsichtsrats – vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2014 eine Dividende von 2,00 € zu beschließen. Bezogen auf den Jahresschlusskurs 2014 ergibt sich eine Dividendenrendite von 4,3 Prozent. Damit folgt Bilfinger seiner auf Kontinuität ausgerichteten Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote von rund 50 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses.

Solide Vermögens- und Finanzlage

Der operative Cashflow ist insbesondere wegen des negativen Ergebnisses aus fortzuführenden Aktivitäten auf 65 (Vorjahr: 210) Mio. € gesunken. Der Rückgang des negativen Working Capital hat sich hier mit 78 (Vorjahr: 33) Mio. € ausgewirkt. Ende 2014 beläuft sich das Working Capital auf -181
 
(Ende 2013 vergleichbar: -291) Mio. €. Die Nettoinvestitionen in Sachanlagen liegen mit 122 (Vorjahr: 124) Mio. € wiederum auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Aus Finanzanlageabgängen sind insgesamt 172 (Vorjahr: 208) Mio. € zugeflossen; davon entfallen 103 (Vorjahr: 171) Mio. € auf den Verkauf von Concessions Projekten, 13 (Vorjahr: 25) Mio. € auf die Reduzierung der Beteiligung an der Julius Berger Nigeria sowie 50 (Vorjahr: 0) Mio. € auf den Verkauf der Anteile am BBGI Fonds. Dies führte zu einem Free Cashflow von 115 (Vorjahr: 294) Mio. €.

Für Investitionen in Finanzanlagen wurden 140 (Vorjahr: 251) Mio. € aufgewendet. Dies betrifft vor allem die Akquisition der auf immobilienwirtschaftliche Beratungsleistungen in Großbritannien spezialisierten GVA.

Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 165 (Vorjahr: 304) Mio. € enthält insbesondere die Dividendenzahlung für das vergangene Geschäftsjahr von 132 Mio. €. Im Vorjahreszeitraum hatte die Rückzahlung eines Schuldscheindarlehens zu einem zusätzlichen Mittelabfluss von 166 Mio. € geführt.

Aus nicht fortzuführenden Aktivitäten flossen insgesamt 61 (Vorjahr: 115) Mio. € ab.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente summierten sich zum Jahresende auf 403 (Vorjahr: 669) Mio. €. Die Finanzschulden – ohne Projektkredite auf Non-Recourse-Basis, für die das Unternehmen nicht haftet – betrugen 544 (Vorjahr: 545) Mio. €, die Nettoliquidität zum Stichtag lag bei -141 (Vorjahr: 124) Mio. €.

Die Bilanzsumme ist insbesondere wegen des Verkaufs von Concessions Projekten auf 5.962 (Vorjahr: 6.532) Mio. € zurückgegangen. Gleichzeitig hat sich das Eigenkapital vor allem aufgrund des negativen Jahresergebnisses und der Dividendenausschüttung auf 1.917 (Vorjahr: 2.165) Mio. € vermindert. Die Eigenkapitalquote liegt nahezu unverändert bei 32 (Vorjahr: 33) Prozent. Bei den Geschäfts- und Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten aus Akquisitionen standen den planmäßigen (43 Mio. €) und außerplanmäßigen (148 Mio. €) Abschreibungen von zusammen 191 Mio. € Zugänge in Höhe von 158 Mio. €, insbesondere aus der Akquisition der GVA, gegenüber. Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten betreffen die zum Verkauf gestellten Aktivitäten des ehemaligen Geschäftsfelds Construction und der Offshore Systems. Die
 
Pensionsrückstellungen sind vor allem wegen der erheblichen Reduzierung des Rechnungszinssatzes – in der Eurozone von 3,5 Prozent auf 2,0 Prozent – auf 524 (Vorjahr vergleichbar: 417) Mio. € gestiegen.

Dr. Bernhard Walter verstorben

Am 11. Januar 2015 ist Dr. h.c. Bernhard Walter, langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender der Bilfinger SE, im Alter von 72 Jahren verstorben. Bernhard Walter wurde 1998 in den Aufsichtsrat der Bilfinger SE berufen. Von 2006 bis zu seinem Ausscheiden im November 2014 war er Vorsitzender des Gremiums. In seiner Amtszeit hat sich Bernhard Walter große Verdienste um das Unternehmen erworben. Aufsichtsrat, Vorstand und Mitarbeiter des Bilfinger-Konzerns werden Bernhard Walter ein ehrendes Andenken bewahren.

Aufsichtsratspersonalien

Dr. Bernhard Walter hatte sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum 4. November 2014 niedergelegt. An seiner Stelle wurde Dr. Eckhard Cordes am 5. November 2014 gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. In seiner Sitzung am 11. November 2014 hat der Aufsichtsrat Dr. Eckhard Cordes zum Vorsitzenden gewählt.

Das Aufsichtsratsmandat von Herbert Bodner ruhte auf Grund seiner Entsendung in den Vorstand ab dem 9. September 2014 und endete durch Niederlegung des Amts am 13. November 2014. An seiner Stelle trat Wolfgang Faden am 14. November 2014 als von der Hauptversammlung gewähltes Ersatzmitglied in das Gremium ein.

Volker Böhme hat sein Aufsichtsratsmandat zum 31. Dezember 2014 niedergelegt, an seiner Stelle trat Wolfgang Bunge am 1. Januar 2015 als vom Betriebsrat der Bilfinger SE gewähltes Ersatzmitglied in das Gremium ein.

Vorstandspersonalien

Der Aufsichtsrat hat Herbert Bodner mit Wirkung zum 9. August 2014 bis zum 31. Mai 2015 interimistisch zum Vorstandsvorsitzenden der Bilfinger SE bestellt. Er folgte auf Roland Koch, von dem sich Bilfinger einvernehmlich getrennt hatte.

In seiner Sitzung am 10. Februar 2015 hat der Aufsichtsrat Axel Salzmann mit Wirkung zum 1. April 2015 zum künftigen Finanzvorstand des Unternehmens bestellt. Er übernimmt die Nachfolge von Joachim Müller, der das Unternehmen in gegenseitigem Einvernehmen verlassen wird.

Bilfinger Excellence planmäßig umgesetzt

Mit dem Programm Bilfinger Excellence optimiert das Unternehmen seine Organisation und senkt die Verwaltungskosten. Seit Anfang 2014 führen auf Kundengruppen ausgerichtete Divisionen die operativen Einheiten, Verwaltungsfunktionen wurden gestrafft, administrative Funktionen werden in Shared Service Center integriert. Darüber hinaus werden interne IT-Dienstleistungen weitgehend zentralisiert. Die Neustrukturierung führt im Verwaltungsbereich zum Abbau von weltweit rund 1.250 Stellen.

Der ganz überwiegende Teil der Aufwendungen für Bilfinger Excellence ist mit knapp 130 Mio. € in den Jahren 2013 und 2014 angefallen. Hierin enthalten sind vor allem die Kosten für den Stellenabbau. Nach der vollständigen Umsetzung der Maßnahmen wird dies ab 2016 jährlich Einsparungen an Personalkosten von 80 Mio. € sowie an Sachkosten in niedriger bis mittlerer zweistelliger Millionenhöhe mit sich bringen.

Bereinigtes EBITA nach Geschäftsfeldern

Gesamtjahr4. Quartal
in Mio. €20142013∆ in %20142013∆ in %
Industrial190214-116368-7
Power 8148-951050-80
Building and Facility1361161754516
Konsolidierung, Sonstiges-64-63-17-17
Fortzuführende Aktivitäten270415-35110152-28

* Mit der Einführung der neuen Organisationsstruktur hat sich die Zuordnung einiger operativer Konzerngesellschaften auf die Geschäftsfelder geändert. Dies hat zur Folge, dass ein bislang dem Geschäftsfeld Industrial zugerechnetes Leistungsvolumen aus dem Gesamtjahr 2013 von 310 Mio. €, Auftragszugänge von 331 Mio. € und Auftragsbestände von 221 Mio. € ab dem Geschäftsjahr 2014 im Geschäftsfeld Power ausgewiesen werden. Entsprechend wird ein bislang dem Geschäftsfeld Industrial zugerechnetes EBITA aus dem Gesamtjahr 2013 von 24 Mio. € ab dem Geschäftsjahr 2014 im Geschäftsfeld Power ausgewiesen.

Des Weiteren wurden die nicht zum Verkauf gestellten Einheiten aus dem ehemaligen Geschäftsfeld Construction den Segmenten Industrial und Power zugeordnet. Dies erhöht bezogen auf das Gesamtjahr 2013 das Leistungsvolumen bei Industrial um 68 Mio. € und bei Power um 11 Mio. €, das EBITA erhöht sich bei Industrial um 6 Mio. € und bei Power um 1 Mio. €.

Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Leistungs- und Auftragsübersicht Q4/2014

LeistungAuftragseingang
in Mio. €Q4 2014∆ in %Q4 2014∆ in %
Industrial9883879-23
Power 388-10150-47
Building and Facility740961115
Konsolidierung, Sonstiges-27-20
Fortzuführende Aktivitäten2.08921.620-16

Ausblick für das Geschäftsjahr 2015

In den für Bilfinger relevanten Märkten rechnet das Unternehmen im Jahr 2015 mit einer insgesamt verhaltenen Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.