Zwischenbericht zum 31. März 2013

14.05.2013

Bilfinger hält trotz verhaltenem Start an positiver Jahresprognose fest

Die wirtschaftliche Situation in Europa hat sich entgegen mancher Hoffnungen in den ersten drei Monaten des Jahres 2013 nicht verbessert.

Neben vielen anderen europäischen Ländern ist auch Deutschland aufgrund geringer Exportdynamik konjunkturell schwach ins Jahr gestartet. Darüber hinaus hat sich der ungewöhnlich lange und harte Winter negativ auf zahlreiche Sektoren der Industrie ausgewirkt. Der starke Arbeitsmarkt und weiterhin zuversichtliche Erwartungsindikatoren deuten jedoch auf eine Zunahme des Wachstums im Jahresverlauf hin.

Die globalen Konjunkturindikatoren haben in den letzten Wochen trotz der massiven Konjunkturstützung durch die Zentralbanken eher enttäuscht. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Weltwirtschaft im Gesamtjahr um moderate 2,5 Prozent wachsen wird.

Verhaltener Start ins Geschäftsjahr 2013

In den ersten drei Monaten des Jahres lagen Leistung, Auftragseingang und Auftragsbestand des Bilfinger-Konzerns unter den Werten des Vorjahreszeitraums, dies gilt witterungsbedingt vor allem für das Geschäftsfeld Construction, betroffen sind aber auch Bereiche im Geschäftsfeld Industrial. In allen Segmenten ist festzustellen, dass nach wie vor fehlende konjunkturelle Impulse in Europa - hier erbringt Bilfinger 80 Prozent seiner Leistung - zu einer Zurückhaltung der Kunden führen. Dies hat Verzögerungen bei Auftragsvergaben zur Folge, betroffen sind vor allem großvolumigere und margenstärkere Projekte.

Die Leistung ging um 4 Prozent auf 1.872 Mio. €, der Auftragseingang um 8 Prozent auf 1.990 Mio. € zurück. Trotz des Rückgangs liegt der Auftragseingang jedoch mehr als 100 Mio. € über dem Wert der erbachten Leistung. Im Gegensatz zur verhaltenen gesamteuropäischen Entwicklung trifft Bilfinger in Skandinavien und Großbritannien auf eine zufriedenstellende Nachfrage. Außerhalb Europas gilt dies in besonderem Maße für die Vereinigten Staaten.

Der Auftragsbestand lag am Ende des ersten Quartals bei 7.603 Mio. € und damit um 6 Prozent unter dem Vergleichswert. 

Kennzahlen des Konzerns

Januar - März
in Mio. €20132012∆ in %12/2012
Leistung1.8721.947- 48.635
Auftragseingang1.9902.173- 88.348
Auftragsbestand7.6038.092- 67.422
EBITA bereinigt15668- 18369
EBITA56133- 58466
Konzernergebnis bereinigt22942- 31222
Konzernergebnis21100- 79275
Ergebnis je Aktie bereinigt2 (in €)0,660,95- 315,03
Investitionen  12273+ 67545
davon Sachanlagen2720+ 35143
davon Finanzanlagen9553+ 79402
Mitarbeiter69.67861.438+1366.826

1) bereinigt um Ergebnisbeiträge aus dem Verkauf von Anteilen im Nigeriageschäft sowie an Betreiberprojekten.
Erstes Quartal 2012: 65 Mio. € vor Steuern und 64 Mio. € nach Steuern
Gesamtjahr 2012: 97 Mio. € vor Steuern und 88 Mio. € nach Steuern

2) bereinigt um die unter 1) genannten Veräußerungsgewinne sowie um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Akquisitionen (Erstes Quartal: 8 (Vorjahr: 6) Mio. € nach Steuern / Gesamtjahr 2012: 35 Mio. € nach Steuern)

Ergebnis im Vorjahr durch hohe Veräußerungsgewinne beeinflusst

Das EBITA ging in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres in einem schwierigen Marktumfeld auf 56 Mio. € zurück. Gründe hierfür waren in erster Linie die Auswirkungen des sehr langen Winters in den europäischen Kernmärkten sowie das Ausbleiben positiver konjunktureller Impulse. Der um die beschriebenen Veräußerungsgewinne bereinigte Vorjahreswert belief sich auf 68 Mio. €. Im Vorjahr hatten zusätzliche Ergebnisbeiträge aus dem Verkauf von 10 Prozent der Aktien der Julius Berger Nigeria in Höhe von 18 Mio. € sowie aus der Veräußerung von Betreibergesellschaften in Höhe von 47 Mio. € zu einem EBITA von insgesamt 133 Mio. € geführt.

Das Konzernergebnis lag bei 21 (Vorjahr: 100) Mio. €. Das um die Veräußerungsgewinne und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Akquisitionen bereinigte Konzernergebnis belief sich auf 29 (Vorjahr: 42) Mio. €, das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 0,66 (Vorjahr: 0,95) €.

Positiver Ausblick für Gesamtjahr 2013 bestätigt

Bilfinger stellt bei der Ergebnisprognose nun auf das bereinigte EBITA und auf das bereinigte Konzernergebnis ab. Dies dient lediglich der Herstellung der Vergleichbarkeit im Zeitablauf, die im Geschäftsbericht 2012 abgegebenen Prognosen gelten unverändert. 

Trotz des Effekts aus der Entkonsolidierung des Nigeriageschäfts im Segment Building and Facility und der weiteren Volumenreduzierung im Geschäftsfeld Construction wird die Leistung des Konzerns 2013 erneut steigen. Basis dafür bilden das geplante organische Wachstum in den übrigen Segmenten und die bislang schon erfolgten Akquisitionen. 

Das bereinigte EBITA (Vorjahr: 369 Mio. €) und das bereinigte Konzernergebnis (Vorjahr: 222 Mio. €) werden im laufenden Geschäftsjahr bei höherer Marge steigen. In einem Marktumfeld, das nach wie vor durch Preisdruck insbesondere in den Segmenten Industrial sowie Building and Facility geprägt ist, will der Konzern  diesen Anstieg des Ergebnisses über die geplante Leistungssteigerung sowie kontinuierliche konzernweite Maßnahmen zur Kostenoptimierung erreichen.