Die Augen und Ohren von Thames Water

Die Fahrt geht in die Tiefe: 10 Meter, 50 Meter, 80 Meter. Kurz danach stoppt der Fahrstuhl und die Türen öffnen sich. 84 Meter unter der Oberfläche der Megacity London befindet sich eine Pumpstation des britischen Wasserversorgers Thames Water. Die Automatisierungstechnik für die kraftvollen Pumpen im Lee Tunnel kommt von Bilfinger.

Blick in den sieben Kilometer langen Lee Tunnel. Bild: Thames Water

Insgesamt sechs Pumpen mit einer Gesamtleistung von 18.000 Litern pro Sekunde müssen störungsfrei laufen und Wasser in Kläranlagen befördern. Die Experten von Bilfinger Industrial Automation Services sind dafür verantwortlich. „Wir messen Vibrationen, Drücke, Temperaturen und Flussmengen der Anlagen“, erklärt Managing Director Dave Pickles. Potenzielle Störungen könnten so frühzeitig erkannt und Vorsorge getroffen werden.

Die Zahlen zu Thames Water sind beeindruckend: Bei den 15 Millionen Kunden, das sind 27 Prozent der Bevölkerung, strömen täglich 2,6 Milliarden Liter Trinkwasser aus den Wasserhähnen. 4,4 Milliarden Liter Abwasser fließen durchs Kanalsystem und werden in Kläranlagen gereinigt. Damit ist Thames Water der größte Wasserversorger Großbritanniens, zugleich der größte in Europa und weltweit Nummer vier.

Das Kanalsystem, mit seinem Ursprung in viktorianischer Zeit, kommt jedoch gegenwärtig bei starken Niederschlägen an seine Grenzen. Ein neues Tunnelsystem, zu dem der Lee Tunnel mit den von Bilfinger überwachten und gewarteten Pumpen gehört, wird dann die Wassermassen auffangen und zu Kläranlagen leiten.

Bilfingers Automatisierungsexpertise ist bei einem weiteren Großprojekt im Untergrund Londons gefragt. Die Steuerungstechnik von Thames Water wird modernisiert und weiterentwickelt. So sollen rund 5.000 Pumpen und Druckkontrollventile mit Sensorik versehen und digital gesteuert werden. Die Bilfinger-Technologie erkennt dann Lecks im Kanalsystem frühzeitig, bevor der Kunde sich bei Thames Water beschwert. Die Summe der Daten, die gewonnen werden, und die langjährige Maintenance-Erfahrung von Bilfinger seien für Thames Water „die Augen und Ohren“, kommentiert Jerry White, Head of Business Engagement and Operational Technology des Unternehmens.

Unentdeckte Lecks im Kanalsystem, die Umweltverschmutzungen verursachen, gehören dann der Vergangenheit an. Die Bereitstellung und Analyse der Datenmessungen verhindern hohe Strafzahlungen. „Das Projekt senkt bei Thames Water die Kosten und erhöht seine Effizienz. Der Wasserversorger kann dadurch die Zufriedenheit seiner Kunden erhöhen“, erläutert Duncan Hall, Executive President MMO Northwest Europe.

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