Girls' Day 2016: Geht nicht, gibt's nicht!

Beim gemeinsamen Girls' Day der Bilfinger Zentrale und der Bilfinger Maintenance GmbH haben dieses Jahr 27 Schülerinnen den Industriepark Höchst bei Frankfurt besucht. Dort erfuhren sie nicht nur alles über die Ausbildung in technischen Berufen, sondern durften auch selbst anpacken.

In der Werkstatt Platz genommen, gibt es für einen kurzen Moment enttäuschte Gesichter: Gerade haben die Teilnehmerinnen des Bilfinger Girls' Day nämlich erfahren, dass die Verlängerungsleitungen, die sie gleich bauen werden, keine iPhone-Ladekabel sind, sondern „nur“ verlängerte Stromkabel für die Steckdose. Aber die Aussicht, etwas Selbstgebautes mit nach Hause nehmen zu können, motiviert. Am Ende des Tages können die 27 Mädchen stolz auf sich sein. Jede von ihnen hat ein funktionierendes Verlängerungskabel im Gepäck – selbst verschraubt und verkabelt.

Bilfinger will Mädchen für technische Berufe begeistern

Seit 2012 findet der Girls' Day der Bilfinger SE in Mannheim statt. „Der Girls' Day ist fester Bestandteil des Diversity-Projekts bei Bilfinger. Damit fördern wir Frauen im Unternehmen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, erklärt Heike Schönmann, Leiterin HR Projects bei Bilfinger. „Ziel des Projekts ist es, im Unternehmen einen Frauenanteil in Führungspositionen von 15 Prozent bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Mit dem Girls' Day wollen wir junge Mädchen für technische Berufe begeistern, die man bei Bilfinger erlernen kann.“ In diesem Jahr organisierte Heike Schönmann zusammen mit Werkstudentin Melanie Schuck und Sarah Hebben, HR Business Partner bei der Bilfinger Maintenance GmbH, einen Besuch beim Ausbildungspartner Provadis im Industriepark Höchst.

Dort angekommen, führen die Ausbilder Volker Herget und Christian Kaus sowie die beiden Elektrotechnik-Azubis Angelina und Lena die Bilfinger Gruppe in einen größeren Werkraum. Hier liegen für die Mädchen im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren bereits Werkzeuge, Anleitungen und Bauteile für die Verlängerungskabel bereit. Unter dem aufmerksamen Blick der beiden Auszubildenden legen die Mädchen los: Stecker und Buchsengehäuse aufschrauben, Leitungsenden abmanteln und Einzeladern des Kabels abisolieren. Bei Anna-Maria sitzen die Handgriffe schon erstaunlich sicher. „Sowas Ähnliches habe ich beim letzten Girls' Day schon mal gemacht“, erklärt sie. „Seitdem interessiere ich mich auch für Elektrotechnik. Ich kann mir schon vorstellen, sowas später mal beruflich zu machen.“

„Das zeige ich erstmal Papa!“

Erfolgserlebnisse machen die zunächst zögerlichen Mädchen schnell mutiger. „Das macht Spaß. Wann kann ich hier anfangen?“, fragt Acelya, nachdem sie Stecker und Buchse miteinander verschraubt hat. Immer, wenn die Lautstärke in der Werkstatt zunimmt, mahnt Volker Herget zu mehr Aufmerksamkeit: „Ihr solltet gut aufpassen beim Montieren. Durch diesen Stecker, den ihr gerade in der Hand habt, fließen nachher 220 Volt“. Auffällig wird schnell das Talent für Teamarbeit. Jedes der Mädchen hilft seiner Nachbarin, wo es kann. Und wenn es mal hilfesuchend heißt „Das geht nicht“, kommen die Azubis Angelina und Lena mit den Worten „Geht nicht, gibt's nicht!“ zu Hilfe.

Schließlich hat Juline als Erste die Gehäuseteile mit Stecker und Buchse verschraubt, ihr Verlängerungskabel ist fertig. Die Auszubildenden testen noch, ob die Schrauben fest sitzen und die Isolierung hält, dann darf Juline ihr Namensschild auf das Kabel kleben. „Das zeige ich erstmal meinem Papa, und dann sehen wir, wo es hinkommt“, erklärt sie nicht ohne Stolz. Als schließlich alle fertig sind, müssen nur noch die Arbeitsplätze aufgeräumt werden – auch das ist ein wichtiger Teil der Arbeit.

Positives Fazit am Ende des Tages

Als Heike Schönmann, Melanie Schuck und Sarah Hebben am Ende des Tages um Feedback per Daumenabstimmung bitten, zeigen fast alle Daumen nach oben. Und auch auf der Rückfahrt im Reisebus nach Mannheim fällt das Fazit positiv aus: „Ich fand den Girls' Day dieses Jahr echt gut und interessant“, freut sich Franziska. „Und toll, dass wir das Kabel mitnehmen durften. Das verlege ich jetzt bis zu meinem Bett, da ist nämlich nur eine Steckdose bisher.“ Echt praktisch also, so ein Verlängerungskabel – selbst wenn es kein iPhone aufladen kann.

Girls' Day im Konzern

Auch andere Bilfinger Gesellschaften haben sich beim Girls' Day engagiert, darunter auch die Bilfinger EMS.

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