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Bilfinger BergerPressenotizen 2002

Zwischenbericht zum 31. März 2002

28. Mai 2002
Zwischenbericht zum 31. März 2002

Die Unternehmensentwicklung im Überblick

Bilfinger Berger hat in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2002 die positive Entwicklung fortgesetzt. Der Auftragseingang stieg um 21 Prozent auf 1.469 Mio. €. Dazu haben alle Geschäftsfelder beigetragen. Der Auftragbestand lag Ende März 2002 mit 4.790 Mio. € um 8 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Aufgrund saisonaler Einflüsse ging die Leistung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 951 Mio. € zurück. Das Konzernergebnis belief sich zum Stichtag auf 157 Mio. €. Darin enthalten ist der Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf unserer Anteile an der Dresdner Bank in Höhe von 161 Mio. €. Ohne diesen Sondereffekt beträgt das Quartalsergebnis wie im Vorjahr -4 Mio. €. Dies liegt im Rahmen unserer Planung. Generell bleibt das Ergebnis des ersten Quartals in der Baubranche jahreszeitlich bedingt immer deutlich unter dem Niveau des Gesamtjahres. Kapitalstruktur und Finanzlage sind unverändert solide. Die Investitionen in Finanzanlagen haben auf Grund des Erwerbs der Wolfferts-Gruppe zugenommen. Der Anstieg der Beschäftigtenzahl ist im wesentlichen auf den wachsenden Personalbedarf unserer Auslandsbaustellen zurückzuführen. Die Zahl der Mitarbeiter im Geschäftsfeld Bauen Inland wurde hingegen weiter reduziert. Unsere strategischen Ziele werden wir mit Nachdruck weiter verfolgen. Dazu zählt die Ausweitung von Leistungen rund um unser Kerngeschäft. Durch gezielte Akquisition von Unternehmen im Dienstleistungsbereich wollen wir unser operatives Geschäft verbreitern. Durch neue margenstarke und weniger zyklische Aktivitäten wird sich unser Risikoprofil verbessern. Auch unser Engagement bei privat finanzierten Betreiberprojekten werden wir intensivieren. Darüber hinaus wollen wir unser internationales Geschäft gezielt stärken. Im Mittelpunkt steht dabei der Ausbau vorhandener Positionen in Märkten mit besonderem Wachstumspotenzial. Trotz einer eher unsicheren globalen Konjunkturentwicklung erwarten wir für das Geschäftsjahr 2002 einen Anstieg der Leistung auf 4,8 Mrd. €. Der Auslandsanteil wird sich auf über 60 Prozent erhöhen. Mögliche Akquisitionen sind hierbei nicht berücksichtigt. Unser Konzernergebnis wollen wir unabhängig vom Sondereffekt aus dem Verkauf der Dresdner Bank Aktien erneut steigern. Grundlage hierfür wird das weiter zunehmende operative Ergebnis sein.

Kennzahlen des Konzerns

3/2002
in
Mio. €
3/2001
in
Mio. €
Änderung
in
Prozent
12/2001
in
Mio. €
Leistung
951
987
-4
4.607
Auftragseingang
1.469
1.211
+21
4.680
Auftragsbestand
4.790
4.424
+8
4.272
EBITA
-7
-8
+13
+36
Außergewöhnliches Ergebnis
+161
0
-
0
Konzernergebnis
+157
-4
-
+52
Ergebnis je Aktie vor außergewöhnlichem Ergebnis in €
-0,11
-0,11
0
+1,44
Ergebnis je Aktie in €
+4,32
-0,11
-
+1,44
Cash Earnings nach DVFA/SG
+91
+17
-47
+133
Investitionen
davon Sachanlagen
34
8
17
15
+100
-46
111
73
Mitarbeiter
45.015
42.533
+6
43.471

1 ohne 262 Mio. € Cashflow aus dem Verkauf der Dresdner Bank Aktien


Die Entwicklung in unseren Geschäftsfeldern

Bauen Inland

Die Leistung im Geschäftsfeld Bauen Inland ist in den ersten drei Monaten des Jahres 2002 durch saisonbedingte Einflüsse um 14 Prozent auf 319 Mio. € zurückgegangen. Auftragseingang und Auftragsbestand weisen dagegen jeweils zweistellige Zuwachsraten auf. Zu dieser Steigerung hat unsere Niederlassung Tunnelbau in München mit einem Großauftrag am Gotthardbasistunnel wesentlich beigetragen. Die bisher für das Jahr 2002 vorliegenden statistischen Zahlen lassen erwarten, dass Umsätze und Auftragseingänge der Baubranche weiter zurück gehen. Der Wohnungsbau, in dem Bilfinger Berger kaum engagiert ist, wird sich auf absehbare Zeit nicht erholen. Allenfalls für den Wirtschaftsbau in Westdeutschland und für den öffentlichen Bau kann mittelfristig Entspannung erwartet werden. Bilfinger Berger hat sich frühzeitig auf die anhaltend rückläufige Baukonjunktur im Inland eingestellt. Wir haben uns auf wichtige Standorte konzentriert und unsere Einheiten spezialisiert. Auch künftig werden wir uns auf Marktentwicklungen schnell und flexibel einstellen. Für das Jahr 2002 erwarten wir im Geschäftsfeld Bauen Inland eine stabile Leistung in der Größenordnung von 1,8 Mrd. €. Das positive Ergebnis des Vorjahres wollen wir weiter verbessern.

Kennzahlen Bauen Inland

3/2002
in
Mio. €
3/2001
in
Mio. €
Änderung
in
Prozent
12/2001
in
Mio. €
Leistung
319
372
-14
1.766
Auftragseingang
577
524
+10
1.900
Auftragsbestand
1.697
1.458
+16
1.440
Investitionen
5
6
-17
27
EBITA
-9
-10
+10
+3
Mitarbeiter
6.638
7.110
-7
6.802


Bauen Ausland

Die Leistung des Geschäftsfelds Bauen Ausland hat in den ersten drei Monaten um 3 Prozent auf 564 Mio. € zugenommen. Der Auftragseingang entwickelte sich mit einem Anstieg um 13 Prozent erfreulich. In Australien ist die Konjunkturentwicklung im Hochbau weiterhin verhalten, während bei großen Infrastrukturprojekten rege Nachfrage zu verzeichnen ist. Unsere Beteiligung Baulderstone Hornibrook hat sich entsprechend ausgerichtet und verfolgt - teilweise in Zusammenarbeit mit anderen Konzerneinheiten – bedeutende Verkehrsprojekte. Die Baukonjunktur in den Vereinigten Staaten zeigt sich weitgehend stabil. Investitionen im Infrastrukturbereich lassen ein leichtes Wachstum erwarten. Unsere Beteiligung Fru-Con hat im Februar den Auftrag erhalten, im Bundesstatt Ohio ein drei Kilometer langes Brückenbauwerk über den Maumee River zu errichten. In Panama erstellen wir eine neue Brücke über den Kanal. Beide Bauwerke sind Schrägseilkonstruktionen, mit denen Bilfinger Berger auf internationalen Märkten in den letzten Jahren erfolgreich war. In Südostasien erholt sich die Wirtschaft nur schleppend. China gibt nach dem Beitritt zur WTO und der Vergabe der Olympischen Spiele an Beijing Anlass zum Optimismus. Im Februar haben wir unser Know-how bei der Realisierung anspruchsvoller Infrastrukturprojekte in ein Joint Venture mit einer Baugesellschaft der Stadt Beijing eingebracht. Das Gemeinschaftsunternehmen wird sich um Aufträge zur Verbesserung der Verkehrssituation in chinesischen Großstädten bewerben. In Nigeria werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von der Entwicklung des Rohölpreises bestimmt. Im laufenden Jahr rechnen wir im Geschäftsfeld Bauen Ausland mit einer auf 2,7 Mrd. € wachsenden Leistung und einem erneut gesteigerten Ergebnis.

Kennzahlen Bauen Ausland

3/2002
in
Mio. €
3/2001
in
Mio. €
Änderung
in
Prozent
12/2001
in
Mio. €
Leistung
564
547
+3
2.516
Auftragseingang
714
633
+13
2.489
Auftragsbestand
2.785
2.749
+1
2.636
Investitionen
8
10
-20
38
EBITA
+10
+8
+25
+40
Mitarbeiter
35.949
33.546
+7
34.819


Entwickeln und Betreiben

Im Geschäftsfeld Entwickeln und Betreiben ist die Leistung in den ersten drei Monaten um 19 Prozent auf 56 Mio. € gestiegen. Die deutlichen Zuwächse, auch bei Auftragseingang und Auftragsbestand, sind Folge der erstmaligen Konsolidierung der Wolfferts-Gruppe, die wir zum 1. Januar 2002 erworben haben. Das Unternehmen erbrachte im zurückliegenden Geschäftsjahr mit 670 Mitarbeitern eine Leistung von rund 125 Mio. € und zählt in Deutschland zu den wenigen Full-Service Anbietern in der Gebäudetechnik. Wolfferts wird die Kompetenz des Konzerns im anspruchsvollen technischen Facility Management stärken. Unser Engagement bei privatwirtschaftlichen Betreiberprojekten hat in den zurückliegenden Monaten weiteren Auftrieb erhalten. In Sydney konnte sich ein von uns geführtes Konsortium als bevorzugter Bieter für die privatwirtschaftliche Realisierung des Cross City Tunnel durchsetzen. Die Maßnahme mit einem Volumen von 520 Mio. € wird das bisher größte BOT-Projekt im Portfolio unseres Unternehmens sein. Der Konzessionsvertrag soll noch im laufenden Jahr unterzeichnet werden. In Großbritannien haben wir im April die Konzession erhalten, ein Krankenhaus in der westenglischen Stadt Gloucester umzubauen, zu erweitern und nach der Fertigstellung über einen Zeitraum von 30 Jahren zu betreiben. Auch in Deutschland ist zunehmendes Interesse an privatwirtschaftlichen Lösungen festzustellen. Die Initiative des Bundesverkehrsministeriums zum privat finanzierten Ausbau besonders belasteter Autobahnteilstücke, die Novellierung des Fernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetzes und die Ankündigung von Pilotprojekten im öffentlichen Hochbau in Nordrhein-Westfalen deuten auf wachsende Aufgeschlossenheit hin. Durch erste Projekte im Inland, wie dem Herrentunnel in Lübeck und der Britischen Botschaft in Berlin, vor allem aber durch unsere BOT-Erfahrung im Ausland sind wir gut aufgestellt, von diesem neuen Markt zu profitieren. Im Geschäftsfeld Entwickeln und Betreiben wird die Leistung im Gesamtjahr durch organisches Wachstum und die Einbeziehung der Wolfferts-Gruppe auf mehr als 0,4 Mrd. € steigen. Trotz Vorkosten für neue Betreiberprojekte gehen wir von einem positiven Beitrag zum Konzernergebnis aus.

Kennzahlen Entwickeln und Betreiben

3/2002
in
Mio. €
3/2001
in
Mio. €
Änderung
in
Prozent
12/2001
in
Mio. €
Leistung
56
47
+19
288
Auftragseingang
146
38
+284
241
Auftragsbestand
276
226
+22
187
Investitionen
21
0
-
5
EBITA
-2
-2
0
+1
Mitarbeiter
1.007
267
+277
307


Umwelttechnik

Die Leistung im Geschäftsfeld Umwelttechnik ging im ersten Quartal um 20 Prozent auf 35 Mio. € zurück. Grund dafür ist, dass Passavant-Roediger im ersten Quartal 2002 die Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts verkauft hat. Die Gesellschaft konzentriert sich künftig ausschließlich auf Abwasserreinigung und Trinkwasseraufbereitung. Zum deutlich gestiegenen Auftragseingang hat vor allem die Bilfinger Berger Umwelt GmbH beigetragen, die sich mit der Reinigung von Böden und der Asbestsanierung befasst. Der Auftragsbestand des Geschäftsfelds liegt leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die Umwelttechnik werden wir auf Grund der anhaltend schwachen Nachfrage im Inland weiter internationalisieren. Für das Jahr 2002 rechnen wir mit einer leicht rückläufigen Leistung in der Größenordnung von 0,2 Mrd. € und einem positiven Ergebnis.

Kennzahlen Umwelttechnik

3/2002
in
Mio. €
3/2001
in
Mio. €
Änderung
in
Prozent
12/2001
in
Mio. €
Leistung
35
44
-20
200
Auftragseingang
63
41
+54
174
Auftragsbestand
148
142
+4
119
Investitionen
0
0
0
9
EBITA
-3
-3
0
+1
Mitarbeiter
988
1.185
-17
1.121

Leistung nach Geschäftsfeldern

3/2002
in
Mio. €
3/2001
in
Mio. €
Änderung
in
Prozent
12/2001
in
Mio. €
Bauen Inland
319
372
-14
1.766
Bauen Ausland
564
547
+3
2.516
Entwickeln und Betreiben
56
47
+19
288
Umwelttechnik
35
44
-20
200
Konsolidierung, Sonstiges
-23
-23
-163
951
987
-4
4.607

EBITA nach Geschäftsfeldern

3/2002
in
Mio. €
3/2001
in
Mio. €
Änderung
in
Prozent
12/2001
in
Mio. €
Bauen Inland
-9
-10
+10
+3
Bauen Ausland
+10
+8
+25
+40
Entwickeln und Betreiben
-2
-2
0
+1
Umwelttechnik
-3
-3
0
+1
Konsolidierung, Sonstiges
-3
-1
-9
-7
-8
+13
+36


Zwischenabschluss


Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio. €
1.1. - 31.3.2002
1.1.-31.3.2001
Umsatzerlöse/Bestandsveränderung
775
804
Sonstige betriebliche Erträge
10
11
Materialaufwand
-478
-528
Personalaufwand
-220
-204
Abschreibungen auf Sachanlagen
-16
-15
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-78
-76
EBITA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern
und Goodwillabschreibungen)
-7
-8
Abschreibungen auf Goodwill
0
0
EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern)
-7
-8
Beteiligungsergebnis
0
0
Zinsergebnis
2
2
Außergewöhnliches Ergebnis
161
-
EBT (Ergebnis vor Ertragsteuern)
156
-6
Ertragsteuern
1
2
Ergebnisanteile fremder Gesellschafter
0
0
Konzernergebnis
157
-4
Durchschnittliche Anzahl der Aktien in Tausend
36.306
36.261
Ergebnis je Aktie (in €) vor außerge-
wöhnlichem Ergebnis
-0,11
-0,11
Ergebnis je Aktie (in €)
+4,32
-0,11

Das EBITA, das auch die operativen Beteiligungsergebnisse enthält, hat sich auf -7 Mio. € verbessert. Im übrigen Beteiligungsergebnis wurde der Ergebnisbetrag von Buderus durch kleinere Verluste anderer Gesellschaften kompensiert. Aufgrund der starken Saisonalität des Geschäfts trägt das erste Quartal regelmäßig weniger als 10 Prozent zum Jahresergebnis des Buderus-Konzerns bei. Das außergewöhnliche Ergebnis enthält den steuerfreien Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf unserer Dresdner Bank Aktien.

Konzern-Kapitalflussrechnung

in Mio. €
1.1.-31.3.2002
1.1.-31.3.2001
Cash Earnings nach DVFA/SG
9
17
Veränderung Nettoumlaufvermögen
-188
-221
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
-179
-204
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
232
-1
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
-37
1
Zahlungswirksame Veränderung
der Wertpapiere und Liquiden Mittel
16
-204
Sonstige Wertänderungen
der Wertpapiere und Liquiden Mittel
0
-5
Wertpapiere und Liquide Mittel am 1.1.
802
877
Wertpapiere und Liquide Mittel am 31.3.
818
668


Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist aufgrund eines für das erste Quartal typischen Anstiegs des Nettoumlaufvermögens mit 179 Mio. € negativ. Ursächlich ist neben einer Zunahme der Vorräte und Forderungen um rund 60 Mio. € vor allem der Abbau von Verbindlichkeiten und Rückstellungen um rund 125 Mio. €. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthält den Erlös aus der Veräußerung unserer Dresdner Bank Aktien in Höhe von 262 Mio. €. Die Investitionen in Finanzanlagen haben sich insbesondere wegen des Erwerbs der Wolfferts-Gruppe erhöht. Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit enthält eine Teilablösung von Krediten der thailändischen Arbeitsgemeinschaft Bang Na Expressway.


Konzernbilanz

in Mio. €
31.3.2002
31.12.2001
AKTIVA
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögenswerte
16
8
Sachanlagen
497
502
Finanzanlagen
343
336
856
846
Umlaufvermögen
Vorräte
437
406
Forderungen und sonstige Vermögenswerte
1.009
1.204
Wertpapiere und Liquide Mittel
818
802
2.264
2.412
Latente Steuern
55
53
3.175
3.311
 
PASSIVA
Eigenkapital
1.106
1.110
Anteile fremderGesellschafter
3
3
 
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen
120
120
Übrige Rückstellungen
409
416
529
536
Verbindlichkeiten
Bankverbindlichkeiten
357
351
Übrige Verbindlichkeiten
1.137
1.266
1.494
1.617
Latente Steuern
43
45
3.175
3.311

Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte enthalten zum 31. Dezember 2001 noch unseren Anteil an der Dresdner Bank in Höhe von 262 Mio. €.