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INNENLEBEN: BARBARA STEFFEN

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RUND 60 000 MENSCHEN ARBEITEN WELTWEIT FÜR BILFINGER BERGER. JEDER HAT SEINE EIGENE GESCHICHTE.

BARBARA STEFFEN, 30, IST IM NOVEMBER NACH EINJÄHRIGER BABYPAUSE FÜR ZWEI TAGE DIE WOCHE AN IHREN ARBEITSPLATZ ZURÜCKGEKEHRT. SIE ARBEITET ALS REFERENTIN IM MARKETING DER BILFINGER BERGER HOCHBAU GMBH IN FRANKFURT.

Sie sind vor einem Jahr zum ersten Mal Mutter geworden. Wenn Sie Ihrer kleinen Tochter nur einen einzigen Ratschlag fürs Leben geben könnten, welcher wäre das?
Aufs Bauchgefühl zu hören und sich das möglichst auch im Erwachsenenalter zu bewahren.

Was wird Ihrer Meinung nach überschätzt?
Ich habe das Gefühl, dass sehr viele Menschen nur nach Macht streben. Wenn sie etwas verändern wollen, ist das ja in Ordnung. Wenn es aber nur darum geht, über andere bestimmen zu können, ist Macht überschätzt, weil sie dann nicht glücklich macht.

Können Sie sich vorstellen als Tier zu leben?
Katzen sind unabhängig und sehr anmutig, das gefällt mir gut. Ich könnte den ganzen Tag auf der Couch liegen und ab und zu eine Maus fangen.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Ich esse mit viel Genuss. Da kommt es wirklich vor, dass ich schnurre wie eine Katze. Ich liebe es, essen zu gehen, ich liebe es zu kochen, mit Freunden oder nur zu zweit.

Sagen Sie manchmal „ja“, obwohl Sie „nein“ meinen?
Ich versuche, es zu vermeiden, aber ganz schaffe ich es nicht. Im Arbeitsleben zum Beispiel, wenn ich nach Hause will und jemand fragt: „Können Sie das noch schnell erledigen?“, dann sage ich „ja“, obwohl ich „nein“ meine.

Wofür sind Sie dankbar?
Für meinen Mann, für meine einjährige Tochter Nola, für meine Familie, für meine Freunde. Dass wir so leben dürfen, dass wir einen Garten haben, dass wir gesund sind, dass es uns gut geht.

Was erfüllt Sie mit Hoffnung?
Wir waren letzte Woche wandern, und alle, die uns begegneten, haben uns angelächelt, einfach weil da ein Kind war.

Worauf können Sie verzichten?
Ich könnte auf Staub im Haushalt verzichten. Auf die vielen Newsletter, die in meinem Mail-Postfach landen. Und manchmal verzichte ich auf Schokolade.

Ihre größte Leistung?
Ich habe Betriebswirtschaft studiert und danach bei einer Bank gearbeitet. Aber das lag mir nicht. Ich hab diesen gut bezahlten Job aufgegeben, PR studiert und ein Volontariat begonnen: So kam ich zu Bilfinger Berger. Ich empfinde es als Leistung, dass ich nicht aus Bequemlichkeit in meinem Bankjob hängen geblieben bin, sondern neu angefangen habe, um etwas zu tun, was mir Spaß macht.

Wen auf der Welt möchten Sie gerne kennenlernen?
Die Sängerin Pink. Ich singe selbst, und als ich sie einmal live erlebte, war ich absolut fasziniert von ihrer Stimme. Sie hat auf der Bühne eine Präsenz, die einfach atemberaubend ist. Sie hat auch gerade ein Kind bekommen, wir könnten uns sicher gut austauschen.

Woran erkennt man echte Liebe?
Dass man einfach man selbst sein kann. Sich hundertprozentig geborgen fühlt. Und ich glaube, man erkennt echte Liebe auch daran, dass man nicht seine Fühler in eine andere Richtung ausstreckt. Natürlich nehme ich auch andere Männer wahr, aber ich bin fest davon überzeugt, dass es mir mit niemand anderem besser gehen könnte als mit meinem Mann: Das ist vielleicht echte Liebe.

Was bewundern Sie an Männern?
Ihre Selbstverständlichkeit. Ich habe den Eindruck, dass es Männern im Allgemeinen gelingt, sich so anzunehmen, wie sie sind.

Was bewundern Sie an Frauen?
Dass sie meistens besser in der Lage sind, sich in andere Menschen hineinzuversetzen.

Können Sie ein Gedicht auswendig aufsagen?
„Auswendig lernen“ heißt auf Englisch ja „to learn by heart“, und das trifft es genau: Ich kann immer noch das Sonett Nr. 18 von Shakespeare auswendig, das ich in der 12. Klasse gelernt habe, natürlich ein Liebesgedicht: „Shall I compare thee to a summer's day? ….“

Was verzeihen Sie nicht?
Wenn mich jemand anlügt, sehe ich rot. Vertrauen, finde ich, ist etwas ganz Wichtiges.

Was ertragen Sie nur mit Humor?
Den Wahnsinn des Alltags. Wenn ich morgens die Creme aus dem Schrank hole und mir dabei das Deo herunterfällt. Wenn ich im Arbeitsleben einen Riesenaufwand treiben muss, um eine Kleinigkeit abzustimmen. Wenn ich mit dem Auto im Stau stehe. Ich habe eine Clownsnase im Auto liegen: Ab und zu setze ich sie dann auf.

Interview: Paul Lampe, Foto: Eric Vazzoler
Bilfinger Berger Magazin 1/2012