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E-MOBILITÄT IN MÜNCHEN

O'ZAPFT IS!

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O'zapft is! Mit dem Segway zum Oktoberfest

ZUM OKTOBERFEST NACH MÜNCHEN? DAS LIESS SICH AUTOR PHILIPP MAUSSHARDT NICHT ZWEIMAL SAGEN. FÜR UNS HAT ER DORT EIN STROM-AUTO UND EINEN STROM-ROLLER GETESTET.

Der Mann in Lederhose läuft, ohne sich umzuschauen, vom Gehweg auf die Straße. Ja Himmi-Herrgott! Hat der keine Augen! Ich bremse abrupt, aber nicht einmal das bemerkt der Fußgänger, der offensichtlich nur eines im Sinn hat: schnell aufs Oktoberfest.

Da fällt mir ein: Er hat mich wohl einfach nicht gehört, denn ich gleite fast lautlos durch die Münchner Lindwurmstraße. Der Peugeot iOn, den ich durch die bayerische Landeshauptstadt steuere, ist ein reines Elektrofahrzeug mit null Komma null CO2-Ausstoß.

Ich höre sogar die Vögel singen. Kein störendes Motorengeräusch dringt an die Ohren. Nur das leise Surren der Räder auf dem Asphalt und die vorbeischwebenden Hausfassaden beweisen, dass ich tatsächlich fahre. Die Zukunft ist leise und komfortabel: Obwohl der kleine Peugeot nur knappe dreieinhalb Meter misst, ist er ein bequemer Viersitzer mit allem, was man an Ausstattung von einem modernen Fahrzeug erwartet.

NIX WIE WEG AN DER AMPEL
An der Ampel am Stachus röhrt ein Hirsch: Ein silberner Mazda MX-5 hat sich neben mich geschoben. Doch als die Ampel auf Grün schaltet, schauen die Passanten auf mich. „Elektromobilität wird Realität“ steht auf der Rücktüre meines Wagens, der keine Mühe hat, bei der ersten Beschleunigung mit dem Sportwagen mitzuhalten.

Ich fahre über die Isar hinüber in den Stadtteil Au, in dem der große Komiker Karl Valentin geboren wurde. Er hätte mit Sicherheit seine Freude an einem Auto, das weder stinkt noch lärmt. In kühner Prophetie hatte Karl Valentin schon in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts für München die Vision einer unfallfreien Stadt entworfen, in der montags nur Fahrräder, dienstags nur Fußgänger und mittwochs nur Autos über den Marienplatz fahren dürfen.

MÜNCHEN VORN BEI E-MOBILITÄT
Seit geraumer Zeit schon hat München eine Vorreiterrolle bei der Elektromobilität. Dort wird geforscht und gebaut. Gerade testen die Stadt, das Fraunhofer-Institut sowie die Firmen Siemens und BMW das kabelfreie Laden eines E-Fahrzeugs über Induktionsspulen. Die eCarTec, ebenfalls in München, hat sich zur führenden Messe für Solarmobile in Deutschland gemausert, und an der Technischen Universität hat ein Team aus Professoren und Studenten gerade erst den „Mute“ entwickelt, ein besonders leichtes E-Auto, das der Fachwelt auf der IAA Erstaunen abrang.

Mein Peugeot iOn schnurrt derweil wieder Richtung Heimathafen, zum E-Mobility-Shop von m+p consulting, einer Beteiligung von Bilfinger Berger. Die Ladeanzeige ist es nicht, die mich zurückzwingt; denn die Batterie hat noch für fast 100 Kilometer Strom. Doch ich möchte am Nachmittag noch ein weiteres Fahrzeug testen: den Segway. Ein Stehroller, auf dem man sich zwar noch als Fußgänger fühlt, verkehrstechnisch aber bereits als „Führer einer elektrischen Mobilitätshilfe“ gilt.

MIR SAN MIT DEM SEGWAY DO
Ein Mitarbeiter gibt mir eine kurze Einführung. Gewicht nach vorne: Gas. Gewicht nach hinten: Bremse. Ich drehe zwei Runden um den Block, und mit jedem Meter wächst das Lustgefühl für die neue Fortbewegungsart. Es ist Oktober, die Sonne wärmt mir die Waden und ganz München ist im „Wiesn-Fieber“. Auf meinem Segway reihe ich mich ein in den Strom der Lederhosen und Dirndl, die Richtung Theresienhöhe ziehen. Wie ein Fisch im Wasser manövriere ich mein Fahrzeug. Japaner fotografieren mich. Zuhause werden sie von Tradition und Fortschritt erzählen – die Lederhose fährt Segway.

Der warme Herbsttag lädt ein zu einem Umweg durch den Englischen Garten. Hier mischen sich Fußgänger, Radfahrer, Jogger und Inliner auf den ausgedehnten Parkwegen. Auch der Segway-Roller lässt sich auf dem feinen Kies mühelos steuern, und als sich beim „Chinesischen Turm“ eine Joggerin als alte Bekannte entpuppt, plaudern wir eine Weile nebeneinander auf der Strecke. Sie etwas atemloser als ich. Ich lehne mich ein wenig nach vorne und mein fahrendes Brett beschleunigt auf bis zu 20 Stundenkilometer. Ich winke zum Abschied und biege ab zum Eiskanal. Im kalten Isarwasser lassen sich Unerschrockene auf Surfbrettern flussabwärts treiben.

„Mir san mit dem Segway do“, trällert plötzlich jemand hinter mir, der sich als Teilnehmer einer Touristengruppe auf Segways herausstellt. In München haben mehrere private Anbieter von Stadttouren den Stehroller als ideales Erkundungsgerät entdeckt. Wo sie auftauchen, werden die Touristen nun selbst zur Attraktion. „Is dat schwierig?“, will ein Mann in kariertem Hemd und Lederhosen von mir wissen, als ich vor einem Biergarten anhalte. Das Mitglied eines Kegelvereins aus Köln hat sich als Bayer verkleidet und untersucht neugierig mein Gefährt. „Is et nit“, kölnere ich zurück und genieße meine Expertenrolle.

FAHRVERBOT AUF DER WIESN
Die zunehmende Dirndl-Frequenz zeigt die nahende Wiesn an. An einer Polizeiabsperrung ist Schluss. Eine Beamtin erklärt mir freundlich aber bestimmt, ab hier gelte absolutes Fahrverbot, auch der Segway sei schließlich ein Fahrzeug. „Aber was für eines!“, sinniere ich wenig später im Schottenhamel-Zelt vor meiner ersten Maß. Ich sehe die Menschen lautlos und schadstofffrei durch lebenswerte Städte surren, alle winken sich freundlich zu. Und als die dritte Maß kommt, habe ich sogar den Eindruck, die Bedienung brächte sie mir auf dem Segway daher.

Text: Philipp Mausshardt, Fotos: Antonia Zennaro
Bilfinger Berger Magazin 1/2012

Einladung zum Herumstromern

Viele Unternehmen wollen Teile ihres Fuhrparks auf E-Fahrzeuge umstellen. m+p consulting in München hilft ihnen dabei. Als Vertragspartner bietet die Beteiligungsgesellschaft von Bilfinger Berger einen Rundum-Service von Beschaffung und Finanzierung über die Bereitstellung der Ladesäulen bis zum Wartungsservice. In einem E-Mobility-Shop in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs kann man die verschiedensten Stromer ausprobieren. Das Angebot reicht von Autos über Motorräder und E-Bikes bis zu den Segway-Stehrollern.

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www.mp-emobility.de