DER QUALLEN-KAPITÄN
Die Furchenqualle hat ein Problem: Ihr fehlen die Augen. Macht aber nichts. Sie hat ja den Kurzschwanzkrebs, der auf ihrem Schirm lebt und dort Algen frisst. Wenn ein Feind naht, flieht der Krebs an die entgegen gelegene Seite des Medusenschirms. Die Qualle spürt die Bewegung des Krebses, reagiert mit Flucht, rettet so sich und ihren Kapitän.
(Furchenqualle Versuriga anadyomene, Kurzschwanzkrebs Brachyura)
ALLE MANN ZUM BABYSITTEN!
In jeder Gruppe von etwa 15 Weißbüschelaffen kann nur das dominante Weibchen Nachwuchs bekommen, bei den anderen ist der Eisprung unterdrückt. Die dürfen aber babysitten. Damit auch die Männer Hand anlegen, nutzt das dominante Weibchen einen Trick: Sie paart sich mit vielen Männchen. So weiß keiner, wer der Vater ist, und alle helfen mit.
(Weißbüschelaffe Callithrix jacchus)
SPENDE BLUT, RETTE LEBEN!
Südamerikanische Vampire sind empfindlich. Schon nach zwei Nächten ohne Mahlzeit fallen sie verhungert von der Decke. Vorher aber betteln sie ihre Artgenossen an – zumeist erfolgreich. Die satten Fledermäuse, die sich an Pferden und Kühen labten, würgen einfach ein bisschen Blutkuchen aus ihrem Magen hervor und geben eine Mund-zu-Mund-Infusion.
(Echter Vampir Desmodontidae)
(Illustration: Silke Beneke)
Bilfinger Berger Magazin 1/2009
