
Verehrte Aktionäre und Geschäftspartner,
sehr geehrte Damen und Herren,
getragen von einem starken Dienstleistungsgeschäft hat Bilfinger Berger das Geschäftsjahr 2009 erfolgreich abgeschlossen. Trotz der Belastung aus einem Großprojekt und schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ist es uns gelungen, unsere zu Beginn des Geschäftsjahres aufgestellte Prognose zu erfüllen. EBIT und Konzernergebnis erreichten die um den Verkauf von Razel bereinigten Vorjahreswerte.
2009 war aber nicht nur ein erfolgreiches, es war auch ein für die weitere Entwicklung des Unternehmens wichtiges Jahr: Bilfinger Berger hat das Dienstleistungsgeschäft noch stärker in das Zentrum der Konzernaktivtäten gerückt und die Weichen gestellt, um das Baugeschäft erheblich zu reduzieren. Dies betrifft insbesondere die geplante Trennung von unserer Beteiligung Bilfinger Berger Australia. Den dabei erzielten Erlös werden wir für den weiteren Ausbau der Dienstleistungen einsetzen.
Durch den fortgesetzten Umbau des Konzerns verbessern wir unsere wirtschaftliche Basis grundlegend und verringern die Abhängigkeit von Konjunkturzyklen. Die Positionierung als Dienstleistungskonzern für Industrie, Infrastruktur und Immobilien, wird von Investoren und Kunden sehr positiv aufgenommen. Im Oktober 2009 haben wir eine Kapitalerhöhung durchgeführt, mit der wir vor allem den Erwerb des Industrie- und Kraftwerksdienstleisters MCE finanziert haben. Unsere Aktionäre haben die ihnen angebotenen neuen Aktien nahezu vollständig übernommen – ein Beweis für ihr Vertrauen in unsere Unternehmensstrategie.
Mit einer erneuten Steigerung von Leistung und Ertrag hat das Geschäftsfeld Dienstleistungen mit seinen Sparten Industrial Services, Power Services und Facility Services die Erwartungen trotz des rezessiven Geschäftsumfelds übertroffen. Mit der Übernahme der österreichischen MCE, der Schweizer Rohrbau Gruppe, der französischen LTM sowie der kroatischen Duro Dakovic Montaza haben wir die starke Position des Geschäfts weiter ausgebaut.
Der Bau wird auch mit verkleinertem Volumen künftig Kerngeschäft bleiben. Unsere Stärken sind unsere hohe technische Kompetenz und unser Know-how für nachhaltiges Bauen. Im Ingenieurbau sind wir in ausgewählten Regionen tätig und realisieren anspruchsvolle Infrastrukturprojekte. Im Hoch- und Industriebau setzen wir auf Qualität und beteiligen uns nicht am Wettbewerb, der nur durch den Preis bestimmt ist. Da der Aspekt der Nachhaltigkeit von Immobilien immer wichtiger wird, kommt dem von uns favorisierten und seit langem verfolgten Lebenszyklus-Ansatz eine wachsende Bedeutung zu. Die Beschränkung des Volumens dient auch dem Ziel, die Margen im Baugeschäft nachhaltig zu verbessern. Unser Risikomanagement und die Richtlinien zur Projektauswahl haben wir nochmals verschärft.
Die Vorkommnisse beim Projekt Nord-Süd Stadtbahn in Köln nehmen wir sehr ernst. Ich versichere Ihnen, dass wir unseren Teil zu einer gründlichen und schonungslosen Erforschung der Ursachen des Unglücks beitragen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen ziehen. Durch enge Kooperation mit dem Auftraggeber und den beteiligten Behörden sowie durch offene Kommunikation wollen wir verlorenes Vertrauen wieder herstellen.
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