Boomtown Brisbane – die Hauptstadt des australischen Bundesstaats Queensland wächst schneller als der Rest des Landes. Zwei große Infrastrukturprojekte sollen den Wachstumsmotor weiter in Gang halten und dabei die Belange der Umwelt bestmöglich berücksichtigen. Bilfinger Berger ist maßgeblich daran beteiligt.
(Text: Frank Reisel, Fotos: Fritz Stark)
Nachts gehört Brisbane den Flughunden. Allein auf einer kleinen Mangroveninsel im Brisbane River hängen 400.000 von ihnen unter den Ästen der Bäume. Wenn sich die Dunkelheit über der Landschaft niederlegt, erwachen die Fledertiere mit dem hundeähnlichen Kopf zum Leben. Mit gellendem Geschrei steigen sie in die Dämmerung auf und ziehen in Richtung der Stadt, um auf Eukalyptus- und Feigenbäumen Nahrung zu suchen.
Die Einwohner von Brisbane sehen das Schauspiel mit gemischten Gefühlen. Einerseits machen sich die Flughunde auch über die Früchte in Gärten und Grünanlagen her, andererseits sind die Tiere bei der Bestäubung von Pflanzen und somit für das sensible Ökosystem unverzichtbar. Experten glauben, dass es ohne Flughunde keine Wälder in und um Brisbane gäbe. Im Jahr 2007 – als viele Flughunde in einer extremen Dürreperiode Hunger litten – errichtete die Stadtverwaltung deshalb ein Zentrum, in dem die Tiere wieder aufgepäppelt wurden. Nur ein Beispiel, das zeigt, welch wichtige Rolle der Naturschutz in Australien und insbesondere in Brisbane spielt.
Die Hauptstadt des Bundesstaats Queensland wächst rasant. 1990 lebten rund 1,3 Millionen Menschen in Brisbane, 2008 bereits mehr als 1,8 Millionen. Wie das Dasein der Flughunde wirkt sich auch das Wachstum der Stadt zwiespältig aus: Einerseits boomt Brisbane wirtschaftlich – zwischen 1990 und 2005 stieg die Anzahl der Arbeitsplätze um 56 Prozent. Auf der anderen Seite ist das Straßennetz inzwischen stark überlastet. Mit einem vehementen Ausbau der Infrastruktur will Brisbane dem Wachstum Rechnung tragen, allerdings mit umweltverträglichen Lösungen.
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