

Köln ist auf Sand gebaut. Deshalb fordert der U-Bahn-Bau viel Know-how und höchsten Einsatz. Eindrücke vom derzeit größten innerstädtischen Bauprojekt Deutschlands.
Text: Hubertus Tessar, Fotos: Fritz Stark
Es ist kein Ferrari, lacht Gustav Kupkowski. 50 Millimeter pro Minute zeigt das Pendant eines Tachos auf der Schalttafel an. Nein, ein Rennbolide ist das 76 Meter lange Ungetüm, das der Mann lenkt,wahrlich nicht trotz seiner 1.100 Kilowatt. Zehn bis zwölf Meter schafft er mit diesem Gefährt pro Tag. Und das ist für eine über 1000 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine schon sehr weit. Zumal sie nicht auf dem Hockenheimring unterwegs ist, sondern sich durch den Untergrund von Köln gräbt.
Dort entsteht eine neue Stadtbahn, die ab 2010 den dicht besiedelten Süden der Domstadt mit dem Hauptbahnhof verbindet und damit eine Lücke im öffentlichen Nahverkehr schließt. Aufgrund der ungünstigen Verbindungen in die Innenstadt nutzen bisher viele Bewohner lieber das Auto, erklärt Karl Bücker von den KölnerVerkehrsBetrieben (KVB), Auftraggeber des Projekts.
Die Folge: Staus, Lärm und Abgase. Um den Nahverkehr zu beschleunigen, wird ein Großteil der rund vier Kilometer langen neuen Trasse unterirdisch verlaufen in zwei eingleisigen, parallel zueinander liegenden Tunnelröhren. Damit reduziert sich die Fahrzeit vom Süden der Stadt ins Zentrum um mehr als die Hälfte, freut sich der KVB-Projektleiter.
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