ENDE DER FLAUTE FÜR DIE OFFSHORE-WINDKRAFT
Der US-Investor Blackstone, der bislang vor allem mit großen Firmenübernahmen von sich reden machte, überraschte die Öffentlichkeit im Juli 2008 mit der Ankündigung, in die Offshore-Windkraft einzusteigen: Eine Milliarde Euro will Blackstone in den Windpark „Meerwind“ vor Helgoland stecken. Damit erwirbt der Finanzinvestor die Mehrheitsbeteiligung an einer durch ihren Standort besonders attraktiven Offshore-Anlage, die ab 2012 Strom für bis zu 500 000 Menschen produzieren soll.
Interessant wurde das Geschäft für Blackstone insbesondere durch einen neuen Investitionsanreiz der Bundesregierung, denn ab 2009 soll jede Kilowattstunde Offshore-Strom mit 15 Cent statt wie bisher mit neun Cent vergütet werden. Außerdem müssen die Netzbetreiber die Kosten für das Seekabel und den Anschluss ans Stromnetz übernehmen.
Branchenkenner erwarten nun den Einstieg weiterer Investoren in die Offshore-Windkraft und auch ein stärkeres Engagement der großen Energieversorger. Diese hatten bislang eher zurückhaltend in die Technik investiert, die zu den konventionellen Kraftwerken an Land in Konkurrenz steht. Da sei es wichtig, dass unabhängige Investoren wie Blackstone „den Investitionsstau auflösen“, sagte Ralf Bischof, Geschäftsführer des Windenergieverbandes, der „Financial Times Deutschland“.
Insgesamt sind vor der deutschen Küste bereits rund 20 Windparks genehmigt. Weitere Projekte sind in Planung.Wenn sie gebaut werden, könnten sich in einem guten Jahrzehnt 3000 bis 5000 Windräder über deutschen Gewässern drehen. Geht es nach den Plänen der Bundesregierung, wird Deutschland in zwanzig Jahren 15 Prozent seines Strombedarfs aus Offshore-Windparks decken. Kein anderer Energieträger hat ein vergleichbares Wachstumspotenzial. „Selbst wenn nur ein Teil der Pläne realisiert wird“, schreibt die „Welt am Sonntag“, „werden in den kommenden Jahren Milliarden Euro in der Deutschen Bucht investiert.“ (ha)
Bilfinger Berger Magazin 2/2008

