10. Februar 2009
Vorläufiger Bericht zum Geschäftsjahr 2008
- Leistung gesteigert
- Ergebnis übertrifft Prognose
- Dividendenerhöhung vorgeschlagen
Bilfinger Berger hat das Geschäftsjahr 2008 mit einer deutlichen Steigerung von Leistung und Ergebnis abgeschlossen. Die Aktionäre sollen an dieser positiven Entwicklung mit einer erhöhten Dividende teilhaben.
| Kennzahlen des Konzerns |
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in Mio. € | 2008 | 2007 | ∆ in % |
| Leistung | 10.742 | 9.222 | + 16 |
| Auftragseingang | 10.314 | 11.275 | - 9 |
| Auftragsbestand | 10.649 | 10.759 | - 1 |
| Investitionen | 697 | 268 |
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| davon Sachanlagen | 237 | 204 |
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| davon Finanzanlagen | 460 | 64 |
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| EBITA | + 322 | + 242 | + 33 |
| EBIT* | + 298 | + 229 | + 30 |
| Konzernergebnis | + 200 | + 134 | + 49 |
*Umstellung von EBITA auf EBIT
Ab dem Jahresabschluss 2008 wird die Berichterstattung von EBITA auf EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) umgestellt. Dies gilt sowohl auf Konzern- als auch auf Segmentebene. Die Vorjahreszahlen wurden aus Gründen der Vergleichbarkeit entsprechend angepasst. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Akquisitionen in Höhe von 24 (Vorjahr: 13) Mio. € sind in der Gewinn- und Verlustrechnung nun Teil der Umsatzkosten. Sie betreffen ausschließlich das Segment Dienstleistungen. Grund für diese Umstellung ist die Anpassung an die vorherrschende Praxis.
Leistung gesteigert
Die Leistung des Konzerns ist um 16 Prozent auf 10.742 Mio. € gewachsen. Der Auftragseingang lag mit 10.314 Mio. € um 9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Hierbei ist die strenge Auftragsselektion im Baugeschäft zu berücksichtigen. Der Auftragsbestand erreichte mit 10.649 Mio. € das Niveau des vergangenen Jahres. Bereinigt um den Effekt aus dem Verkauf der französischen Beteiligungsgesellschaft Razel ist er um 4 Prozent gestiegen. Wechselkursveränderungen haben die Leistung rechnerisch um etwa 200 Mio. €, Auftragseingang und Auftragsbestand um jeweils rund 600 Mio. € gemindert.
Ergebnis übertrifft Prognose
Bilfinger Berger hat das Ergebnis im zurückliegenden Jahr erneut gesteigert und die im Bericht zum dritten Quartal 2008 abgegebene Prognose übertroffen.
Das EBIT stieg um 30 Prozent auf +298 (Vorjahr: +229) Mio. €. Es enthält einen positiven Sondereffekt in Höhe von +45 Mio. €. Er resultiert aus dem Buchgewinn von +90 Mio. € aus dem Verkauf von Razel abzüglich einmaliger Aufwendungen in Höhe von 45 Mio. €, insbesondere aus einer noch vorsichtigeren Anwendung der Percentage of Completion-Methode. Das um den Sondereffekt bereinigte EBIT beläuft sich auf 253 Mio. €.
Das Konzernergebnis nahm um 49 Prozent auf +200 (Vorjahr: +134) Mio. € zu. Nach Berücksichtigung der steuerlichen Auswirkungen beträgt der Sondereffekt +60 Mio. €.
Dividendenerhöhung vorgeschlagen
Der Vorstand wird der Hauptversammlung - vorbehaltlich einer entsprechenden Beschluss-fassung des Aufsichtsrats - vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2008 eine Erhöhung der Dividende auf 2,00 (Vorjahr: 1,80) € je Aktie zu beschließen, um die Aktionäre angemessen am Geschäftserfolg zu beteiligen.
| Konzernergebnis |
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in Mio. € | 2008 | 2007 |
| EBIT | + 298 | + 229 |
| Zinsergebnis | - 15 | - 1 |
| Ergebnis vor Ertragssteuern | + 283 | + 228 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 79 | - 88 |
| Ergebnisanteile anderer Gesellschafter | - 4 | - 6 |
| Konzernergebnis | + 200 | + 134 |
| Durchschnittliche Anzahl der Aktien (in Tausend) | 35.753 | 37.196 |
| Ergebnis je Aktie (in €) | 5,61 | 3,60 |
Solide Finanzlage
Die Finanzlage von Bilfinger Berger wurde durch die Krise an den Finanzmärkten nicht beeinträchtigt. Der Konzern hat keinen kurzfristigen Refinanzierungsbedarf. Für die weitere Unternehmensentwicklung steht ausreichender Finanzierungsspielraum zur Verfügung.
Der Bestand an Liquiden Mitteln lag zum Jahresende trotz erheblicher Investitionen mit 720 (Vorjahr: 796) Mio. € weiter auf hohem Niveau. Der operative Cashflow übertraf mit 357 (Vorjahr: 325) Mio. € nochmals den sehr guten Vorjahreswert. Die Zunahme resultierte vor allem aus einer geringeren Mittelbindung im Working Capital.
Die Investitionen in Finanzanlagen wurden auf 460 Mio. € erhöht. Davon betrafen 401 Mio. € Akquisitionen in den Sparten Industrial Services und Facility Services. Kapitaleinzahlungen und Darlehen für Betreiberprojekte beliefen sich auf 59 Mio. €. Die Investitionen in Sachanlagen summierten sich auf 237 Mio. €. Diesen Abflüssen stand ein Mittelzufluss von 129 Mio. € vor allem aus dem Verkauf selbstgenutzter Büroimmobilien sowie 92 Mio. € aus Finanzanlagenabgängen, insbesondere aus der Veräußerung von Razel gegenüber. Aus dem im ersten Halbjahr abgeschlossenen Aktienrückkaufprogramm resultierten Abflüsse in Höhe von 100 Mio. €. Die Dividende an die Aktionäre der Bilfinger Berger AG für das Geschäftsjahr 2007 betrug 64 Mio. €. An konzernfremde Gesellschafter wurden 4 Mio. € ausgeschüttet.
Die Bankverbindlichkeiten haben auf 328 (Vorjahr: 111) Mio. € zugenommen. Unberücksichtigt bleiben dabei die Projektkredite auf Non-Recourse-Basis in Höhe von 1,5 Mrd. €, für die Bilfinger Berger nicht haftet. Grund für den Anstieg ist das langfristige Schuldscheindarlehen in Höhe von 250 Mio. €, das Anfang Juli für Finanzinvestitionen platziert wurde.
| Konzern-Kapitalflussrechnung |
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in Mio. € | 2008 | . | 2007 |
Cash Earnings | 322 |
| 289 |
Veränderung Working Capital | + 148 |
| + 53 |
Gewinne aus Anlagenabgängen | - 113 |
| - 17 |
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 357 |
| 325 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | - 476 |
| - 237 |
| davon Sachanlagen | - 108 | . | - 183 |
| davon Finanzanlagen | - 368 | . | - 54 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | + 83 | . | - 70 |
| davon Rückkauf eigener Aktien | - 100 | . | 0 |
| davon Dividendenzahlungen | - 68 | . | - 52 |
| davon Aufnahme (+) / Tilgung (-) von Krediten | + 251 | . | - 18 |
| Zahlungswirksame Veränderung der Liquiden Mittel und Wertpapiere | - 36 | . | + 18 |
| Sonstige Veränderungen der Liquiden Mittel und Wertpapiere | - 40 | . | - 5 |
| Liquide Mittel und Wertpapiere am 1.1. | 796 | . | 783 |
| Liquide Mittel und Wertpapiere am 31.12. | 720 | . | 796 |
Entwicklung in den Geschäftsfeldern
| Leistungs- und Auftragsübersicht |
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in Mio. € | 2008 Leistung | ∆ in % | 2007 Leistung |
Ingenieurbau | 4.161 | +14 | 3.647 |
Hoch- und Industriebau | 2.020 | +3 | 1.965 |
Dienstleistungen | 4.578 | +27 | 3.606 |
Konsolidierung, Sonstiges | - 17 | .. | 4 |
X | 10.742 | +16 | 9.222 |
| Leistungs- und Auftragsübersicht |
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in Mio. € | 2008 Auftrags- eingang | ∆ in % | 2008 Auftrags- bestand | ∆ in % |
Ingenieurbau | 3.541 | - 22 | 4.482 | - 19 |
Hoch- und Industriebau | 1.915 | - 26 | 2.263 | - 5 |
Dienstleistungen | 4.875 | + 18 | 3.919 | + 38 |
Konsolidierung, Sonstiges | - 17 | X | - 15 | X |
X | 10.314 | 9 | 10.649 | - 1 |
| EBIT |
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in Mio. € | 2008 | 2007 | ∆ in % |
| Ingenieurbau | + 17 | + 58 | - 71 |
| Hoch- und Industriebau | + 14 | + 24 | - 42 |
| Dienstleistungen | + 224 | +167 | + 34 |
| Betreiberprojekte | + 9 | - 2 | X |
| Konsolidierung, Sonstiges | + 34 | - 18 | X |
| X | + 298 | + 229 | + 30 |
In den Baugeschäftsfeldern stand die Abwicklung des hohen Auftragsbestands im Mittelpunkt. Auftragseingang und Auftragsbestand waren von Wechselkursveränderungen und einer starken Zurückhaltung bei der Hereinnahme neuer Projekte geprägt. Im Ingenieurbau lag das EBIT aufgrund der im zweiten Quartal gemeldeten Einmalbelastung in Höhe von 65 Mio. € bei +17 (Vorjahr: +58) Mio. €. Im Hoch- und Industriebau hat sich das EBIT infolge von Mehrkosten aus Projekten in Deutschland auf +14 (Vorjahr: +24) Mio. € verringert.
Das Dienstleistungsgeschäft entwickelte sich auch im Jahr 2008 sehr erfolgreich. Die hohen Zuwachsraten bei Leistung, Auftragseingang und Auftragsbestand sind sowohl auf organisches Wachstum als auch auf Akquisitionen zurückzuführen. Das EBIT ist überproportional auf +224 (Vorjahr: + 167) Mio. € angestiegen.
Im Betreibergeschäft war ein Rekordjahr zu verzeichnen, das Portfolio ist um sechs Engagements auf 24 Projekte angewachsen. Die Eigenkapitalbindung zum Jahresende hat auf 291 (Vorjahr: 161) Mio. € zugenommen, das in Objektgesellschaften eingezahlte Eigenkapital stieg auf 101 (Vorjahr: 71) Mio. €. Das EBIT hat sich auf +9 (Vorjahr: -2) Mio. € verbessert. Bei einem durchschnittlichen Diskontierungssatz von 10,5 Prozent wuchs der Barwert des Portfolios auf 154 (Vorjahr: 119) Mio. €. Zu Beginn des Jahres 2009 hat Bilfinger Berger den Financial Close für ein Verkehrsprojekt in Schottland erreicht, somit ist das im Portfolio gebundene Eigenkapital aktuell auf 335 Mio. € angestiegen.
Das nicht den Geschäftsfeldern zugeordnete EBIT hat sich aufgrund des beschriebenen Sondereffekts auf +34 (Vorjahr: -18) Mio. € erhöht.
Ausblick
In welchem Umfang sich die Wirtschaftskrise auf Bilfinger Berger auswirken wird, ist derzeit noch schwer abzusehen.
Im Baugeschäft wird sich die Nachfrage im Wirtschaftsbau verringern, andererseits sollten die staatlichen Konjunkturprogramme dem Unternehmen zugute kommen. Bilfinger Berger erwartet hier trotz des Verkaufs von Razel eine deutliche Zunahme des Ergebnisbeitrags.
Im Dienstleistungsgeschäft sorgt die vor allem auf Unterhalt und Modernisierung fokussierte Tätigkeit für eine Grundauslastung. Eine quantitative Segmentprognose ist im derzeitigen Umfeld dennoch mit Unsicherheiten behaftet. Aus heutiger Sicht rechnet Bilfinger Berger im Geschäftsfeld Dienstleistungen mindestens mit einer Leistung auf Vorjahreshöhe, dabei wird das Ergebnis jedoch nicht an das sehr gute Niveau des Jahres 2008 heranreichen.
Bei gegenwärtiger Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung rechnet Bilfinger Berger für das Geschäftsjahr 2009 mit einer Leistung von rund 10 Mrd. €. Das Unternehmen erwartet, dass EBIT und Konzernergebnis mindestens das um den Sondereffekt bereinigte Niveau des Vorjahres von +250 Mio. € beziehungsweise +140 Mio. € erreichen.
Die endgültigen Zahlen des zurückliegenden Geschäftsjahres und den Jahresabschluss 2008 enthält der Geschäftsbericht, der zur Bilanzpressekonferenz am 17. März 2009 veröffentlicht wird. Die Hauptversammlung der Bilfinger Berger AG findet am 7. Mai 2009 in Mannheim statt.
Disclaimer
Alle in diesem Bericht enthaltenen zukunftsbezogenen Aussagen wurden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen. Da sie jedoch auch von Faktoren abhängen, die nicht dem Einfluss des Unternehmens unterliegen, kann die tatsächliche Entwicklung von den Prognosen abweichen.
